Beiträge von Gag Halfrunt

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    Original geschrieben von shelter
    Kann auch Taktik sein. "Wir wollten ja, aber das Angebot.."

    Das wäre nach dem Gepolter gestern unglaubwürdig, denn da hat er ja schon deutlich gemacht, dass ihn das Angebot überhaupt nicht interessiert und bis zum bitteren Ende weiter gestreikt wird.

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    Original geschrieben von mumpel
    Dann musst Du aber alle an der Zugfahrt beteiligten Mitarbeiter für Pünktlichkeit belohnen, und nicht nur die Lokführer. Sonst schaffst Du eine priviligierte Gesellschaft unter den Bahnmitarbeitern. Der Lokführer kann nicht pünklich sein ohne das Ortpersonal.

    Selbstverständlich.


    Bei leistungsorientierter Bezahlung werden die Kennzahlen herangezogen, die im Einflussbereich des jeweiligen Mitarbeiters liegen.


    Die Pünktlichkeit war jetzt nur mal ein Beispiel. Bei dem Lokführer selbst könnte da ja auch noch der von dir erwähnte Energieverbrauch ein weiterer Bestandteil sein, bei dem Zugpersonal die Menge der Kundenbeschwerden, beim Entstörtrupp die Geschwindigkeit der Störungsbeseitigung, beim Wartungspersonal die Ausfallrate der Züge, usw.


    Daraus wird dann für jede Berufsgruppe ein individuelles Paket geschnürt aus allen Teilen, die diejenigen Mitarbeiter durch die Qualität ihrer Arbeit beeinflussen können.


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    Original geschrieben von mumpel
    Und das mit den Kunden ist kein "Schuldsuchen". Wenn sich Fahrgäste an die Gurgel gehen muss der Zug stehenbleiben und die BP zugezogen werden. Auch Kunden können mit dem richtigen Verhalten die Pünktlichkeit positiv beeinflussen. Aber wenn alle Kunden in/aus einen Einstieg/Ausstieg wollen, weil der Weg zum anderen Einstieg/Ausstieg zu weit ist, ist die Pünktlichkeit schnell dahin.

    Doch, ist es. Der Kunde ist König. Punkt.


    Das Zugpersonal hat für den reibungslosen Ablauf zu sorgen. Das ist sein Job.


    Die sollten sich evtl. einmal eine Scheibe beim Flugzeugpersonal abschneiden. Da liegen einfach Welten dazwischen, was die Kundenorientierung und das Kundenmanagement betrifft.

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    Original geschrieben von mumpel
    Mal davon abgesehen können auch Lokführer nichts für Verspätungen. Wenn die Technik ausfällt kann man nicht mehr pünktlich sein. Und die Schiene ist nicht die Autobahn, auf der man eben mal schnell auf die Tube drücken kann. Aber auch Kunden verursachen einen großen Teil der Verpätungen, z.B. wenn 100 Leute in einen kleinen Triebwagen erzwingen ihre Fahrräder mitnehmen zu können (das Problem haben wir jedes Jahr).

    Jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber genau das ist das Problem: Man sucht die Schuld immer bei dem anderen. Nein, ich kann nichts dafür, es war die Strecke, das Wetter, die Kunden, usw.


    Statt zu überlegen, was man selbst dazu beitragen kann, dass Störungen ausbleiben oder ihre Folgen möglichst klein bleiben, sucht man lieber nach einem Sündenbock, dem man das in die Schuhe schieben kann.


    Wieso sollten dann diejenigen am Unternehmenserfolg beteiligt werden? Wenn man sich doch schon nicht dafür verantwortlich sieht, dass ein Zug pünktlich ist, wie kann man dann verantwortlich für den Umsatz des Unternehmens sein? Daran sind doch auch in erster Linie die Kunden "schuld". ;)


    Verstehst du, worauf ich hinaus will?


    Wenn alle ihren Job machen würden, dann gäbe es praktisch keine Verspätungen (mal von von unvorhersehbaren Katastrophen abgesehen).


    Wären die Züge und die Strecken stets in einwandfreiem Zustand, wäre das Passagiermanagement an den Bahnhöfen perfekt, würde man rechtzeitig mehr Kapazitäten für die an Sommer-Wochenenden völlig überraschend auf den Zug einstürzenden Radfahrer einplanen, hätte der Zugführer sein Team immer perfekt im Griff, wenn das alles so funktionieren würde, wie es eigentlich sollte, dann wären die Züge pünktlich.


    Jeder trägt dazu bei, dass eine solche Maschinerie funktioniert. Doch wenn es schon den Leuten ganz unten furzegal ist und man die Schuld sogar beim Kunden sucht, dann kann das nicht funktionieren.

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    Original geschrieben von mumpel
    Und genau dieser Ansporn fehlt bei den kleinen Arbeitnehmern (überall). Den kleinen Arbeitnehmer muss man ja nicht anspornen, den kann man drohen mit den Worten "draußen vor der Tür stehen welche die billiger sind".

    Warum fordern dann die Gewerkschaften für den "kleinen Mann" nicht variable Vergütungen, sondern halten an dem starren, nicht leistungsorientierten Gehaltsmodell fest?


    Ich wäre der erste, der es befürworten würde, wenn ein Lokführer eine Prämie erhält, wenn der Zug pünktlich ist.

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    Original geschrieben von Brainstorm
    Wenn ich das hier so durchlese, komme ich zu einem anderen Schluss. Die GDL will zB auch Erfolgsabhängige Zahlungen für das Zugpersonal.

    Da steht "Gewinnbeteiligung". Das ist etwas völlig anderes. Du kannst selbst stinkfaul sein, so lange der Konzern Gewinn macht, bekommst du Kohle.


    Variable Gehaltsanteile berücksichtigen üblicherweise sowohl den Unternehmenserfolg, als auch den eigenen Anteil daran.


    Zitat

    Derzeit bekommen zB Vorstände und Teamleiter Bonuszahlungen wenn durch die Arbeit der Lokführer (zB Sparsame Fahrweise) Energie eingespart wird. Warum kriegt das Geld der Teamleiter? Was hat der damit zu tun? Und wo ist der Anbreiz für den Lokführer sparsam zu fahren, wenn er nix dafür bekommt?

    Frag die GDL, warum sie dies nicht will.

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    Original geschrieben von Pitter
    Aber den verlinkten Beitrag im Handelsblatt hast du dir nicht durchgelesen. Dort steht, die Bahn hat ihre Ziele verfehlt und der Vorstand lässt sich trotzdem diese gewaltige Bonuserhöhung genehmigen.

    Hast du ihn denn gelesen? Was genau wurde denn verfehlt? Na?

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    Original geschrieben von mumpel
    Bitte nicht so. Es geht doch nicht darum was/wer mehr kostet, sondern darum dass sich die einen nehmen was sie den anderen nicht zugestehen.

    Entgegen der landläufigen Meinung ist das kein Selbstbedienungsladen. Die Gehälter sind auch in den oberen Etagen vertraglich festgelegt.

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    Das hat auch nichts mit Neid zu tun.

    Doch, ist es.

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    Ohne die gute Arbeit der Belegschaft wären auch keine Boni möglich.

    Ohne die gute Arbeit der betreffenden Verwaltungsangestellten auch nicht.


    Der Bonus ist der variable, erfolgsabhängige Anteil des Gehalts. Es ist der Ansporn, einen guten Job zu machen.


    Das ist etwas, was die gewerkschaftlich organisierte Belegschaft ja nicht will. Sie wollen ein festes Gehalt, völlig unabhängig davon, wie gut sie ihre Arbeit machen und wie gut es dem Unternehmen geht.


    Ein Angestellter mit variablem Gehalt übernimmt selbst ein Teil des Risikos, ein Tarifangestellter nicht.


    Wie wäre es denn, wenn z.B. die Lokführer, die Streckenarbeiter, die Zugbegleiter, usw. ein variables Gehalt hätten, das von der Pünktlichkeit der Züge abhängt?


    Zitat

    Mal davon abgesehen kommt alles Geld von den Kunden, und ohne Kunden kein Geschäft.

    Und die ist man ja gerade dabei, bestmöglich zu vergraulen.

    Passiert. Man bekommt ja auch Schnappatmung, wenn man diese Leistungswerte sieht.


    Die Dinger lohnen sich halt überall dort, wo es zu aufwändig wäre, eine zentrale Warmwasserversorgung über die Heizung oder eine Gastherme einzubauen. Oder wenn man es zu unregelmäßig braucht, wie z.B. im Wochenendhäuschen.