ZitatOriginal geschrieben von Mozart40
Ein Linux-System ist per se nicht sicherer!
Das ist natürlich unbestritten. Kein technisches System ist 100%ig sicher - das habe ich auch nicht behauptet.
Ich will's mal ein wenig vereinfacht darstellen, damit deutlich wird, was ich meine:
Ein System kan man kompromittieren, indem man:
1. öffentlich bekannte Sicherheitslücken ausnutzt
2. nicht öffentlich bekannte Sicherheitslücken ausnutzt
3. den Anwender dazu bewegt, Sicherheitslücken zu installieren
Für 1. gibt es regelmäßige Updates, was bei kommerziellen Anbietern aber auch schon mal länger dauern kann und zudem vielen Nutzern gar nicht gelingt
Bei 2. hat man bei komerziellen Programmen überhaupt keine Chance. Es gibt keine Müglichkeit, den Code auf Hintertüren zu kontrollieren, wie dies bei Open Source immer wieder gemacht wird: aktuelles Beispiel
Lücken werden in kommerzieller Software nur zufällig aufgedeckt. Zudem wissen wir seit Snowden, dass amerikanische Hersteller gesetzlich verpflichtet sind, Lücken einzubauen.
Andererseits sind ehrenhafte Whistleblower, wie Snowden, wohl eher die seltene Ausnahme. Niemand weiß, wie viele unterbezahlte Mitarbeiter Insiderwissen zu Geld machen. Die suchen im Gegensatz zu Snowden natürlich keine Öffentlichkeit und daher sind die wenigen bekannten Fälle wohl eher die Spitze des Eisbergs.
Man darf auch nicht vergessen, dass ein kommerzieller Anbieter nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung hat. Solche Entwicklungen sollen schließlich Gewinn abwerfen.
Gegen 3. ist kein Kraut oder Virenscanner gewachsen - außer :gpaul: und :apaul: ![]()
ZitatJa warum wohl? Weil es gratis zu bekommen und weiter zugeben ist. Gleiches ließe sich auch mit Windows realisieren (Stichworte: BartPE und WinPE), dies führt aber zu Lizenzproblemen. Ich benutze BartPE und jetzte WinPE seit ~10 Jahren als Live-Boot-Systeme und das hat für mich den Vorteil das ich keinen speziellen Linux-Virenscanner benutzen muß. Praktisch läßt sich jeder Win-Virenscanner in ein solches System portieren.
Ok, ein 'jungfräuliches' System ist natürlich fast schon per se sicher, wobei die Risiken 2. und 3. trotzdem bleiben... und 2. schließt man durch die Verwendung von Open Source weitgehend aus.
Aber wieviele Anwender richten sich ein Betriebssystem in der Sandbox ein, wenn die Mehrzahl nicht mal die Updates beherrscht (siehe Link oben) ?
Das kommerzielle Modell von MS erschließt sich mir nicht vollständig. BartPE gab's bei c't des Öfteren auf DVD-Beigaben, nur eben nicht für Anti-Viren-CDs. Die c't-DVDs sind schließlich auch nicht kostenlos.
Du magst aber durchaus Recht haben, dass das einfache Linzenz-Modell von Linux dessen Einsatz prädestiniert und mangels Lizenzgebühren den Gewinn des heise-Verlags (wohlverdient
) erhöht.
ZitatZum Thema Bundestrojaner: Die kommen nicht durch ein selbst heruntergeladenes Flash-Update auf die PCs, sondern in den allermeisten Fällen durch veraltete Java-Software. Daher kann ich deiner Meinugn zu Java nur zustimmen. Wers nicht braucht, sollte es am Besten komplett deinstallieren oder wenigstens das Brwoser-Plugin deaktivieren.
Ich habe da eher aus meiner 'Erfahrungs-Statistik' geschlossen, wonach die meisten Bundestrojaner, die ich entfernen musste aus einem vorgeblichen flash-Update resultierten. ABer das ist natürlich ein sehr spezifische Umfeld, das man nicht verallgemeinern darf. Da gibt es natürlich viele Wege.