Zitat
Original geschrieben von Stefan
Meine Rede.
Wer Bundespräsidenten wie Richard von Weizsäcker und Roman Herzog miterlebt hat (für die Vorgänger bin ich dann doch zu jung), kann Rau nicht viel abverlangen. Die von Dir beschriebene Anbiederei ging mir sowas von auf die Eier, vor jedem ist er zu Kreuze gekrochen und ist in keinster Weise zu seinem Land gestanden.
Schön für ihn, dass er sich bei den Juden im Namen aller Deutschen für die Greueltaten im WW2 entschuldigt - in meinem Namen sprach er nicht, ich muss mich für nichts entschuldigen. So ließ er Deutschland viel zu Oft in der Büßerrolle dastehen. Aber das habe ich ebenso viel zu oft schon hier durchgekaut.
Stefan
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Ich bin 1982 geboren, hab mit den Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg also auch nichts zu tun. Im Namen Deutschlands wurden die Juden enteignet, misshandelt und ermordet; das dies sicherlich eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte war, steht wohl außer Frage. Ich bin sehr dafür, dass dieses Thema nicht verdrängt wird, sondern dass was gegen das Verdrängen und Vergessen getan wird, durch Mahnmale und Aufklärung. Aber ich bin auch dafür, dass irgendwann mal ein Schlussstrich unter die Geschichte gezogen wird, dass Deutschland immer noch nicht stolz auf seine Leistungen NACH dem Zweiten Weltkrieg verweisen darf und die Deutschen immer noch nicht stolz auf ihr Land sein dürfen. Die Trümmerfrauen in Berlin, der Wiederaufbau, der Sieg über den RAF-Terrorismus, der die Stabilität unseres Staates eindrucksvoll gezeigt hat, die friedliche Wiedervereinigung, die vom ostdeutschen Volk ausging, die den Kalten Krieg beendete und dadurch das Leben nicht nur für Millionen, sondern für Milliarden Menschen sicherer gemacht hat , sind meiner Meinung nach Leistungen, die die Verbrechen der Nazizeit natürlich nicht wieder gut machen, aber dennoch zeigen, dass Deutschland sich in eine andere Richtung entwickelt hat, dass Deutschland ein starker Staat in der Weltgemeinschaft ist, der Verantwortung übernehmen kann (siehe Vermittlerrolle Deutschlands im Nahen Osten, Afghanistan), der sich für die Europäische Union einsetzt und der nicht zuletzt, trotz der Schlechtmacherei des eigenen Volkes, eine starke Wirtschaftsmacht ist (Exportvizeweltmeister nach den USA).
Nun aber zu Horst Köhler:
Ich halt ihn auch für einen geeigenten Präsidenten, auch wenn man noch nicht viel sagen kann. Im Moment hat unser Staat so seine Probleme, die Sozialsysteme müssen reformiert werden und nicht nur geflickt, die Staatsverschuldung muss eingedämmt werden (Zitat H.K. "Ich würde mir als 30-jähriger Sorgen machen [...], bei Sabine Christiansen) und D muss wieder Wachstumsmotor in Europa werden. Ein Mann, der was von der Wirtschaft und von Finanzen versteht, der Auslandserfahung hat und somit auch den Blick von Außen hat und der, so wie es aussieht, auch vom Volk immer mehr akzeptiert wird, ist im Moment genau richtig. Frau Schwan wäre sicher auch geeignet, vor allem aufgrund ihrer Erfahrung in der Bildungspolitik. Aber für mich persönlich ist Horst Köhler im Moment die bessere Wahl.
Vielleicht klappt's ja 2006 mit einer gelb-schwarzen Regierung unter Angela Merkel, dann haben wir eine Frau an der Spitze. Zwei Frauen an der Spitze wäre dann doch zuviel des guten 