Beiträge von Gag Halfrunt

    Zitat

    Original geschrieben von archie83
    Apples TimeMachine sichert jede Dateiversion als separate Datei. Da muss keine Backup-Kette rekonstruiert werden. Hat natürlich Nachteile, wenn die zu sichernden Dateien extrem groß sind und sich nur wenig geändert hat.


    Diese Backup-Strategie setzt auf Hardlinks auf, sodass Dateien, die sich nicht geändert haben, auch nur einmal auf dem Backup-Medium Platz belegen.

    Das ist im Prinzip ja nichts anderes. Der Unterschied ist nur, dass die "Time Machine" eben eine große Datenbank ist (die Versionierung im NTFS funktioniert übrigens genauso).


    Möchtest du aber ein Backup auf ein beliebiges Medium auslagern, dann muss jeder Stand in einen Container verpackt werden. Genau das sind die inkrementellen Backups. Hast du das initiale Backup und alle inkrementellen, dann kannst du daraus wieder eine Datenbank erzeugen, wie du es aus der Time Machine kennst.


    Nur so nebenbei: Wem das mit der "Kette" der inkrementellen Backups zu heikel ist, kann auch differenzielle verwenden. Dabei werden nicht die Änderungen gegenüber dem vorherigen, sondern gegenüber dem ersten (vollständigen) Backup gespeichert. Man benötigt zum Restore also die einzelnen Schritte dazwischen nicht mehr, dafür belegt jedes neue differenzielle Backup mehr Speicher.

    Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Es hat einfach keinen Sinn, exakt gleiche Daten- Dateien auf demselben Backupmedium doppelt zu sichern. Das ist nur noch Speicherplatzvergeudung.
    Ideal wäre, jede absolut gleiche Datei genau 1x auf dem Backupmedium zu haben.

    Ich glaube, du hast das Prinzip nicht verstanden.


    Ein inkrementelles Backup sichert die Veränderung gegenüber dem vorhergehenden Backup.


    Stell dir das wie bei einer Pizzabestellung vor.


    Du rufst bei Mario an und bestellst einmal die Diavolo.


    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, aber bitte ohne Peperoni.
    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, aber bitte mit Schinken.
    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, nur ohne Oliven.
    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, lass aber die Zwiebeln weg.
    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, tu aber Ananas drauf.
    Am nächsten Tag rufst du an: Dasselbe wie gestern, aber bitte keine Salami.


    Mario wird dich dumm fragen: Okay, dann also eine Pizza Hawaii?


    Du hast einen Ausgangszustand, der dann durch viele nachträgliche Änderungen modifiziert wird. Je mehr sich der Ist-Zustand von dem ursprünglichen unterscheidet, desto mehr "Änderungen" musst du speichern. Und genau das Speicherplatzvergeudung.


    Deshalb fertigt man nur bis zu einen bestimmten Grad inkrementelle (oder differenzielle) Backups an, weil irgendwann die Summe der Änderungen die Größe des ursprünglichen Backups übersteigt.


    Mal ganz davon abgesehen, dass natürlich die Fehleranfälligkeit einer solchen Kette mit jedem Glied steigt.


    Zitat

    Ein eventuell notwendiges Restore aller Daten mit Stand vom xx.xx.xxxx macht die Backup- Software, indem sie sich alle notwendigen Dateien herauspickt.

    Dazu muss das Programm die gesamte Kette rekonstruieren.

    Geht ja genau darum, dass es eben nicht damit getan ist, einmal ein vollständiges Backup anzufertigen und mandann für alle Ewigkeiten nur noch inkrementelle braucht, so wie Goyale das meint.


    So wie du es machst, mach ich es auch, nur dass ich neben den wöchentlichen, vollständigen Backups eben noch ein tägliches inkrementelles dazwischen schiebe. Das läuft in weniger als 5 Minuten durch, so dass man nicht einmal etwas davon merkt. Ist halt die Sicherheit, dass man eben auch die Dateien, an denen man die Woche über in den Fingern hatte, auch im Backup drin hat, wenn Freitag die Platte crasht. ;)


    Man ist halt ein bisserl paranoid. Aber seit ich mal einen Totalverlust erlitten habe (ich sage nur "DTLA") und mein letztes Backup über ein Jahr alt war, bin ich da äußerst paranoid.

    Zitat

    Original geschrieben von Daniel_23
    Qnap NAS und Amazon Glacier Konto. Ist nicht allzuteuer, sicher, und die NAS sichert Automatisch.

    Danke für den Tipp. Den Dienst kannte ich noch nicht.


    Für jeden, den es interessiert: 100 GB für 1,20 US-$ pro Monat.

    Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Das ist nur beim ersten kompletten Backup so. Später werden nur noch die neuen/geänderten Dateien hochgeladen.

    Jede seriöse Backup-Strategie enthält regelmäßige vollständige Backups und dazwischen dann inkrementelle.


    Schon allein deshalb, weil die Summe aus dem vollständigen und den vielen inkrementellen die Speichergrenzen schnell sprengt.


    Ein Beispiel aus meiner persönlichen Praxis: Die Sicherung meines Systemlaufwerks nimmt etwa 150 GB in Anspruch. Jedes inkrementelle Backup, das ja "nur" die Änderungen enthält und bei mir täglich ausgeführt wird, ist 3 bis 5 GB groß.

    Zitat

    Original geschrieben von Braindead
    Leute können von jetzt auf gleich total abdrehen. Vielleicht können das viele nicht glauben weil sie es sich einfach nicht vorstellen können. In "ihre Realität" passt ein solches denken nicht rein.

    Es ist leider ein sich immer wiederholendes Phänomen, dass bei großen Katastrophen nach komplexen Ursachen gesucht wird. Das ist der Nährboden für abstruse Spekulationen und Verschwörungstheorien.


    Doch wie heißt es so schön in der Medizin: Wenn du Hufe hörst, denk an Pferde, nicht an Zebras.