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Original geschrieben von mumpel
Firmen in den gesetzlich vorgeschriebene Sozialstandards nicht durchgesetzt werden. M.E. auch einen Arbeitskampf wert.
Ähm... Das ist ein Fall für die Gerichte, nicht für die Gewerkschaften.
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Von beidem. Bei uns z.B. fordert die Gewerkschaft beides.
Hier kommen wir gerade ein wenig durcheinander.
Ich persönlich befürworte eine leistungs- und erfolgsorientierte Entlohnung. So etwas kann eine Gewerkschaft grundsätzlich durchsetzen, aber die tatsächliche Höhe des Lohns wird dann individuell nach den vertraglichen Vorgaben bestimmt.
Was ich ablehne, sind feste Gehaltsstrukturen, nach denen jeder gleich bezahlt wird. Denn die Menschen sind nicht gleich. Die persönliche Leistung muss unbedingt mit in die Lohnformel einfließen, denn das motiviert letztlich den Angestellten, sich entsprechend einzubringen. Wenn er "automatisch" sein Geld bekommt, ohne sich anstrengen zu müssen, dann wird er sich auch nicht anstrengen.
Idealerweise sollte sich der Bonus nach dem Unternehmenserfolg und der individuellen Leistung des Mitarbeiters richten.
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Das sollten beide Parteien einvernehmlich und sozialverträglich entscheiden. "Wer zuviel verlangt wird garnichts bekommen" heisst es so schön.
Da bin ich absolut bei dir. Da sehe ich auch die Rolle der Gewerkschaften, dass sie als Stellvertreter der Arbeiter die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Lohnverträge verhandeln.
Allerdings muss diese Verhandlung, wie du selbst ja auch sagst, auf "Augenhöhe" passieren. Das bedeutet aber auch, dass das Streikrecht erheblich eingeschränkt werden müsste. Denn die staatlich geduldete Erpressung von Unternehmen hat nichts mit "auf Augenhöhe" zu tun.
Denn wenn man solche Verhandlungen mit Streiks durchsetzt, dann hat das nichts mit Gerechtigkeit zu tun. Denn während du mit einem Streik in einem Unternehmen überhaupt nichts erreichst (siehe Amazon), kannst du in anderen Milliardenschäden (Bahn, Lufthansa, usw.) anrichten.
Ein Streik ist immer dann sinnvoll, wenn du gegen einen Monopolisten vorgehen möchtest, wie z.B. den Öffentlichen Dienst. Bei allen Unternehmen, die sich im Wettbewerb befinden, schadest du durch einen Streik nur dem jeweiligen Unternehmen -- und das nachhaltig.
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Angemessen wäre auch eine gerechtere Bezahlung. Ein Handwerker z.B. hat genauso seinen Facharbeiter wie ich, bekommt aber bei uns weniger obwohl er körperlich schwer(er) arbeitet. Und das nur weil mal irgendwelche Verantwortlichen entschieden haben das Handwerkstätigkeiten nicht soviel wert sind wie die "Sicherheitstätigkeiten". Vielleicht auch ein Fehler der alten Gewerkschaftsführung? Unsere Gewerkschaft will das jetzt ändern (Ausdünnen der Entgeldgruppen und -stufen).
Die Höhe des Lohns bestimmt der Markt.
Und das funktioniert überall dort, wo man dies zulässt, auch recht gut. Warum verdienen denn z.B. Arbeiter auf Bohrinseln so gut? Weil es eine sau anstrengende Arbeit ist, die a) nicht jeder (körperlich) leisten kann und b) auch nicht leisten will. Deshalb zahlt man hohe Gehälter, um die Arbeiter damit zu locken.
So funktioniert das.
Ich habe einen Bekannten, der ist eigentlich "nur" stinknormaler Metallbauer. Um sein Einkommen ein wenig zu pushen, hat er sich jedoch spezialisiert. Er arbeitet in einer Firma, die Strahlenschutztore herstellen und installieren. Dazu ist einiges an Spezialwissen erforderlich, das nicht jeder hat. Dementsprechend kann er ein höheres Gehalt einfordern.
Ein anderer Bekannter hat als stinknormaler Elektriker angefangen. Davon ausgehend hat er sich weiter auf Datenkabel spezialisiert und ist mittlerweile in seinem Bereich der Experte für Glasfaserleitungen. Er kann sich aussuchen, für wen er arbeitet.
Genau darin liegt der Schlüssel. Nur weil dein Handwerker einen schweren Job hat, rechtfertigt das noch lange kein höheres Gehalt, wenn es genug andere Handwerker gibt, die das genauso tun können.
Klar ist, dass alles mögliche getan werden muss, um Gesundheitsschäden zu minimieren. Aber das regen die Arbeitsschutz-Vorschriften und haben hiermit nichts zu tun.