Beiträge von geos

    Die Baukapazitäten und die Finanzkapazitäten der Telekom sind begrenzt, daher muss sie selbstverständlich priorisieren.

    Und dass sie dabei versucht, möglichst keine Kunden zu verlieren, ist aus meiner Sicht nachvollziehbar und absolut legitim.

    Nicht zu ihren Aufgaben gehört, die Renditeerwartungen von Finanzinvestoren abzusichern (es sei denn natürlich diese investieren in T-Aktien).


    Wenn der "private Netzbetreiber" nur investiert, wenn er ein Monopol hat, hört sich das nicht nach einem soliden Geschäftsmodell (und vor allem Finanzierungsmodell) an.

    Es gibt übrigens genug Beispiele, wo solche "privaten Netzbetreiber" trotz Monopol und entsprechender großspuriger Ankündigungen auch den Ausbau entweder gar nicht aufgenommen oder auf halber Strecke abgebrochen haben. Liest man hier ja auch von solchen Fällen.

    DG ist im Besitz eines Finanzinvestors und eines großen kanadischer Pensionsfonds, natürlich kann DG den aktuellen Ausbau nicht aus eigener Tasche finanzieren, daher finanzieren die Investoren den Ausbau und erwarten sich in einigen Jahren dann Profite.

    Ach verstehe; und jetzt ist die Telekom daran schuld, wenn die Profiterwartungen eines kanadischen Finanzinvestors nicht aufgehen, weil die Kunden noch eine Alternative zur Verfügung haben. Das geht natürlich gar nicht.

    Ach mein DSL6000 reicht dann doch weil Glasfaser 150 würde 10€ mehr im Monat kosten und das ist mir dann doch zu teuer...

    Deine Entscheidung.


    Ca. 90% aller Haushalte in Deutschland können übrigens DSL 100 oder besser bekommen. Da sind m.W. mindestens 60 Mbit/s downstream garantiert, also das 10fache von dem, wovon Du sprichst).

    (Zahlen hier vom April 2026: https://www.teltarif.de/teleko…tzausbau/news/103714.html)


    Weil die Telekom durch den massiven VDSL Ausbau und Überbau vorhandener Netze ebenfalls dafür verantwortlich ist das viele Netze anderer Provider nicht wirtschaftlich sind.


    Da sind erstmal diese Provider selbst verantwortlich, Geld in einen Businesscase zu stecken, der nachher nicht aufgeht. Jetzt z.B. von der Telekom Zwangsabschaltungen zu verlangen, damit sie ein lokales Monopol erhalten, ist allzu durchsichtig.


    Ohne den massiven FTTC-Ausbau der Telekom (inkl. (Super-) Vectoring) hätte es übrigens in Deutschland zu Coronnazeiten ganz schön mau bzgl. Homeoffice und Fernunterricht ausgesehen (und jetzt bitte keine Diskussion über die inhaltliche Qualität von Fernunterricht und Schulschließungen; darum geht's nicht).

    Ich zitiere für Dich gerne nochmal die entscheidende Passage aus dem Artikel mit zusätzlicher Hervorhebung:


    "Die Crux: Es gibt keine Definition, ab wann ein Breit­band­anschluss ein Glas­faser­anschluss ist. Reicht es, wenn eine Glas­faser­leitung an der Straße endet (FTTC), also an Grund­stücken vorbeiläuft, oder muss die Leitung bis in den Keller (FTTB) oder gar in die Wohnung reichen (FTTH), damit ein Glas­faser­anschluss vorliegt?

    Cable 4 ist der Meinung, dass es sich im Neureuter Fall um einen Glas­faser­anschluss handelt, weil die Glasfaser bis zum sogenannten „Distri­bution Point“ (FTTdp) reicht. Der „Distri­bution Point“ befindet sich räumlich zwischen dem Kabel­verzweiger auf der Straße und dem Haus­über­gabe­punkt im Keller, also zwischen FTTC und FTTB."


    Ich weiß nicht, wo im konkreten Fall dieser Distribution Point liegt, aber möglicherweise liegt er außerhalb des Gebäudes des Kunden.

    Heise hat nun auch ein Video zum Thema publiziert:

    https://www.heise.de/news/Vide…ser-braucht-11319966.html


    Inhaltlich ist alles durchaus solide, bis auf die entscheidende Frage, woher denn der Bandbreitenbedarf jenseits Ultrahochauflösendem Fernsehen kommen soll. Das wird einfach kurz postuliert.


    In den 60er-Jahren gab es übrigens auch Zukunftsvisionen, dass bald "alle" mit fliegenden Autos unterwegs sein würden. Allerdings haben m.W. wenige Leute das beim Bau ihres Carports vorsorglich berücksichtigt.