Sorry, wenn ich den Kern der Diskussion ein paar Beiträge hinterherhinke - aber hier noch ein paar Gedanken zu der Unnötigkeit des Festnetzes:
Das Festnetz ist auch meiner Meinung nach heute unverzichtbar - selbst wenn es als quasi-Festnetz in Form von HOME oder VoIP-in genutzt wird. Was hätte ich von einer Base-Flat, Homezonetarifen, einer HOME Festnetznummer und VoIP (inklusive der Flats, Adapter etc.) wenn sich nicht der gesamte Telekommunikationsmarkt auf diesen gemeinsamen Nenner einschießen könnte? Die totale Mobilfuk-Flat ist aufgrund der Konstruktion mit "Der Anrufer zahlt die erhöhten Gebühren" im Gegensatz zum Airtime-Modell der USA nicht zu machen. Enum-Nummern werden sich die Leute auch in absehbarer Zukunft wohl kaum merken - höchstens für ein oder zwei regelmäßige Gesprächspartner. Ich gehe sogar davon aus, dass uns das Festnetz auf Dauer als Bindeglied im Telefonmarkt erhalten bleibt. Auch weil das Rosinenpicken dabei so schön ist und sowohl die Nutzer als auch die Anbieter anscheinend drauf stehen. (erstere haben lieber das Gefühl, sich ihre besonders günstige Telekommunikationslösung gebastelt zu haben, zweitere möchten die unwissenden Nutzer lieber in Fallen laufen lassen - die Alternative fairer Preise möchte anscheinend niemand.) Im Grunde basieren die beiden Gegensätze, die ohne einander nicht denkbar wären, genau darauf: die Festnetzflat von eplus und die günstigste HOME-Nummer bei o2-genion. Bei beiden Lösung profitieren die Anschlussinhaber vom allgegenwärtigem Festnetz, lediglich auf eine leicht unterschiedliche Weise.
Ein Großteil des Marktes ist momentan und wird auch noch in Zukunft ohnehin per Festnetztelefonie angeschlossen sein. Bevor man sich von VoIP den Markt komplett leergraben läßt, wird mit den Festnetznummern der eigene homezone und Festnetzmarkt mit den schon vorhandenen Voiceflats noch ein wenig günstiger werden.
Damit bricht z.b. den Mobilfunkern schon ein wenig vorzeitig der ic-Gewinn weg und andere Einkommensquellen müssen gefunden werden. Weil man mit sinkenden Preisen die Datennutzung auch noch attraktiver machen müsste, wird das schwer. Die Margen sinken und sinken ...
Darin sehe ich einen der Hauptgründe, warum ein fairer Preis für Mobilfunknutzung heute einerseits näherzukommen schein, andererseits ferner ist denn je. Die nächsten Preissenkungsrunden wirken sich wie schon die letzten extrem auf die Fussnoten aus - die Befristungen und Aktionstarife werden immer wichtiger und der einzige Kompromiss, man könnte auch Kuhhandel sagen, sind die Fixkosten mit immer mal wieder veränderten und in letzter Zeit immer wertiger werdenden Flatrates hochzutreiben. Die blöden Kunden geben sich ja nicht von Minutenpaketen zufrieden und lassen sich von Discountern locken, obwohl sie doch eigentlich auch ein Handy haben wollen.
So blöde wie es klingt: Der Umweg über das Festnetz ist für die Mobilfunker und für VoIP so unverzichtbar wie nur was.
Und zu den Minutenpaketen: Eplus hat da einerseits die besten Tarife, andererseits die schrumpeligsten Rosinen, die dazu nur am Wochenende verteilt werden.
Muss jeder wissen, was er wirklich braucht.