Beiträge von <registered>

    Dass ein Reicher mehr Steuern zahlt als ein armer Schlucker ist doch klar, dazu braucht man keine Beispielrechnungen aufzumachen.


    Die implizierte Folgerung, nach der der Reiche dadurch benachteiligt wird, halte ich allerdings für völlig absurd.


    Nach der Theorie des abnehmenden Grenznutzens treffen den Reichen die Steuern weniger hart als den Armen. Und der Arme spürt jeden Euro, den er mehr in der Tasche hat.


    Außerdem: Warum sollten die Menschen in einer Demokratie ein Wirtschaftssystem tragen, in dem sich das Vermögen zunehmend bei 10% der Bevölkerung konzentriert?


    Bei uns in Europa sind die Bürger nicht so verblendet, dass 40% glauben, sie würden mal zum wohlhabendsten Prozent der gesamten Bevölkerung gehören (USA).


    Jedes wirtschaftliche Handeln ist doch nur möglich, so lange es von den Bürgern noch irgendwo getragen wird. Das sollte man nicht vergessen.

    Diese Vertragsspielchen bei Premiere sind bekannt. Ich habe das jetzt schon von so vielen Seiten gehört, dass ich inzwischen von Vorsatz ausgehe.


    Übrigens finde ich Beiträge ohne große Buchstaben auch unnötig schwer zu lesen. Aber man gibt sich ja immer mal gern der Lächerlichkeit preis, gell?

    Im München ist mir das noch nicht aufgefallen. Ich interessiere mich aber auch nicht besonders dafür.


    Allerdings ist mir das "Glücksspielmonopol" des Staates schon lange ein Dorn im Auge.



    Manchmal hab ich das Gefühl, dass der Glaube an ein besseres Leben im Jenseits in bestimmten Kreisen durch den Glauben an einen Wettgewinn im Diesseits abgelöst wurde. Einfach peinlich.

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    [...]Ich denke niemand kann heute sagen, das es zur sozialen Marktwirtschafte als Wirtschaftsform eine bessere Alternative gibt ... ich bin der Meinung das weder der Sozialismus noch eine radikale Marktwirtschaft akzeptable Wirtschaftsformen sind.


    Meine Rede. Aber wenn es Dich beruhigt, die Idee vom Bürgergeld hat Milton Friedman 1962 formuliert.


    Zitat


    Auch das halte ich nicht für sinnvoll, den von 300-500€ würden nach den Sozialversicherungsbeiträgen und anderen Versicherungen eh nichts mehr übrig bleiben.


    Soll es auch nicht. Ist in der sparsamen Ausführung eher eine Sozialhilfe ohne Bedürftigkeitsprüfung.


    Zitat


    Und ein durchschnittlicher Angestellter mit vielleicht 1.200€ netto bei ner 37h Woche würde sich zwar sicher über die 300-500€ mehr freuen, aber eine Notwendigkeit besteht da nicht. Bei der heutigen Finanzlage wäre es äusserst kontraproduktiv einfach jedem Bürger 300-500€ in die Tasche zu stecken.


    Halt, das Bürgergeld bekommt man nur, wenn man gerade kein zu versteuerndes Einkommen hat oder wenn man nur ein sehr niedriges Einkommen erwirtschaftet. Dann aber schnell und unbürokratisch. Die Höhe wäre gestaffelt.

    Das Problem ist, dass hier nur der obere Bereich eines möglichen Bürgergeldes diskutiert wird. Es gibt aber weitaus "kargere" Modelle, die von 300-500 Euro ausgehen. Da sind dann auch die Kosten nicht so hoch, vor allem wenn man bedenkt, welcher Wasserkopf an Bürokratie wegfallen könnte.


    Volkswirtschaftlich gesehen ist das, jedenfalls nach dem was ich bisher dazu gelesen habe, gar nicht so utopisch.


    Dass uns ein Anspruch auf Bürgergeld komisch vorkommt ist auch nicht weiter verwunderlich. Schließlich kommen wir aus einer "Wer-nicht-arbeitet-soll-auch-nicht-essen"-Tradition.


    Es stellt sich nur ganz pragmatisch die Frage, ob man den Leuten nicht einfach ihre 3-500 Euro lassen sollte und sich den ganzen unwürdigen und teuren Aufwand erspart. Und wer weiss, vielleicht hat es langfristig gesehen auch etwas Gutes, wenn man die Arbeitslosen nicht stigmatisiert, so dass sie psychisch krank werden sondern ihnen durch ein Bürgergeld das Gefühl gibt, dass sie noch irgendwo dazugehören.


    Vielleicht braucht man sie ja mal an anderer Stelle.


    P.S.
    Auch die VWL ist eine Geisteswissenschaft ohne wirkliche "Tatsachen".

    Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Ich bin immer wieder erstaunt, wie man über derartige Modelle so ausgiebig diskutieren kann.


    Kennst Du die Simpsonsfolge mit dem "Freidenkeralarm"? Im Ernst, es wird wohl daran liegen, dass das aktuelle Modell sich momentan unbestritten in einer Krise befindet.


    Zitat


    Natürlich ist so ein Modell in der Theorie denkbar, in der Praxis jedoch schlicht nicht durchsetzbar.


    Na wenn Du das sagst wird's wohl stimmen. Mit dem Fall der Mauer hatte auch kaum jemand gerechnet oder mit der friedlichen Demokratisierung Spaniens nach Frankos Tod...


    Zitat


    Als Mitglied der EU und Mitglied diverser internationaler Wirtschaftsabkommen kann Deutschland sich eben nicht aufführen wie ein kommunistisch/diktatorisch geführter Staat.


    Stichworte hier: Harmonisierung der Mehrwertsteuer, WTO Meistbegünstigungsklausel, Diskriminierungsverbot etc. pp.


    Das sind wohl wirklich zwei paar Stiefel! Die Probleme auf Grund dieser Abkommen sehe ich durchaus auch aber mit Kommunismus oder gar Diktatur hat das wirklich nichts zu tun!


    Zitat


    Allein schon die Idee jedem fürs "Nichtstun" Geld zu geben führt bei mir dazu das sich sämtliche Nackenhaare aufstellen...


    Aber so ist das halt bei uns:
    Wenn es gerade nicht so gut läuft und man sich selber mal wieder ins Gespräch bringen will veröffentlicht man mal wieder ein Konzept das als universelles Heilmittel proklamiert wird, wobei ich mir fast sicher bin das der Urheber genau weiß, dass seine Ideen jeglicher praktischen Grundlage entbehren.


    CH


    Dann lies lieber mal den Text durch. Der Handelskette DM geht's nicht schlecht. Außerdem finde ich das Durchdenken des Wirtschaftssystems gerade in Krisenzeiten besonders legitim.


    Oder willst Du's aussitzen wie Helmut Kohl?

    Betrachte es doch mal anders herum:


    Das aktuelle Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat einige Haken und Ösen, die mit der Zeit immer deutlicher werden. Der Chef von DM meint z.B., dass das Wirtschaftssystem "zu gut" funktioniert hat und wir uns deshalb Gedanken machen müssen, wie wir die Früchte der Automatisierung morgen verteilen.

    Ja, sorry, war wohl nicht gut formuliert. Das ist wirklich der Punkt, an dem das Ganze leicht scheitern könnte. Aber wer weiß, vielleicht könnte eine schrittweise Einführung über mehrere Jahre hinweg funktionieren.


    Edit: Und wenn dann Resteuropa noch mit diesem Modell nachzieht gibt es keine zu großen Gefälle. :p


    Übrigens war das Bürgergeld besonders im konservativen Lager lange Zeit überhaupt nicht salonfähig. Inzwischen wird angeblich hinter den Kulissen durchaus parteiübergreifend über dieses Thema gesprochen - auch wenn das meiner These einer Instrumentalisierung der Arbeit zum Machterhalt widerspricht. ;)