Beiträge von Senfdazugeber

    Zitat

    Original geschrieben von Magnataaa
    Und wie funktioniert das mit Google? :D verstehe das nicht so recht...

    Du schickst per HTTP-request im JSON-Format die folgenden Daten an den Google Maps API Server:

    Code
    {
    "cellTowers": [
    {
    "cellId": 21532831,
    "locationAreaCode": 2862,
    "mobileCountryCode": 214,
    "mobileNetworkCode": 7
    }
    ]
    }


    Und als Antwort bekommst Du die Koordinaten eines Punktes samt Radius, welche Deinen wahrscheinlichen Aufenthaltsort kreisförmig darstellen. Diesen Radius sieht man übrigens auch in der Google Maps App als blauen Kreis um den vermuteten Standort - schaltet man GPS and WLAN aus, sieht man schnell wie groß sein Radius bleibt.


    Google seinerseits weiß, wo sich welche Mobilfunkzellen - und im übrigen auch wo sich welche WLAN-Netze - befinden, da die Google Maps App ununterbrochen im Hintergrund GPS-Standort, die aktuell genutzte Funkzelle sowie die verfügbaren WLAN-Netze an Google meldet, sobald die App aktiv ist und ein GPS-Fix vorliegt. Dadurch gewinnt Google praktisch eine Karte der Abdeckungsbereiche aller Funkzellen und WLANs.
    In obigem Beispiel würde der Google Server aus der Datenbank alle Koordinaten der von Google Maps Benutzern gemeldeten Punkte abfragen, an denen die Zelle 2862-21532831 des Netzes 214-07 genutzt wurde, aus den resultiernden Punkten - nach Signalpegel gewichtet - einen Mittelpunkt bilden und - nach Bereinigung von Ausreißern nach irgendeinem Verteilungsmodell - die Distanz dieses errechneten Mittelpunktes zum entferntesten gemeldeten Punkt berechnen und diese beiden Werte als Antwort ausspucken. Das ist dann praktisch jener Kreis innerhalb dessen Google Maps Nutzer diese Zelle nutzen konnten und in der Du vermutet wirst.
    Wie genau diese Standortbestimmung ist, hängt u.a. davon ab, wie groß der Versorgungsbereich der Zelle ist, wie lange diese schon existiert und wieviele Samples Google von Maps Benutzern aus ihrem Versorgungsbereich erhalten hat. Bei Pico- oder gar Nano-Zellen kann die Standortbestimmung durchaus auf 100m genau erfolgen, bei exponierten GSM900- oder LTE800-Standorten kann der von Google ermittelte Versorgungsbereich durchaus einen Durchmesser von 10km und mehr haben. Wenn die Zelle neu in Betrieb genommen wurde und Google noch keine Samples mit der LAC/CID dieser neuen Zelle erhalten hat, ist die Standortbestimmung bisweilen auch gar nicht möglich.
    Analog zur Abfrage bestimmter Mobilfunkzellen, geschieht dasselbe auch mit WLAN-Netzen. Google läßt sich von allen aktiven Google Maps Nutzern Auskunft darüber geben, wo welches WLAN-Netz mit welchem Signalpegel empfangbar ist und aus den so gewonnenen Standortdaten können Sie einem Smartphone, das gerade kein GPS-Fix hat aber ein oder mehrere WLAN-Netze empfängt, auf oft wenige dutzend Meter genau prognostizieren, wo es sich befinden muß. Da diese WLAN-basierte Standortbestimmung recht genau ist, muß man GPS und WLAN ausschalten um in der Google Maps App das Ergebnis der alleine auf der Funkzelle basierenden Standortbestimmung zu sehen.

    Zitat

    Original geschrieben von DJMetro
    Kann man eigentlich durch lac und cellid den Standort bestimmen?

    Ja, zumindest grob durch die diversen Geodatenbanken, wie z.B.
    OpenCellID: http://opencellid.org/
    Mozilla Location Service: https://location.services.mozilla.com/api
    Google Maps Geolocation API: https://developers.google.com/…cation/#cell_tower_object


    Bei OpenCellID kann man auch ohne Programmierkenntnisse einfach per Browser Standortabfragen ausführen. Dazu http://opencellid.org/ öffnen, links auf "search location" klicken und dann "cell location" wählen, wo dann MCC, MNC, LAC und CID eingeben werden. Allerdings scheint mir die Datenbank zumindest für Deutschland nur über eine recht spärlich Abdeckung zu verfügen.
    Der Google Maps Location Service dürfte dagegen wegen der hohen Anzahl an Samplern (jeder aktive Google Maps App Benutzer) Datenbank haben und damit die höchste Präzision aufweisen.

    ilona1988
    Der CSFB wird nicht global, sondern lokal konfiguriert. Ein CSFB von 26207-LTE auf 26203-UMTS wird es mit Sicherheit niemals geben, weil dafür umfangreiche Netzkonfigurationen erforderlich sind, da die entsprechende Anweisung per RRC message vom Netz kommt.

    Seit heute werden meine Einbuchungsversuche in 26203 mit meiner O2 postpaid SIM nicht mehr sofort als unzulässig abgewiesen, sondern ich erhalte auf meinem Galaxy S5 die Meldung, daß die Registrierung derzeit nicht möglich sei und ich es später nochmal versuchen solle. Habe es auch fünfmal hintereinander probiert um ein etwaiges Roaming Steering zu überlisten - allerdings ohne Erfolg.

    Zitat

    Original geschrieben von n0head
    es ist trotzdem pfusch und ist so nach dem "der elektriker wusste es nicht besser-prinzip".


    hab schon alles auf baustellen gesehen...

    Fakt ist, daß es in den allermeisten Fällen problemlos funktioniert und daß man viel Geld und Zeit zur Verlegung neuer Kabel spart. Diese - wenngleich nicht standardkonforme - Umwidmung schont nicht nur den Geldbeutel und das Zeitbudget sondern auch die Umwelt, denn durch sie wird eine bereits vorhandene Resource sinnvoll weitergenutzt und daß der Kupferabbau nicht gerade umweltfreundlich vonstattengeht, ist ja landläufig bekannt.
    Das Risiko, daß die Umwidmung nicht funktioniert und das m.E. praktisch irrelevante Störpotential stehen jedenfalls in einem vernachlässigbarem Verhältnis zum Nutzen der Umwidmung von Telefondraht zur Ethernetleitung. Worin da ein Pfusch liegen soll, mußt Du uns noch erklären. Nachhaltigkeit scheint jedenfalls nicht auf dem Lehrplan Deiner Berufsschule gestanden zu haben.


    P.S.: Besten Dank für Deine fundierten Ausführungen, Gallium! :top: