Zitat
Original geschrieben von mumpel
Mal davon abgesehen können auch Lokführer nichts für Verspätungen. Wenn die Technik ausfällt kann man nicht mehr pünktlich sein. Und die Schiene ist nicht die Autobahn, auf der man eben mal schnell auf die Tube drücken kann. Aber auch Kunden verursachen einen großen Teil der Verpätungen, z.B. wenn 100 Leute in einen kleinen Triebwagen erzwingen ihre Fahrräder mitnehmen zu können (das Problem haben wir jedes Jahr).
Jetzt bitte nicht falsch verstehen, aber genau das ist das Problem: Man sucht die Schuld immer bei dem anderen. Nein, ich kann nichts dafür, es war die Strecke, das Wetter, die Kunden, usw.
Statt zu überlegen, was man selbst dazu beitragen kann, dass Störungen ausbleiben oder ihre Folgen möglichst klein bleiben, sucht man lieber nach einem Sündenbock, dem man das in die Schuhe schieben kann.
Wieso sollten dann diejenigen am Unternehmenserfolg beteiligt werden? Wenn man sich doch schon nicht dafür verantwortlich sieht, dass ein Zug pünktlich ist, wie kann man dann verantwortlich für den Umsatz des Unternehmens sein? Daran sind doch auch in erster Linie die Kunden "schuld". 
Verstehst du, worauf ich hinaus will?
Wenn alle ihren Job machen würden, dann gäbe es praktisch keine Verspätungen (mal von von unvorhersehbaren Katastrophen abgesehen).
Wären die Züge und die Strecken stets in einwandfreiem Zustand, wäre das Passagiermanagement an den Bahnhöfen perfekt, würde man rechtzeitig mehr Kapazitäten für die an Sommer-Wochenenden völlig überraschend auf den Zug einstürzenden Radfahrer einplanen, hätte der Zugführer sein Team immer perfekt im Griff, wenn das alles so funktionieren würde, wie es eigentlich sollte, dann wären die Züge pünktlich.
Jeder trägt dazu bei, dass eine solche Maschinerie funktioniert. Doch wenn es schon den Leuten ganz unten furzegal ist und man die Schuld sogar beim Kunden sucht, dann kann das nicht funktionieren.