Beiträge von Leverkusen

    Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. Einerseits muss sich Bildung lohnen (Stichwort Qualifikationsrendite), andererseits darf es nicht soweit kommen, dass bestimmte Beschäftigungsgruppen sich das Leben in bestimmten Regionen nicht mehr leisten können.

    Völlig richtig.

    Hier sind jedoch die Arbeitgeber gefragt, entsprechende Löhne zu zahlen und nicht der Staat. Und wie erwähnt, darf man den Arbeitsunwilligen nicht noch mehr Anreize geben, dass Sozialsystem für ihre Unwilligkeit zu missbrauchen.

    Aus meiner auch nicht. 50000€ Brutto, bei rund 250 Arbeitstagen im Jahr und 8 Stunden am Tag entspricht einem Stundenlohn von 25€, also unter der Annahme dass der Mann den selben Stundenlohn bekommt wie die Frau, was bekanntlich eher unrealistisch ist, Stichwort Gender Pay Gap. Wenn man das noch berücksichtigt müsste der Stundenlohn des Mannes schon über 30€ liegen. Ein Jahresbrutto von 50000€ und mehr haben laut statistischem Bundesamt nur etwa 1/4 der lohnsteuerpflichtig beschäftigten Bevölkerung, welche wiederum mit rund 45 Millionen etwas mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung darstellen. Gerechnet auf diese Gesamtbevölkerung sind es also round about 1/8, das über solche Einkünfte verfügt, oder anders gesagt, fast 90% liegen darunter.


    Wenn es der FDP darum ging die Mitte zu entlasten hätte man die Steuersätze an sich angepackt und den Spitzensteuersatz belassen wie er ist. Das ist aber offenkundig nicht das Ziel. Die Mitte ist hier lediglich ein Feigenblatt, mit der die Mövenpick-Partei ihre Porsche fahrende Klientel beschenken will, und sonst niemanden.

    Na dann rechne mal nur mit der erwerbsfähigen Bevölkerung und nimm die Rentner und Kinder etc. aus deinen Zahlen raus, dann sehen die Verteilungen (90% sind ja hier rein populistisch) schon wieder ganz anders aus... Und nochmal, natürlich muss sich Leistung und auch die Vorleistung des einzelnen in Form von (Aus-)Bildung auszahlen. Ich empfinde die permanenten Schreie nach Umverteilung nach unten als ungehörig.


    Vielleicht sollte sich mancher Bezieher von Lohnersatzleistungen mal die Frage stellen, ob er nicht doch arbeiten könnte/wollte. Dass man aus körperlichen und/oder geistigen Gründen arbeitsunfähige Menschen unterstützt, ist gut und richtig. Nur mittlerweile verkommt dieses Land aus meiner Sicht zu einer Nation Arbeitsunwilliger, die ordentlich gepampert werden und immer lauter nach mehr schreien, statt sich mal zu bemühen, aus diesem Missstand herauszukommen und dann wegen mir auch gern mit Aufstockungen belohnt werden. Nur diese Vollkaskomentalität der Asozialen kotzt nur noch an.


    Aktuell verdient meine Frau (als Beamtin) sogar tatsächlich mehr als ich. Und Gender Pay Gap ist zwar ein nettes Schlagwort, hat jedoch häufig auch seine Gründe, die oftmals vergessen werden. Dazu kommt, dass diese Lücke in tarifgebundenen Unternehmen für gewöhnlich kaum bis gar nicht vorhanden ist.

    Steuerliches Entlastungspaket - Lindner stellt seine neuen Pläne vor


    Kern der Entlastung ist eine Erhöhung des Grundfreibetrages in zwei Stufen. Damit ist klar, je mehr Steuern man zahlt, desto mehr profitiert man. Nach ersten Berechnungen entfallen 90% der Entlastung auf die oberen 30% der Einkommen. Geringverdiener unterhalb des Steuerfreibetrages profitieren bei diesem Modell logischerweise gar nicht. Quasi Robin Hood umgekehrt. Man nimmt es über die Inflationsbedingt gestiegene Mehrwertsteuer von den "armen", und gibt es über den Freibetrag den "reichen". Kostenpunkt, rund 10 Mrd Euro, also genau so viel wie das 9€-Ticket, für das angeblich gar kein Geld da ist. Wenn die SPD und die Grünen jetzt Eier in der Hose haben, koppeln sie ihre Zustimmung zu einem steuerlichen Entlastungspaket an die Zustimmung der FDP zu einer dauerhaften Verlängerung des 9€-Tickets.

    Ist doch auch mal richtig, etwas in der Mitte ankommen zu lassen, ansonsten lohnt sich Leitung irgendwann halt nicht mehr. Man kann nicht immer nur nach ganz unten weiterreichen und dabei die Leistungsträger in der Mitte vergessen bzw. unendlich bluten lassen.

    Feinkost Albrecht zahlt ja auch sehr gut.

    100k€ jährliche Brutto-Einnahmen im Haushalt mit 2 Personen sind aus meiner Sicht nicht normal. Da muss schon mindestens einer der beiden studiert haben oder sonstwie einen guten Job haben. Wenn einer der beiden Busfahrer, und der andere Kassierer/Regaleinräumer bei Feinkost Albrecht ist, werden 100k€ kaum erzielt.

    Ist das verwerflich, dass man in seine Zukunft durch Bildung investiert hat? Man hat dafür vielleicht auch einige Jahre ohne wirkliches Einkommen in Kauf genommen oder richtig neben dem Studium gebuckelt und womöglich berufsbegleitend studiert und da auch finanziell ordentlich investiert.

    100 Tsd€ Brutto für 2 Erwachsene ist problemlos noch gehobene Mittelschicht. 2 mal 4200 mit Bachelor ist problemlos als Monatsgehalt zu erreichen. Z.B. ERA stufe 9 mit Hochschulabschluß in Bayern für Metall +Elektro (Siemens, BMW etc pp) sind 4165€ Einstiegsmonatsgehalt (2018 ohne Urlaubsgeld, 13. etc pp). TVÖD Öffentlicher Dienst liegt E9/10 zumindest nach ein paar Jahren auch gut über 4000€.

    100 Tsd€ Netto wäre schon ein anderes Kaliber...


    Oder um aus einem Bertelsmann Papier zu zitieren (Hervorhebung von mir, sprich es geht im Nettoeinkommen), https://www.bertelsmann-stiftu…elt-die-mittelschicht-all

    Jetzt mal im Ernst, 100t€ ist als Paar/Familie doch wirklich gut machbar mit 2 Bürojobs im Haushalt. Selbst Feinkost Albrecht zahlt stellvertretenden Filialleitern 50t + EUR.


    Und damit liegt man doch wahrlich nicht in besonderen gehaltlichen Gefilden. Sondern, wie erwähnt, wird überall gemolken, weil man immer wieder knapp unterhalb der Deckelungen liegt (wie in unserem Fall bei den Kita-Gebühren ~400€ PLUS 65€ Kostgeld je Kind). Das heißt, knappe 550€ gehen in unserem Fall direkt mal vom netto weg. Natürlich blöd, dass wir tatsächlich knapp 300€ über der Jahreseinkommens-Schwelle der höheren Stufe liegen und dafür rund 80€/Monat bzw. knappe 1000€ mehr zahlen "dürfen".

    Nehmen wir als Beispiel nen einfachen Zoobesuch in Hannover:


    Sozialticket: Kind (3 bis 16 Jahre) - 8,50€ / Erwachsene - 13,30€


    Normale Preise: Kind (3 bis 16 Jahre) - AB 15,60€ / Erwachsene - AB 24,45€


    Also im besten Fall (da Preise gestaffelt sind je nach Besuchszeit) in unserem Beispiel bei 2 Kindern und 2 Erwachsenen 36,50€ MEHRkosten. Und somit überlegen wir 2x ob wir uns einen Tag im Zoo mit den Kindern leisten können, da zum Eintritt ja auch immer noch die Fahrt und die Nebenkosten wie Verpflegung kommt, denn auch da sind ganz schnell mal eben 200€ vom netto an einem Tag weg.


    Und so ist das ganz häufig: Nicht arm genug, um immer wieder subventioniert zu werden und nicht reich genug, um die Belastungen nicht deutlich zu spüren.


    Das ist es doch. Was spricht gegen ein 365€ Jahresticket? Das wäre eine vernünftige Größenordnung und sowohl für Pendler als auch Gelegenheitsfahrer eine durchaus attraktive Sache, die sich jeder, der wirklich mobil sein möchte, leisten kann und die Allgemeinheit nicht über Gebühr belastet.

    Wer von Gratismentalität spricht, weil das Volk für 9€ mit dem Bummelzug fahren will, aber gleichzeitig einen steuerfinanzierten Dienstwagen samt Chauffeur, die Fahrbereitschaft des Bundestages, Flugbereitschaft der Luftwaffe, und eine Bahncard100 als Selbstverständlichkeit ansieht, der zeigt nur wessen Geistes Kind er ist. Aber die FDP war schon immer die Partei der sozialen Kälte. Ich erinnere nur an Westerwelles Ausfall mit der "spätrömischen Dekandenz". Da hat sich auch unter Lindner nichts geändert.


    Diese Karikatur, die ich auf Twitter gefunden habe, trifft es recht gut

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    Wobei Lindner im Kern durchaus Recht hat mit seiner Aussage vor dem Hintergrund, dass - Umfragen zufolge - nahezu keine Verlagerung vom Auto auf den ÖPNV stattgefunden hat, sondern nur zusätzliche Fahrten. Und zwar einfach nur, "weil man es kann". Und genau dies soll und kann nicht Zweck dieser Milliardensubvention sein. Was man gerne vergisst: Irgendwer zahlt den Spaß ja auch. Achja, sind ja nur die vermeintlich "Reichen".

    Tatsächlich vergisst man dabei ganz schnell die sogenannte Mittelschicht, die nicht arm genug ist, um alles subventioniert zu bekommen, aber auch nicht so vermögend, als dass denen alle Kosten egal sein können. Ich rede hier beispielsweise von einer Familie mit rund 100.000 EUR Jahreseinkommen und zwei kleinen Kindern mit einem einfachen Haus im Speckgürtel einer Großstadt, die quasi alles bezahlen müssen und wenig bis gar nichts zurück bekommen.


    Das wären dann ja über 6.000 KWh im Jahr, das finde ich schon extrem viel. Ich komme hier auf so 1.850 KWh im Jahr. Selbst alle drei WE zusammen kommen nur so auf 5.800 KWh im Jahr.

    Ist ein Gebäude von 1997 und wird mit einem ölbefeuertem Dreizug-Niedertemperaturheizkessel geheizt, also für damalige Verhältnisse schon relativ modern.

    nö. Ich schrieb vom Winter mit 15-20 kWh/Tag. Im Sommer müssen wir nichts an Strom zukaufen. Da sind wir autark.