Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Hast Du Dich im Smiley vertan?
Dann möchte ich das mal richtigstellen: 


Stimmt der Service, sehe ich doch überhaupt gar keinen Grund, den Anbieter zu wechseln! Warum sollte ich?
Leider war ich kürzlich gezwungen einen Anbieterwechsel durchzuführen, weil GMX sich vom Markt verabschiedet und keine Upgrades mehr anbietet.
Wenn es nach mir (Kundensicht) ginge, könnten Abschlussprovisionen weitgehend entfallen und ersetzt werden durch Bestandskundenprovisionen. Überall (nicht nur im TK-Sektor) wird der Kunde geködert mit noch so schönen Goodies und ist er erst einmal am Haken, wird er in ein Piranhabecken gehängt, wo er hilflos sich selbst überlassen wird. Nach Ablauf der MVZ versucht der gelackmeierte Kunde wieder was gutzumachen, indem er zum nächsten Anbieter mit dem aktuell lukrativsten Goodie wechselt (wo sich die Geschichte lückenlos fortsetzt).
Ich möchte den hiesigen Anbietern nicht zu nahe treten, weil auch sie lediglich Getriebene in diesem Umfeld sind, dessen fruchtbaren Boden letztlich die nach Goodies eifernde Kundschaft bestellt.
Ich denke, Vodafrank hat die Problematik treffend dargestellt hat - seine Aussage zum Privatkundengeschäft passt lückenlos in mein Bild.
Seit vielen Jahren warte ich darauf, dass sich wirklich mal ein "Premium-Anbieter" am Markt etabliert, der Kundschaft durch Fairness hält und nicht nur durch Mindestlaufzeiten zum Verbleib drangsaliert.
Das ganze System halte ich für krank - und der Kampf "um den letzten Pfennig" führt m.E. genau zu dem hier angesprochenen Zustand. Fairness gegenüber der Kundschaft und vielleicht auch ein"Freundschaftsangebot" für bestimmte Personenkreise dürfte sich kein Händler mehr leisten können. Das Bemühen, doch vielleicht noch einen Cent günstiger zu sein, als der Mitbewerber, indem man gleich ein Gegenangebot offeriert, führt zu der bemängelten Unübersichtlichkeit. Das wird sich auch wohl nicht mehr ändern lassen. 
Frankie
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Warum sollte er sich mit dem Grinsgesicht vertan haben? Weil sein Schwiegervater mit seiner monatlichen Zahlung von 50€ statt der eigentlich nötigen 20€ seine und unseren günstigen Angebote über sieben Ecken mitfinanziert? Klar, die allermeisten wechseln nicht, nachdem sie erstmal zu irgendeinem, zumindest damals halbwegs passenden Vertrag breitgeschlagen worden sind. Aber das direkte und indirekte Umfeld will man doch angemessen günstig versorgt wissen, falls möglich.
Echte Konkurrenz belebt nunmal das Geschäft, ansonsten hätten wir nach wie vor Grundpreise ohne Inklusivleistungen und Minutenpreise oberhalb eines Euros. Und funktionierende Konkurrenz erreicht man eben nur, indem man nicht nur unversorgte Kunden gewinnt - die gibt es längst kaum noch - sondern Konkurrenzkunden zu sich herüberzieht. Abgesehen vom Bestattungsgewerbe und staatlich regulierten Grundpreisen wie bei Anwälten oder Architekten wird es wohl wenige Branchen geben, die nicht auf Kundengewinnung über das Preisleistungsverhältnis angewiesen sind.
Ich denke auch nicht, daß die Kunden mit den Auswüchsen im Mobilfunkgeschäft angefangen haben. Fast von Anfang an ging es längst nicht nur um den Vertrieb von Mobilfunkdienstleistungen. In Werbung und Kommunikation wird doch immer herausgestellt, welches Superduperhandy gerade neu herausgekommen, das man doch unbedingt haben muss, und das einem der Mobilfunkanbieter gern für einen lächerlichen Euro geben wird, wenn man denn nur einen teuren Vertrag bei ihm abschließt.
Den herbeigewünschten Zustand von brauchbaren, umfassenden, laufzeitfreien und günstigen Tarifen ohne die übliche Provisionierung gibt es ja auch inzwischen, und zwar in allen Netzen. Daß die Netzbetreiber die nicht unter ihrer Hauptmarke oder selbst anbieten versteht sich ja fast von selbst, denn dann hätten ja alle Bestandskunden mit teureren Verträgen allen Grund zur Beschwerde.
Einerseits "Goodies" zur Kundengewinnung zu verurteilen, andererseits "Freundschaftsangebote für bestimmte Personenkreise" zu wünschen, erscheint mir auch nicht gerade konsistent. Es gibt ja durchaus Firmen und Branchen ohne nennenswerte Konkurrenzangebote, obwohl sie frei agieren und keiner Regulierung unterliegen, zum Beispiel die Mineralölkonzerne. Aber dann werden einfach alle Kunden durch die Bank fast gleichermaßen abgezockt, vom ärmsten Schlucker bis zur größten Firma.
Das Mobilfunkgeschäft ist zwar verdorben, aber schon wegen der Fixierung auf eigentlich zu teure Spitzengeräte, die die einen nicht bar bezahlen wollen und die anderen nicht bar bezahlen können, sondern nur mittels verdeckter oder auch offener Ratenzahlung, wird sich daran nichts ändern. Das und die immensen Abschlussprovisionen befeuern sich gegenseitig.
In dem Gewirr muss man sich als mehr oder weniger mündiger Kunde eben seinen Platz suchen.