Beiträge von Gallium

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Du vergisst die Anrufe aus Übersee ... da besteht immer die Gefahr, dass unsere Regierung einknickt und buckelt.

    Sehr richtig. Schon allein deshalb werden auch die Baltischen Staaten als erste für die Rettung Griechenlands stimmen. Das aktuelle Gezeter dient doch nur dazu, um noch ein größeres 'Troststück vom Militärischen Investitionskuchen' zu erbetteln.
    Die US-Regierung hat bereits erklärt, dass die finanzielle Frage Griechenlands eine 'Frage der Nationalen Sicherheit' sei - kein Wunder bei den vielen Militärbasen dort.


    Mich wundert nur, dass in den vorgeschlagenen Sparplänen künftig mehrere hundert Millionen Euro Militärhaushalt eingespart werden sollen.... aber das wird sicher noch korrigiert :p ;)

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    Original geschrieben von rmol
    Ziemlilch polemische Aussage...
    Wenn hier jemand ideologisch argumentiert, dann sind es Tsipras und Genossen im In- und Ausland...

    Ja, natürlich geht es hier auch um Ideologien. Mit der griechischen Regierung tritt erstmals seit langer Zeit wieder ein Vertreter der Wirtschaftstheorien von John Maynard Keynes zutage. Das ist die Lehre, die das Handeln während des 'deutschen Wirtschaftswunders' bestimmt hat - also nix Abwegiges.


    Dass die GR-Regierung nun den neokonservativen Beamten vor Augen hielt, dass deren System schwere systemische Fehler hat, verstanden diese 'Alternativlos-Politiker' wohl überwiegend als persönlichen Affront. Die schulmeisterliche Art von Varufakis hat da vermutlich noch verstärkenden Anteil daran gehabt.


    Mal ganz sachlich betrachtet:


    Alle EU-Staaten haben Schulden, die sie nicht zurückzahlen könnten.
    Das ist auch gar nicht gewollt, denn unser derzeitiges System der Schaffung von Geld basiert darauf.
    Es geht nur darum, wieviel Schulden man finanzieren/bedienen kann (Zinslast)
    Die Ablösung vorhandener Kredite durch neue ist Standard in ganz Europa und hat nichts mit 'Geld vernichten' oder 'Geld ins schwarze Loch werfen' zu tun (siehe 'Schwarze Null') :apaul:



    Zitat

    Dass das Griechenland gewährte Geld verloren ist, wird ja nicht mehr ernsthaft bestritten.
    Ein offizieller Schuldenschnitt in langfristig ausreichender Höhe würde aber eins bewirken: dass Griechenland wieder als "solvent" gilt und am privaten Kapitalmarkt neue Kredite aufnehmen kann, zu Lasten europäischer Steuerzahler und zugunsten privater Kapitalgeber - eine Konstellation, die gerade du immer heftig kritisiert hast.


    Das Geld ist nur bei einem Grexit zu fast 100% verloren.
    Bei einer 'Umstrukturierung der Kredite' (wie Frau Lagard es diplomatisch beschreibt) wäre 'nur' der Kapitalertrag für die Kreditgeber verringert - nämlich auf ein Niveau, dass GR stemmen könnte. Das ist letztlich auch immer die Forderung von Syriza gewesen, der aber aus ideologischen Gründen nicht entsprochen wird. (ideologisch deshalb, weil es in anderen Fällen nahzu bedingungslos gemacht wurde)
    Auch der viel gerühmte 'Schuldenschnitt privater Gläubiger' vor einigen Jahren, war längst in die Kurse damals eingepreist. Auch Rentenpapiere unterliegen schließlich Kursschwankungen.


    Das Argument der Kapitalmarkt-Refinanzierung (Solvenz) greift ins Leere, da GR gerade wieder für afair 1,6Mrd Euro neue Kredite am freien Markt aufnehmen konnte. Es ist nur eine Frage des Preises (Zinsen). Aber genau das verschlimmert wieder das Problem (Teufelskreis).



    Versucht mal, Euch in die Lage Tsipras zu versetzen: Welche Optionen hat er denn?


    1. Die bisherigen Sparmaßnahmen haben das Land wirtschaftlich ruiniert.
    Würde er sie ohne Veränderung der Schuldensituation akzeptieren, ginge das Land weiter in den Abgrund.
    Also muss er Sparmaßnahmen gegen Schuldenumstrukturierung verhandeln.


    2. Die 'großzügigen Angebote' der Gläubiger waren gar keine, wie letzten Sonntag bei Jauch anhand der WikiLeaks-Dokumente gezeigt.
    Daher musste er sich dem verweigern.
    Das Referendum war letztlich daher eine konsequente Reaktion darauf und hat nebenbei seine Position im eigenen Land gestärkt und seine Widersacher (die korrupte Kaste) kalt gestellt.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Was ist das für eine Regierung?

    Sie hatten bisher nur die Wahl zwischen Pest und Cholera:
    Einen Schuldendienst, der sie in die Pleite führen wird oder die Pleite direkt wählen.
    Aus ideologischen Gründen wird der notwendige Schuldenschnitt derzeit nicht gewährt. Also hat Tsipras nur die Option einen Schuldenschnitt durch Pleite herbeizuführen.
    Insofern handelt er konsequent.


    Eine Pleite ist der Bevölkerung nicht zu vermitteln, nachdem die einfachen Leute mehr Einschnitte ertragen mussten als gesund war.
    Rein politisch gesehen hat Tsipras mit dem Referendum seine Position im eigenen Land gestärkt und korrupte Widersacher, wie Samaras kalt gestellt. Das sind eigentlich die besten Vorraussetzungen, um eine Staatspleite zu überstehen.

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    Original geschrieben von Applied
    ...Lohn von Supermarktangestellten in Estland... : durchschnittlich ca. 500-600 EUR/Monat. Liegt damit immer noch klar unter dem griechischen Mindestlohn von 683 EUR/Monat...

    Das man so etwas nicht miteinander vergleichen kann, sollte bereits beim Kaufkraft-Gefälle innerhalb eines Landes deutlich werden. Selbst in DE gibt es Gegenden, in denen man vom Mindestlohn (8,50) durchaus leben kann - wogegen mindestens die Einwohner Münchens dies zu Recht bestreiten würden.


    Was hier immer mit 'deutschem Europa' umschrieben wird, ist eigentlich die Inkarnation der Neokonservativen Wirtschaftsschule, die vor allem in DE rigoros umgesetzt wurde (Austerität um jeden Preis). Mit Varufakis und auch dem neuen Finanzminister sind erstmals wieder Lehrmeister der Keynesianer in Erscheinung getreten.
    Das Problem ist imho, dass sie auch lehrmeisterlich rüberkamen und gleichzeitig den Neokons den Spiegel vorhalten und damit zeigten, dass deren System am bröseln ist:


    Wie man es dreht und wendet, GR wird auch mit neuen Sparmaßnahmen nicht wieder auf die Beine kommen. Am Spardogma kann man aber nicht rütteln, weil das dann auch in anderen Ländern die vorhandene 'Aufmüpfigkeit' befeuert.


    Imho ist der Grexit für GR sicher die beste, weil schuldbefreiende Lösung - für uns dagegen die teuerste... erinnert schon ein wenig an die isländische Lösung der Bankenkriese in 2008.

    Das ist nur halb richtig, da das Geld auf den Konten zunächst mal den Kontoinhabern und nicht den Banken gehört. (genossenschaftliche Banken mal außen vor).
    Konsequent weiter gedacht müsste man natürlich im Einzelfall fragen, woher das Geld auf jedem einzelnen Konto kommt. Steuerhinterzogene Gelder, Korruptionsgelder etc wären sicher in die Haftung zu nehmen. Aber genau die wird man wohl kaum noch in GR finden.
    Dass Varufakis diese reguläre Bargeld-Versorgung zur Staats-Finanzierung und zum Schulden-Export nutzen konnte, ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, zeigt aber mal wieder, wie dilettantisch unsere gewählten Volksvertreter agierten.


    Wenn eine Bank pleite geht, sind auch alle Sichteinlagen von dieser Insolvenz betroffen. Deshalb gibt's die sogenannte Einlagensicherung, die afair auch in GR existiert. Wenn diese Sicherheit nicht mehr existiert, könnte man kein Vertrauen mehr in die Konten-Bestände einer jeden EU-Bank haben.


    Eine Kapitalflucht dieser Größe ist für jede Bank tödlich, da keine Bank der Welt tatsächlich das Guthaben seiner Konten 'im Keller' hat - außer vllt bei Loriots Schuhkarton :D

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    Original geschrieben von john-vogel
    Äh, "die Banken und Privatinvestoren" haben damals beim Schuldenschnitt auf bis zu 70% ihres Geldes verzichtet und die restlichen 30% in langfristige griechische Staatsanleihen gesteckt.

    Komisch, das las sich in einem SPON-Artikel in 2011 ganz anders:

    Zitat

    Die ausländischen Banken haben ihr Engagement in Griechenland Schritt für Schritt reduziert - unter anderem, indem sie ihre Papiere an die Europäische Zentralbank verkauft haben...Forderungen der internationalen Banken gegenüber dem griechischen Staat Ende Juni auf 39 Milliarden Euro, drei Monate zuvor waren es noch 45 Milliarden Euro gewesen.

    oder wie 'Die Wirtschaftswoche' schrieb

    Zitat

    Die Banken sind auf der Flucht. Sie glauben nicht, dass die Regierungen der Euro-Zone dauerhaft für Griechenlands Schulden aufkommen werden. Seit dem Treffen im Finanzministerium haben die deutschen Banken ihre Anleihenbestände um fast ein Drittel reduziert.

    Nix mit "arme helfende Banken" :p ;)


    Damals wollte Deine Kanzlerin auch nichts von Grexit wissen.
    Jetzt, wo es nur noch der Steuerzahler zahlt, kann der Grexit gar nicht schnell genug kommen - obwohl er die teuerste aller Lösungen ist (zumindest für den Steuerzahler) :flop:


    Edit:
    ...und sage mir keiner, dass man das nicht hätte wissen können:
    SPON vom Feb 2012:

    Zitat

    Die Einigung sei zwar generell zu begrüßen, sagte deren finanzpolitischer Sprecher Gerhard Schick SPIEGEL ONLINE. "Doch das wird nicht die letzte Umschuldung sein." Das Land sei selbst nach dem Schuldenschnitt noch immer viel zu hoch verschuldet. Bei der nächsten Runde werde auch der Steuerzahler in die Pflicht genommen

    Zitat

    Original geschrieben von DannyTT
    Wer ist denn generell 'das Land'?

    Da triffst Du wohl den Nagel auf den Kopf :top:


    Ein Referendum scheint für Politiker wie das Weihwasser für den Teufel. Beim letzten Versuch, ein Referendum abzuhalten, musste ein griechischer Ministerpräsident schnell zurück treten.
    Insofern muss man der derzeitigen Regierung zumindest in dieser Hinsicht Respekt zollen.

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    Original geschrieben von bernbayer
    Ach Timba du interpretierst Steinbrück falsch. Ihm wurde die hypothetische Frage gestellt was in Deutschland los wäre wenn die gleichen Summen eingespart werden sollten wie von Griechenland gefordert. Darauf antwortet er das da der Teufel los wäre. Nur diese Frage stellt sich für Deutschland eben nicht. Wir sind Gott sei Dank nicht in einer solchen selbst verschuldeten wirtschaftlichen Situation wie Griechenland. Solche unsinnigen Fragen sind da ziemlich wertlos.

    Die Frage stellt sich schon, da Deine Kanzlerin den Banken und anderen Privatinvestoren die griechischen Schulden abgekauft hat. Für DE bedeutet das, dass der Grexit 80Mrd Euro Kreditausfall bedeutet, den der Gläubiger 'Steuerzahler' tragen muss.


    Auch einige andere Staaten und Institutionen werden durch einen Grexit schlagartig Kriterien, wie Maastrich-Verschuldungsgrenze etc verletzen.


    PS: Ich glaube übrigens nicht, dass hier in DE 'der Teufel los wäre'. Die Leute hier sind viel zu lethargisch. Da hatte es in der Vergangenheit schon genügend Gründe gegeben, bei denen man hätte meinen müssen, dass das wen juckt - tat es aber nicht :gpaul:

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    Original geschrieben von derAL
    Ein Forum sollte grundsätzlich unpolitisch, unparteilich und frei von Ideologien wie Stammtischparolen jeglicher Couleur sein.

    Naja, das kommt wohl eher auf die Art des Forums an ;) In Bezug auf ein Technik-Forum hast Du natürlich Recht (ich unterstelle mal, dass das auch Deine Intension war).


    Darin zeigt sich aber wieder mal symptomatisch, dass sich TT immer mehr von der Technik entfernt und zum 'Geplauder- und Werbe-Forum' entwickelt hat - von wenigen Ausnahmen abgesehen.


    Signifikant dafür fand ich auch, dass sich zu meinem Initiativ-Vorschlag (Schwerpunktthema Hausautomatisierung) zwar einige Interessenten fanden, die jedoch eher in die Sparte 'TT-Retter' oder 'interessiert-mich-auch' einzuordnen waren. Auch wenn diese Bereitschaftsbekundungen hoch anzurechnen sind, sind sie doch im Vergleich zur Resonanz bei heise um Dimensionen entfernt.
    Ich hoffe man sieht mir nach, dass ich deshalb meine Aktivitäten zunächst dorthin verlagerte, wo man das Thema sofort mit Nachdruck (auch im ursprünglichen Sinne des Wortes ;) ) in den Vordergrund schob.


    Ich versuche mich mal an einer vergleichenden Analyse pro-TT:
    Was kann ein Vorteil eines Forums gegenüber anderen Plattformen sein?


    Blogs oder Youtube-Channels sind meist Einzelkämpfer, die auf Kommentare eingehen können oder nicht: Recht unausgewogen, wenn man gemeinschaftlichen Input anstrebt.


    Kooperatives Arbeiten wie auf Github o.ä. ist naturgemäß abgehoben und bekommt bis zum jeweiligen Release kaum Rückmeldung von Otto-Normal-User. Das funktioniert nur, wenn die Beteiligten genau wissen, welches Ergebnis entstehen soll.


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    Vorschlag (zur Diskussion):


    Eine Gruppe 'Interessierter' beginnt zunächst mit der Analyse dessen, was bereits existiert und welche Praxistauglichkeit jeweils vorhanden ist. Das würde sich nicht zu sehr von einem gemeinschaftlichen 'TestCenter' unterscheiden. Vom Forum könnten jedoch Vorschläge oder Abstimmungen gemacht werden, was und wie getestet werden soll. So nähert man sich dem, was bereits als Lösung existiert und dem was wirklich gebraucht/nachgefragt wird.


    In Auswertung dessen könnte die Symbiose der vom Forum favorisierten/ermittelten Bedürfnisse, Techniken und Geräte über Herstellergrenzen hinweg stehen. Die zahlreichen proprietären Insellösungen mit jeweils eigenen Apps sind nämlich alles andere als eine allumfängliche Lösung :rolleyes:
    ..aber das war auch schon bei der Entwicklung der Kommunikaionstechnik so ;)


    Dass das Smartphone immer mehr Teil des Alltags-Lebens wird/ist, dürfte eigentlich außer Frage stehen. Daher ist eigentlich TT genau der richtige Platz, die Alltagstauglichkeit verschiedener Lösungen oder Ansätze zu überprüfen oder diese überhaupt zu bestimmen oder zu entwickeln.


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    Mein möglicher Beitrag dazu
    ...und meine Motivation ;) :


    Praktisch könnte das so aussehen, dass in festen Zeitfolgen (bspw monatlich) das Forum auswählt, mit welcher Aufgabenstellung man sich im Folgemonat beschäftigt. Am Ende des Monats haben wir dann (hoffentlich) einen Überblick über existierende Technik/Geräte, deren Gebrauchsfähigkeit und Möglichkeit der Interoperabilität über System-/Herstellergrenzen hinweg.


    Diese praktische Umsetzung basiert auch ein wenig darauf, dass ich selbst nach mehrjähriger Nutzung einer 'selbstgestrickten Hausautomatisierung' mal wieder eine Renovierung meines Heims beschlossen habe O:-)
    Ich könnte mir daher vorstellen, eines der Zimmer meines Hauses für eine gewisse Zeit zum 'Versuchslabor' zu machen ;) Daher würde ich auch nicht vor experimentellen Lötexperimenten, Neuverlegung von Kabeln, neuer Beleuchtung, experimentellem Multimedia etc zurück schrecken.


    Ausgangslage wäre also ein ca 4 x 6m großer leerer Raum der sich nach und nach den Bedürfnissen seiner künftigen Bewohner anpassen soll :cool: ...auch Bedürfnisse, die am Anfang vllt noch gar nicht als solche erkennbar sind :apaul:
    Ich könnte mir vorstellen, dass auch andere hier vor ähnlichen Herausforderungen stehen und parallel gleiches tun, um einen direkten Vergleich ermöglichen :apaul:


    Bei entsprechender Akzeptanz würde ich als Fork dieses Threads einen neuen erstellen, der sich mit den technischen Details beschäftigt, da naturgemäß das jetzige Forumsformat ergänzt werden müsste.