Beiträge von Gallium

    Dieses Szenario würde ich dann aber schon als recht aufwändig bezeichnen ;)


    Wenn es eine Vertrags-SIM ist, bekommst Du vermutlich problemlos eine Zweitkarte mit der gleichen Rufnummer (aka MultiSim, UltraSim...oder so ähnlich) Auch manche PrePaid-Anbieter sollen so etwas anbieten (simquadrat).


    Diese SIM steckst Du in einen Terminaladapter, wie so etwas, falls auch Internet-Empfang gefordert ist oder die einfache Variante für reine Telefonie-Funktionen

    Genau, und wenn der zuständige Postbeamte am Abend Feierabend hat, nimmt er die Festplatte mit nach Hause und legt sie unter's Kopfkissen :p
    Sei unbesorgt, wenn Daten erst mal erfasst sind, hat sie auch derjenige, für den sie nicht bestimmt sind ;(


    Genau darin besteht ja das Problem der ausufernden Daten-Sammelei!

    Klingt ein wenig nach IP-Nummern-Kuddel-Muddel. Vermutlich versuchen die Geräte alle selbst die IP-Nummern in Deinem Netzwerk zu vergeben, da meist im Auslieferungszustand 'automatische IP-Vergabe' eingestellt ist. Es darf aber nur einer der Beteiligten die IPs vergeben.
    Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich bei Deinem kleinen Netz die Nummern per Hand vergeben.
    Alternativ muss in allen anderen Geräten alles deaktiviert werden, was nach eigenem DHCP ausschaut. Das darf im Zweifelsfall eben nur einer - in Deinem Fall der Router, weil er immer läuft.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    In Deutschland werden ja auch keine Adressdaten von Briefen abfotografiert, so daß man beim Briefversand innerhalb Deutschlands zumindest davon nicht betroffen ist. Ganz so weit wie bei den Amis geht das ganze bei uns noch nicht.

    Da warst Du wohl am 6./7.7. gerade auf einem anderen Planeten ;) Nimm eine beliebige Zeitung dieses Datums und schau nach. Die allgemeine Begründung ist, dass es für betriebsinterne Abläufe und Qualitätssicherung notwendig sei.
    ...und wenn Daten erst mal erfasst sind.... naja, das kennen wir ja mittlerweile :flop:

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Das ist richtig, löst aber nicht das grundlegende Problem. Eigentlich sind es zwei:


    1. Die NSA-Affäre, die rückhaltlos - oder eben so weit wie möglich - aufgeklärt werden muss.

    Was gibt es da aufzuklären? Was die machen, wissen wir schon seit Echelon. Es wird nur ständig technisch besser...


    Das grundlegende Problem ist, dass sich dieser Staat im Staate aus den normalen gesellschftlichen Konventionen des menschlichen Zusammenlebens herauslöst und sich selbst mit Methoden zu schützen sucht, die er eigentlich bekämpfen soll. Was unterscheidet denn noch einen Terroristen von einem NSA-Drohnenkrieger, was einen Hacker von einem NSA-Hacker? Eine unterschiedliche Gerichtsbarkeit. Das ist eine gefährliche neue Qualität!


    ...und da sind wir bei dem grundlegenden Problem, das mich auf's Äußerte beunruhigt:
    Es gibt für Geheimdienste keine Ländergrenzen, kein Freund/kein Feind mehr. 'Feind' ist mittlerweile jeder! - auch die eigene Bevölkerung, der man je eigentlich und ursprünglich verpflichtet war.
    An so einem Punkt stand auch mal der Staatssicherheitsdienst in der DDR, der ja anfangs auch 'nur' ein Spionage-Geheimdienst war. Am Ende kontrollierte das Milke-Regime den Staat. Regierungsmitglieder oder Entscheidungsträger, die gegen die Stasi waren, flogen raus oder wurden liquidiert - nicht so elegant, wie mit Drohenen aber im Ergebnis identisch. Das System hatte sich verselbsständigt :flop:


    Wenn ich mir anschaue, wie unser derzeitiger Innenminister zum 'Verkündungs-August' von Geheimdienst-Parolen degeneriert wurde, erinnert mich das schon sehr an Stasi-Kontrolle.
    Wenn Ströbele und Co feststellen müssen, dass sie eigentlich gar nicht mehr wissen, was da die einstigen Diener des Staates machen, dann ist das der Verlust demokratischer Kontrollmechanismen :(
    Die Geheimdienste beginnen über Ländergrenzen hinweg ihre eigene Macht, ihr Geld (sprich: unser Steuergeld) und ihren Einfluss gegen die eigenen Bevölkerungen zu sichern. Das System beginnt sich zu verselbstständigen :mad:


    Edit: Ich sehe gerade, dass ich nicht der Erste bin, der das Problem beschreibt. Abi99 schreibt in diesem Post

    Zitat

    Abgesehen von Gewaltenteilung und Kontrolle, haben wir in der aktuellen Debatte das Problem der Souveränität einzelner Staaten, die durch das Internet zu verschwimmen scheint.

    Der Verlust der Souveriänität - treffender hätte man es nicht formulieren können :top:
    Ich halte übrigens den dort vertretenen Ansatz, sich selbst gegen die Geheimdienste wehren zu wollen für sehr bedenklich. Damit unterstellt man bereits die Machtlosigkeit des Staates und geht den ersten Schritt in den Untergrund. Der nächste Schritt wäre die Antwort des 'Gegners': Verbot von Verschlüsselung.
    Willkommen in der Untergrundbewegung :rolleyes:


    Am Rande bemerkt: Was bin ich froh, dass es Open Source gibt. Ich hätte nie gedacht, dass das mal eine solche gesellschaftliche Relevanz zur Sicherung unserer Demokratie bekäme.

    Dazu muss man nicht Kunde bei EWE sein. Das gibt's auch so gratis im Netz. Zattoo ist da wohl der Bekannteste und per App in vielen Smart-TVs integriert.
    VPN ist natürlich sinnvoll, wenn man aus der Ferne seine heimische SmartCard nutzen will... aber das ist dann keine PnP-Lösung mehr ;)

    Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    @ nezhoni


    gleichgültig und naiv oder die menschen wollen einfach nur ihr leben leben.

    Das wollen vermutlich alle. Da aber die Freiheit des Einzelnen da aufhört, wo die Freiheit anderer Mitmenschen anfängt, muss man gewisse Regeln des Zusammenlebens berücksichtigen.
    Einige Mitmenschen glauben aber bereits außerhalb dieser Regeln zu stehen !
    Es geht hier nicht um den kleinen finanziellen oder sonstwie gearteten Vorteil anderen gegenüber.
    Es geht um das Machtmonopol des demokratischen Staates, das mit dieser Parallelgesellschaft untergraben wird.
    Wie das weitergeht, wenn man nichts dagegen unternimmt, kannst Du gern in Stasi-Archiven anschauen.

    Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    Missbrauch, Korruption und Diebstahl sind überall - womit Menschen zutun haben - ein Problem. Das Thema muss man gesondert betrachten und zu verhindern wissen.

    Das ist nicht das primäre Problem.
    Kritisch ist die Tatsache, dass diese Vergehen mit zweierlei Maß gemessen werden. Wenn ich Deinen PC oder Dein Firmen-Netz hacke, mache ich mich strafbar und werde belangt (sofern man mich erwischt). Mache ich dasselbe als Prism-Mitarbeiter stehe ich außerhalb des Rechtssystems.
    Erschieße ich Dich vor Deinem Haus bin ich ein Mörder, mache ich das mit einer NSA-Drohne, muss ich nur beweisen, dass Du ein Terrorist bist (kein Problem, da ich ja Herr der Beweis-Daten bin)


    Wir haben also bereits ein 2-Klassen-Recht :flop:
    In rechtsfreien Räumen wird Macht sehr schnell missbraucht, da keine gesellschaftliche Kontrolle mehr vorhanden ist. Wir haben bereits einen Staat im Staate, der sich den gesellschaftlichen Regeln zu entziehen sucht. Ich hoffe nicht, dass das gelingt. Das betrachte ich als Vorstufe zur Diktatur.

    Im ersten Moment habe ich mich bei stanglwirts Postings nur gefragt, ob man wirklich so naiv sein kann oder ob er hier einfach nur ein wenig trollen will. Allerdings sind mir solche Statements mittlerweile häufiger begegnet, womit ich merke, wie sehr fachbezogen Diskussion um Prism & Co sind und daher von vielen gar nicht verstanden werden..
    Da Otto-Normal-Menschen gar nicht verstehen, was diese Datensammelei für Konsequenzen hat, begreifen Sie natürlich auch nicht die Konsequenzen. Da die Mehrzahl unserer Politiker Juristen sind, muss man sie in dieser Hinsicht auch zu den Otto-Normal-Menschen zählen.


    Ich bin mir sicher, dass eine große Zahl von Verbrechen mit Hilfe solcher Daten bereits getätigt wurden, ohne dass der Zusammenhang überhaupt erkennbar wurde. Selbst wenn hätte natürlich niemand Interesse daran, dies der Öffentlichkeit kund zu tun.
    Auch in den Reihen der Prisma-Lobbyisten gibt es Vertreter, die immer noch an die 100%ige Sicherheit glaubten - allein diesen Glauben zu erschüttern, müssen wir Snowden dankbar sein.


    Bei all der Fachdiskussion wird aber auch gern der Kolateralschaden übersehen:
    Wie viel Steuergeld wird da ohne jede demokratische Kontrolle verbraten. Was könnte man mit einer Kapazität von 1 Mio Mitarbeitern und derart grenzenlosem Budget alles zum Wohle der Menschheit anstellen?

    Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    auch das sehen wir wohl völlig unterschiedlich. ich finde: jedes einzelne menschenleben, welches dadurch gerettet wird, rechtfertigt das generelle auswerten von internet traffic.

    ...wenn es denn so wäre. Offensichtlich dient die Auswertung aber ganz anderen Zielen.


    Mit fast 1 Mio Mitarbeiter und diesem gigantischen Etat könnte man auf anderen Gebieten deutlich mehr Menschenleben retten und schützen... z.B. in der normalen Verbrechensbekämpfung :p