Beiträge von Gag Halfrunt

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Nochmal genauer:


    1. Weil er glaubt es wert zu sein.
    2. Weil die "Berufskollegen" bei der Konkurrenz mehr verdienen (solle man so aber nie seinem AG sagen, der schickt den AN sonst zur Konkurrenz ;) )
    2. Weil ihm niemand verbieten kann um mehr Gehalt zu bitten.
    3. Weil er alles für seinen AG tun würde?

    Damit kann er versuchen, seinen Arbeitnehmer zu überreden.


    Aber warum sollte er sich darauf einlassen? Von den warmen Worten hat der Arbeitgeber doch nichts. Was sind denn die harten Fakten, warum der Arbeitnehmer meint, mehr wert zu sein?


    Du hattest geschrieben:


    Zitat

    Weggang? Wohin soll man gehen wenn es keine Arbeit gibt?


    Das bedeutet doch, dass es offensichtlich keinen anderen Arbeitgeber gibt, der bereit wäre, diesen Arbeitnehmer für das gleiche, geschweige denn mehr Geld einzustellen. Das Argument, dass die anderen mehr Verdienen, funktioniert also nicht.


    Also warum sollte dann sein jetziger Arbeitgeber mehr zahlen?


    Mehr noch: Wenn es "keine Arbeit gibt", bedeutet das doch, dass es ein Überangebot an Arbeitskräften für diesen Bereich gibt. Der Arbeitgeber kann sich also aussuchen, wer für ihn arbeit.


    Also insgesamt ist das eine sehr, sehr schwache Verhandlungsposition, die der fiktive Arbeitnehmer dort hat. Könnte er eine Qualifikation vorweisen, die ihn von den anderen abhebt, dann wäre das etwas anderes. Aber dann wäre er auch in der Lage, einen anderen, besser bezahlten Job zu finden.


    So funktioniert der Markt.


    Und bevor du das verurteilst, überleg einfach mal, wie du einkaufen gehst: Vergleichen und sich für das beste Preis/Leistungsverhältnis entscheiden.

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Das tue ich bereits. Ich kaufe lieber im Fachhandel als im Internet. Und wenn mir die Beratung beim Fachhändler gefällt empfehle ich ihn auch weiter.

    Äpfel ≠ Birnen.


    Ich spreche nicht von Fach- vs. Versandhandel. Denn im Fachhandel hat man i.d.R. noch eine Dienstleistung mit dabei, die den höheren Preis rechtfertigt.


    Ich spreche von derselben Ware/Leistung.


    Zitat

    Hatte ich das behauptet?

    Du hast den Eindruck erweckt, dass du das Gebaren der Gewerkschaften und das derzeitige Streikrecht begrüßt. Sollte ich mich da getäuscht haben, dann bitte ich um Entschuldigung.


    Zitat

    Es gibt auch Unternehmen in denen AG und AN auf einer Ebene agieren. Alle bekommen das selbe. Der AG sitzt mit den AN am selben Frühstückstisch. Unterschiede gibt es da nicht. Modernes Unternehmertum?!

    Keine Ahnung. Ich halte es für dumm.



    Zitat

    War bei uns auch mal so, bis der AG den TV nicht mehr verlängert hat.

    Ein Tarifvertrag verhindert in der Regel eine leistungsorientierte Entlohnung.


    Zitat

    Das wollte Marx. ;)

    ... und unsere Gewerkschaften


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    Du verstehst überhaupt nicht was ich sagen will.

    Ganz offensichtlich, deshalb habe ich nachgehakt. Also stelle ich dir die Frage ein drittes Mal:


    Womit rechtfertigt der Arbeitnehmer in der von dir genannten Situation, in der er mangels Angebot zu keinem anderen Arbeitgeber wechseln kann, seinen Anspruch auf mehr Geld? Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber davon? Warum sollte er dir mehr Geld bezahlen, wenn es genug Arbeitskräfte auf dem Markt gibt, die gerne deine Stelle einnehmen würden?

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Diese Frage zeigt mir dass Du gegen Lohnerhöhungen bist solange Arbeitgeber nichts davon haben.

    Bist du bereit, für den gleichen Fernseher, das gleiche Handy, oder das gleich produzierte Ei, einfach so aus reiner Menschenfreude dem Händler gegenüber mehr zu bezahlen, obwohl du es nebenan günstiger bekommst?


    Zitat

    Eine gerechtere Zahlung kann dem Arbeitgeber durchaus helfen. Weniger Krankheitsfälle. Höhere Einsatzbereitschaft. Bessere Identifikationsbereitschaft mit dem Unternehmen. Höhere Bereitschaft, die Produkte des Unternehmens zu empfehlen.

    Was hat das mit Gerechtigkeit zu tun, wenn Arbeitgeber A zu einer Lohnerhöhung erpresst wird, aber Arbeitgeber B nicht?


    Zitat

    Oder anders ausgedrückt:
    Weshalb dem AG durch Lohnerhöhung Gewinne wegnehmen wenn er durch Einsatz von billigen Arbeitskräften die Gewinne vervielfachen kann? Nicht wirklich Dein Ernst?

    Du unterliegst da einem fatalen Irrtum. Du wirst nicht für den Gewinn des Unternehmens bezahlt, sondern für die Arbeit, die du erledigst.


    Denn nach deiner Logik müsste ein Arbeiter für dieselbe Tätigkeit bei Unternehmen A besser als bei Unternehmen B bezahlt werden, nur weil A mehr Gewinn macht als B. Und was ist, wenn das Unternehmen Verlust macht? Wird den Arbeitern dann auch Geld abgezogen? ;)


    Allerdings gibt es auch viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter am Unternehmenserfolg bezeiligen. Das geschieht i.d.R. jedoch über jährliche Bonuszahlungen, die eben von der Jahresbilanz abhängen. Oft ist die Bonifikation auch vom persönlichen Einsatz bzw. dem jeweiligen Anteil des Mitarbeiters am Erfolg gekoppelt.


    Ironischerweise ist das jedoch genau das Gegenteil dessen, was hinter Tarifverträgen steckt. Denn die machen alle Arbeiter gleich.


    Also was genau möchtest du nun? ;)

    Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Die Firmen erhöhen immer mehr die Preise. Davon sollten die AN/Bürger auch etwas habe. Bevor sich niemand mehr etwas leisten kann, und dadurch auch Firmen weniger einnehmen was wiederum schlecht für den Arbeitsmarkt wäre.

    Das ist die Idee, die seinerzeit Henry Ford hatte: Wenn er seinen Arbeitern mehr Geld bezahlt, dann können sie sich eine eigene Tin Lizzy leisten, womit das Geld wieder zu ihm zurück fließt.


    Das mag bei exklusiven Dingen wie einem Auto in einer Zeit, wo das absoluter Luxus war, vielleicht funktionieren. Denn schließlich war Ford damals der einzige auf dem Markt, der ein ansatzweise erschwingliches Modell anbot. Also war die Wahrscheinlichkeit, dass seine Mitarbeiter bei ihm einkaufen, sehr, sehr hoch.
    Aber glaubst du allen Ernstes, dass ein Hersteller von Ader-Endhülsen oder von Lenzpumpen seinen eigenen Umsatz steigert, wenn er seinen Mitarbeitern mehr Geld bezahlt?


    Meinst du jedoch, dass alle Arbeitgeber ihren Angestellten mehr Geld zahlen sollten, damit sie alle mehr Geld zum Konsumieren haben, dann hast du hier eine winzige Kleinigkeit übersehen. Das höhere Gehalt führt unweigerlich auch wieder zu höheren Preisen. Und dann war's das wieder mit der Gehaltserhöhung: Die Inflation frisst sie weg. Du hast zwar eine größere Zahl auf dem Gehaltszettel stehen, aber kannst dir dafür genauso viel wie vorher kaufen.



    Also nochmal die Frage: Womit rechtfertigt der Arbeitnehmer in der von dir genannten Situation, in der er mangels Angebot zu keinem anderen Arbeitgeber wechseln kann, seinen Anspruch auf mehr Geld? Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber davon? Warum sollte er dir mehr Geld bezahlen, wenn es genug Arbeitskräfte auf dem Markt gibt, die gerne deine Stelle einnehmen würden?