ABER dann hier Hilfe bekommen geht gar nicht, denn wie du schon angemerkt hast, sind es dann keine armen Leute.
Arm im Sinne, dass sie mit dem Becher an der U-Bahn-Station sitzen, sind sie nicht.
Aber das Auto sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, was man noch an Geld hat.
Genauso wie hier, oder sogar noch viel mehr ist es üblich das Auto auf Kredit zu kaufen, genauso wie die Wohnung in der man lebt.
In Kiew wohnen dreiköpfige Familien in der Regel in 2 Zimmer Wohnungen, im 30-stöckigen Wohnblock.
Mehr kann man sich nicht leisten, dafür hat man schon Jahre gespart und musste einen Kredit aufnehmen.
Jetzt musste man seine Wohnung mit der kompletten Einrichtung verlassen, weiß nicht ob, oder wann man zurückkann, und ob das Haus dann überhaupt noch da ist. Seinen Job hat man auch verloren, dadurch auch kein Einkommen mehr.
Wer genug finanzielles Puffer hatte, hat die Ukraine nicht sofort verlassen, sondern ist in den Westen des Landes geflohen.
In der Hoffnung, das Ganze ist nach ein paar Wochen vorbei.
Woher ich das alles weiß? Die Nachbarin ist Ukrainerin, lebt schon seit Jahrzehnten hier. Und wir reden regelmäßig über die Situation.
Der Großteil ihrer Familie lebt auch noch dort, aktuell etwa 20 km von der Front entfernt.
Anfangs hat sie immer wieder versucht sie zu überreden, kommt her, bringt euch in Sicherheit.
Sie wollen nicht, dort ist ihre Heimat.
Was mir in Verbindung mit ukrainischen Fahrzeugen auffällt, der aggressive Fahrstil, das sind wir nicht gewohnt.
Wenn jetzt die Italiener zu uns fliegen müssten, wäre es aber nicht anders 