Re: Schreibe schlechte Noten in Mathe - Was tun?
So, denn will doch auch mal der Foren-Psychoonkel mit der Mathe-LK inkl. Mathe-LK-Nachhilfe - Vergangenheit (und der die viele Methodik im FB der Uni Gießen als das Mindestmaß an Mathe im Psychostudium ansieht - zur Ärgernis 80% sämtlicher Kommilitonen :D) was zu sagen:
Wie schon geschrieben wurde, muss dringend (!) unterschieden werden zwischen:
1. fehlendem Wissen und Können
2. mangelhaftem Abruf des Könnens.
So wie ich es rausgelesen habe, bescheinigen Dir die Nachhilfelehrer, dass Du die Sachen grundsätzlich kannst. Klar, wenn Du Lücken im Wissen hast, wirst Du Schwierigkeiten haben egal in welcher Situation. Da hilft nur: Lücken identifizieren und diese durch lernen schließen. Und hier stimme ich zu: Übung macht dem Meister.
Zitat
Original geschrieben von hecke
Es ist immer so, dass meine Freunde/Nachhilfelehrer/Bekannte sagen, dass ich das entsprechende Thema beherrsche, doch ich selbst nie das Gefühl habe und somit dann auch immer sehr nervös in die Klausur gehe, um mir dann am Ende die schlechten Noten abzuholen.
Warum ist das (fett hervorgehobene) so?
Hier tät ich mal ansetzen. Denn das fängt dann schon damit an, dass die Wissensaufnahme gestört ist, wenn Du da mit negativen Selbstgeißelungen sitzt und lernst. So Glaubenssätze "das raff ich eh nicht" führen einen direkt in eine schöne Trance mit der Folge, dass man natürlich nix rafft 
Und wenn Du dann noch mit blöden Glaubenssätzen und Erwartungen in Klausuren geht, wird das nur schlimmer. "Mathe kann ich eh nicht" ist nicht nur ne blöde Rechtfertigung, sondern auch der Tritt vor's eigene Schienbein und der Schlag auf's eigene Selbstbewusstsein und Minderung der Selbstwirksamkeit.
So wie Du das schreibst und auch mit Deiner "Karriere" mit seit Jahren grenzwertigen Noten geh ich mal fest von aus, dass sich da bei Dir schon was festgesetzt hat
Aber auch sowas lässt sich auflösen, nur eben nicht von nem Nachhilfelehrer, sondern von jemand, der von den hier auftretenden Funktionen der Psyche Bescheid weiß 
Selbiges gilt übrigens auch auf dem Fußballplatz: wenn es Dein Vater schafft, hat er Dir bald die Konzentrationsschwäche vollends eingeredet
Nicht umsonst flitzen in den ersten Ligavereinen, bei den meisten Nationalmannschaften und v.a. bei sämtlichen Olympioniken "Mentalcoaches" mit rum. Die arbeiten mit Dir aus, wo Deine Zone der besten Leistungsfähigkeit ist und wie Du da quasi wie mit Schalter umlegen sofort reinkommst. Und dafür braucht es POSITIVE Erinnerungen und Bilder!
Zunächst mal solltest Du gucken, was *DU* für Dich als "Diagnose" hast. Was Dein Vater und Deine Freunde sagen, interessiert mich wenig, denn wichtig ist nur, wie Du Dir Deine Realität konstruierst und wie Du Dich damit durch den Tag hypnotisierst. Also guck da nochmal genauer hin! 
Ein Patentrezept hab ich natürlich nicht, nur auch an "mentalen Schwierigkeiten" lässt sich was machen. Da gibt es inzwischen zig Sachen gegen Prüfungsangst - Konfrontation, mentales Training und was weiß ich. Da müsstest Du halt mal gucken, wer Dich in Deiner Umgebung für paar Einheiten begleiten kann.
So, bevor's ins Kino geht, muss ich doch hier auch noch was zu schreiben 
Zitat
Original geschrieben von Jochen
Meine ganz eigene Theorie, die vielleicht auch nur eine Art Trost ist, ist die:
es gibt Mathe-Gehirne und es gibt Nicht-Mathe-Gehirne. 
Und diese Theorie ist - auch wenn weit verbreitet in Deutschland
- schlichtweg Dummfug. Wer Sprache kann, kann prinzipiell auch Mathematik. Es ist nur eine andere Sprache die Welt zu beschreiben und zwar auf einem höchst abstrakten Niveau. Und es werden Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten beschrieben - genau wie auch die Grammatik einer Sprache Gesetzmäßigkeiten beschreibt und die wendet (fast) jeder auch täglich an. Gravierender Unterschied: die Regeln der Grammatik lernen wir schon als Kind, sprich, das läuft automatisiert; für abstraktes Denken hingegen müssen wir das Gehirn anstrengen
Mehr dazu im von mir hier schon oft empfohlenen Buch "Keith Devlin: Das Mathe-Gen."
Soweit erstmal...