Beiträge von Leverkusen

    Steuerliches Entlastungspaket - Lindner stellt seine neuen Pläne vor


    Kern der Entlastung ist eine Erhöhung des Grundfreibetrages in zwei Stufen. Damit ist klar, je mehr Steuern man zahlt, desto mehr profitiert man. Nach ersten Berechnungen entfallen 90% der Entlastung auf die oberen 30% der Einkommen. Geringverdiener unterhalb des Steuerfreibetrages profitieren bei diesem Modell logischerweise gar nicht. Quasi Robin Hood umgekehrt. Man nimmt es über die Inflationsbedingt gestiegene Mehrwertsteuer von den "armen", und gibt es über den Freibetrag den "reichen". Kostenpunkt, rund 10 Mrd Euro, also genau so viel wie das 9€-Ticket, für das angeblich gar kein Geld da ist. Wenn die SPD und die Grünen jetzt Eier in der Hose haben, koppeln sie ihre Zustimmung zu einem steuerlichen Entlastungspaket an die Zustimmung der FDP zu einer dauerhaften Verlängerung des 9€-Tickets.

    Ist doch auch mal richtig, etwas in der Mitte ankommen zu lassen, ansonsten lohnt sich Leitung irgendwann halt nicht mehr. Man kann nicht immer nur nach ganz unten weiterreichen und dabei die Leistungsträger in der Mitte vergessen bzw. unendlich bluten lassen.

    Feinkost Albrecht zahlt ja auch sehr gut.

    100k€ jährliche Brutto-Einnahmen im Haushalt mit 2 Personen sind aus meiner Sicht nicht normal. Da muss schon mindestens einer der beiden studiert haben oder sonstwie einen guten Job haben. Wenn einer der beiden Busfahrer, und der andere Kassierer/Regaleinräumer bei Feinkost Albrecht ist, werden 100k€ kaum erzielt.

    Ist das verwerflich, dass man in seine Zukunft durch Bildung investiert hat? Man hat dafür vielleicht auch einige Jahre ohne wirkliches Einkommen in Kauf genommen oder richtig neben dem Studium gebuckelt und womöglich berufsbegleitend studiert und da auch finanziell ordentlich investiert.

    100 Tsd€ Brutto für 2 Erwachsene ist problemlos noch gehobene Mittelschicht. 2 mal 4200 mit Bachelor ist problemlos als Monatsgehalt zu erreichen. Z.B. ERA stufe 9 mit Hochschulabschluß in Bayern für Metall +Elektro (Siemens, BMW etc pp) sind 4165€ Einstiegsmonatsgehalt (2018 ohne Urlaubsgeld, 13. etc pp). TVÖD Öffentlicher Dienst liegt E9/10 zumindest nach ein paar Jahren auch gut über 4000€.

    100 Tsd€ Netto wäre schon ein anderes Kaliber...


    Oder um aus einem Bertelsmann Papier zu zitieren (Hervorhebung von mir, sprich es geht im Nettoeinkommen), https://www.bertelsmann-stiftu…elt-die-mittelschicht-all

    Jetzt mal im Ernst, 100t€ ist als Paar/Familie doch wirklich gut machbar mit 2 Bürojobs im Haushalt. Selbst Feinkost Albrecht zahlt stellvertretenden Filialleitern 50t + EUR.


    Und damit liegt man doch wahrlich nicht in besonderen gehaltlichen Gefilden. Sondern, wie erwähnt, wird überall gemolken, weil man immer wieder knapp unterhalb der Deckelungen liegt (wie in unserem Fall bei den Kita-Gebühren ~400€ PLUS 65€ Kostgeld je Kind). Das heißt, knappe 550€ gehen in unserem Fall direkt mal vom netto weg. Natürlich blöd, dass wir tatsächlich knapp 300€ über der Jahreseinkommens-Schwelle der höheren Stufe liegen und dafür rund 80€/Monat bzw. knappe 1000€ mehr zahlen "dürfen".

    Nehmen wir als Beispiel nen einfachen Zoobesuch in Hannover:


    Sozialticket: Kind (3 bis 16 Jahre) - 8,50€ / Erwachsene - 13,30€


    Normale Preise: Kind (3 bis 16 Jahre) - AB 15,60€ / Erwachsene - AB 24,45€


    Also im besten Fall (da Preise gestaffelt sind je nach Besuchszeit) in unserem Beispiel bei 2 Kindern und 2 Erwachsenen 36,50€ MEHRkosten. Und somit überlegen wir 2x ob wir uns einen Tag im Zoo mit den Kindern leisten können, da zum Eintritt ja auch immer noch die Fahrt und die Nebenkosten wie Verpflegung kommt, denn auch da sind ganz schnell mal eben 200€ vom netto an einem Tag weg.


    Und so ist das ganz häufig: Nicht arm genug, um immer wieder subventioniert zu werden und nicht reich genug, um die Belastungen nicht deutlich zu spüren.


    Das ist es doch. Was spricht gegen ein 365€ Jahresticket? Das wäre eine vernünftige Größenordnung und sowohl für Pendler als auch Gelegenheitsfahrer eine durchaus attraktive Sache, die sich jeder, der wirklich mobil sein möchte, leisten kann und die Allgemeinheit nicht über Gebühr belastet.

    Wer von Gratismentalität spricht, weil das Volk für 9€ mit dem Bummelzug fahren will, aber gleichzeitig einen steuerfinanzierten Dienstwagen samt Chauffeur, die Fahrbereitschaft des Bundestages, Flugbereitschaft der Luftwaffe, und eine Bahncard100 als Selbstverständlichkeit ansieht, der zeigt nur wessen Geistes Kind er ist. Aber die FDP war schon immer die Partei der sozialen Kälte. Ich erinnere nur an Westerwelles Ausfall mit der "spätrömischen Dekandenz". Da hat sich auch unter Lindner nichts geändert.


    Diese Karikatur, die ich auf Twitter gefunden habe, trifft es recht gut

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    Wobei Lindner im Kern durchaus Recht hat mit seiner Aussage vor dem Hintergrund, dass - Umfragen zufolge - nahezu keine Verlagerung vom Auto auf den ÖPNV stattgefunden hat, sondern nur zusätzliche Fahrten. Und zwar einfach nur, "weil man es kann". Und genau dies soll und kann nicht Zweck dieser Milliardensubvention sein. Was man gerne vergisst: Irgendwer zahlt den Spaß ja auch. Achja, sind ja nur die vermeintlich "Reichen".

    Tatsächlich vergisst man dabei ganz schnell die sogenannte Mittelschicht, die nicht arm genug ist, um alles subventioniert zu bekommen, aber auch nicht so vermögend, als dass denen alle Kosten egal sein können. Ich rede hier beispielsweise von einer Familie mit rund 100.000 EUR Jahreseinkommen und zwei kleinen Kindern mit einem einfachen Haus im Speckgürtel einer Großstadt, die quasi alles bezahlen müssen und wenig bis gar nichts zurück bekommen.


    Das wären dann ja über 6.000 KWh im Jahr, das finde ich schon extrem viel. Ich komme hier auf so 1.850 KWh im Jahr. Selbst alle drei WE zusammen kommen nur so auf 5.800 KWh im Jahr.

    Ist ein Gebäude von 1997 und wird mit einem ölbefeuertem Dreizug-Niedertemperaturheizkessel geheizt, also für damalige Verhältnisse schon relativ modern.

    nö. Ich schrieb vom Winter mit 15-20 kWh/Tag. Im Sommer müssen wir nichts an Strom zukaufen. Da sind wir autark.

    Solange keine Elektromobilität im Spiel ist würden 20 KWh in der Tat meist für 3-4 Tage reichen. Aber für ein Elektroauto sind 20 KWh nicht viel. Je nachdem mit wieiviel Ladeverlust, abhänging davon ob man es direkt über Gleichstrom oder über DC -> AC -> DC Umwandlung macht entspricht das gerademal so 3,7l bis 4,8l Diesel. Das ist nichtmal ein voller, kleiner Reservekanister.

    Sorry, das glaube ich nicht. Wir haben ein "normales" Einfamilienhaus mit Luft-Wärme-Pumpe, Lüftungsanlage, Photovoltaik nebst ~10kwh-Batterie und Solar. Im Winter haben wir in der Konstellation ohne unseren Hybriden einen Tagesbedarf (!) von 15-20 kwh im Haus.

    Und da ja alle möglichst bald auf eMobilität umsteigen sollen, kommt man mit 5 kwh/Tag wie von dir veranschlagt nicht weit.