Ich bin auch kein großer Fan von vertraglicher Entstörerei, weil sich viele Fehler eben nicht schnell entstören lassen. Jeder nölt zwar mit seinen Verdienstverlusten, aber das ist nur Gewäsch, um Druck zu machen. Richtig schlimm sind falsche automatische Ansagen (Kunden rufen nicht erneut an, Konkurrenz) oder längere Ausfälle. Da helfen oft nur Rufumleitungen.
Problematisch sehe ich zwei Dinge:
– Redundanz, also was macht Ihr, wenn eine Komponente ausfällt?
Hier hilft oft bereits eine Rufumleitung auf ein Mobiltelefon, bei Nicht-eingebucht-sein (kann man im Internet-Portal einrichten). Selbst innovaphone – ein Telco-Hersteller mit 21 Jahren – hat das so gemacht, als die letzten Monat umgezogen sind. Unfassbar, aber so sind deutsche Unternehmen heutzutage drauf.
– Anzahl Sprachkanäle
Wieviel Telefonate könnt Ihr gleichzeitig über Euren Tarif führen? Mit einem Privatkunden-Tarif bei der Telekom sind das nach meinem letzten Stand nur 4. Nächste Baustelle: Die FRITZ!Box hat noch eine alte DECT-Basis, die nur maximal 3 Sprachkanäle kann. Man müsste mal probieren, ob bei Abschaltung von HD-Voice mehr geht. An eine FRITZ!Box kannst Du zusätzlich noch verkabelt Telefone anschließen. So kommst Du pro analog Telefon auf einen weiteren Sprachkanal und über ISDN nochmals zwei. Bastelei. Auf dem Markt finden sich auch DECT-Basen, die 4 Gespräche mit HD-Voice und 8 ohne HD-Voice schaffen: Panasonic KX-TGP600 und Yealink W60B. Bei diesen Lösungen habt Ihr den Vorteil, dass auch DECT-Tischtelefone angeboten werden. Kollegen mit Hang zu Tischtelefon bekommen so ein Tischtelefon. Alle anderen ein Mobilteil. Bei Yealink habt Ihr den Vorteil, dass man die Tisch-Telefone (Yealink T42S) auch als eigenständige SIP-Telefone nutzen könnte – wenn Ihr mal größer werdet. Aber so schön das alles klingt, soviel Bastelei ist das auch. Diese Teile sind alles andere als Business tauglich – nach meiner Erfahrung; habe das alles zum Test hier. Gibt noch Gigaset – aber deren Single-Cell DECT-Basis kann auch nur maximal 4 Gespräche gleichzeitig.
Kurz:
Mit einem Privatkunden-Tarif und einer FRITZ!Box kommst Du hin, wenn Du bei maximal 6 Mitarbeitern bleiben willst. Mit DECT kommst Du hin, wenn Du nie mehr als 3 Gespräche gleichzeitig führen willst. Dann reicht bereits eine FRITZ!Box 7362 SL über eBay. Dann noch sechs Gigaset CL660HX. Dann noch 12 Eneloop Lite Akkus. Macht für die Hardware einmalig 300 €. Fertig. Alles einmal bevorraten (eine weitere FRITZ!Box, Gigaset Mobilteil und zwei Akkus), macht dann insgesamt 375 €. Damit seit Ihr besser aufgestellt, als so mach kleine Firma. Tisch-Telefon: Gigaset T480HX.
Die Lösung mittels Gigaset Pro kostet etwa 65€ pro Arbeitsplatz (S650H PRO + Eneloop Lite), also 20€ mehr. Plus die DECT-Basis 35€ (N510 IP Pro) über eBay. Plus irgendeine FRITZ!Box 25€ (FRITZ!Box 7362 SL). Macht also 450€. Alles einmal bevorraten macht dann ingesamt 550€. Also 175€ extra für den einen zusätzlichen Sprachkanal. Aber nach meinen Tests – Bastelei – gehen auch CL660HX; damit wären das dann nur 35€ extra. Tisch-Telefon gibt es auch: Gigaset Pro Maxwell C.
Die nächste Stufe wäre dann:
a) alles Mobiltelefon,
b) alles SIP-Telefon,
c) oder mit DECT basteln.
Die nächste-nächste Stufe wäre dann:
… sich einen Dienstleister holen, der sich um alles kümmert – auch im Störfall. Das ist die Lösung für kleine Unternehmen, die laufend telefonieren, also Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte.