Zitat
Original geschrieben von bandit
Irgendwann habe ich DAU gedacht, dass die Netzbetreiber und Provider lieber feste Bestandskunden, als dauerhaft "wechselfähige" Prepaidkunden wollen?!
Ich glaube, die Entwicklung wurde von der Zufriedenheit der Anbieter mit dem Deutschen Otto-Normalkunden verzögert. So lange Leute bereit sind, sich mit der Auswahl der Tageszeit oder des Gesprächsziels an Tarife anpassen, oder besser noch gar nicht drauf achten, kann man sie melken wie man möchte. Die Netzbetreiber verkaufen lieber zwei Minuten zu 70 cent als 10 Minuten zu 14 cent. Später hat man lieber die Fixkosten mit Optionen und hohen Mindestverzehren hochgetrieben, als günstige Tarife zu bieten. Jetzt kommt man da auch nicht mehr weiter und möchte die immer noch freien Kapazitäten lieber für günstigere Preise verkaufen, als immer noch am Hochpreis-Image festzuhalten. Meiner Meinung nach eine schöne Sache.
Da passt es auch, dass sich der heutige Prepaidkunde mit "nur Telefonieren und SMS" als Feature überzeugen läßt. Das günstige Telefonieren für Wenig und Normaltelefonierer ist da vielleicht sogar wirklich besser aufgehoben, als im Vertragsverhältnis. Schließlich kommt die Vorleistung vom Kunden, es gibt keine Zahlungsausfälle, Service lässt man sich bazahlen und kostenträchtige Extras gibt es erst garnicht.
Der nächste Schritt wird dahin gehen müssen, dass dem Vieltelefonierer wieder mehr geboten wird. Base ist schon da und andere werden folgen.
Meiner Meinung kann Mobilfunk durch diesen Preisverfall für die Netzbetreiber noch lukrativ bleiben. Und wenn die Nachfrage nicht so gefördert wird, kann man UMTS und co erst garnicht an den Mann bringen. Vielleicht reagiert man auch schon vorab auf die Konkurrenz des Internets (z.B. VoIP), die sich momentan anschickt dem Festnetz das Leben schwer zu machen?
Das interessanteste wird sein, wie sich die Otto-Normaltelefonierer Verträge in der nächsten Zeit entwickeln. Entweder werden da die Minutenpakete in manchen Bereichen umgestellt, wie auch schon der Einheitstarif-Discounter bröckelt (günstigere Preise ins Festnetz und Interngespräche, SMS), oder diese bisher üblichen 24 Monats-Verträge mit hohen Fixkosten sterben so langsam aus, wenn auch der Letzte nicht nur nach dem neuen Handy bei VVL schielt.