Wen wundert es denn, dass die Mobilfunkanbieter kaum noch unterscheidbar sind? Otto Normalkäufer will das Handy x oder hat einen besonderen Grund, warum er dieses oder jenes Netz haben will - Viele erkundigen sich vor dem Kauf nicht groß über Ihre Tarife und wissen danach noch weniger, wieviel sie und der restliche Markt für's Telefonieren bezahlen.
Früher hat viele nur interessiert, welches Mobilfunknetz die Bekanntschaft mehrheitlich nutzt. Oder man hat(te) Anbieter, die sich wegen des Netzausbaus anboten oder sofort herausfielen.
Im Grunde hat sich daran nicht viel verändert. Trotz MNP scheint das Wechseln nicht wirklich gentzt zu werden. Wenn, dann ganz allgemein von D zu E. Wer schon einen Vertrag hat, ist entweder mit dem zufrieden und verlängert ihn. Dann hört man "mit diesen neuen Verträgen würde ich nicht weniger zahlen". In vielen Fällen stimmt das auch. Wer auf ein Paket scharf ist, der wechselt bei VVL halt in einen neuen Tarif und ist auch glücklich. Warum kompliziert wechseln, wenn man die identischen Tarife doch beim Stammanbieter bekommt? So kommen auch die Anrufer nicht durcheinander, wenn sie sonst auf einmal mehr bezahlen müssten...
O2 hat mit Genion ein Produkt, welches sich von den anderen abhebt. Alleine das begründet eine Sonderstellung. Eplus hat die 3 ct Tarife, welche aber irgendwie nicht besonders ankommen. Jedenfalls habe ich den Eindruck, ohne BMW gäbe es niemanden in meinem Bekanntenkreis, der dieses Modell nutzen würde.
Ach ja: Den Netzausbau von eplus in allen Ehren ... aber das ist für einen kleinen Teil der Bevölerkung immernoch ein Witz. Je ländlicher es wird, desto mehr verheimlichen die eplus-Kunden ihren Anbieter. Wer es nicht glaubt, den möchte ich gerne mal ins Sauerland, Grenzgebiet zwischen Hessen und NRW, einladen. Im PLZ-Bereich 34431 und im Umland kann ich vielen e+/d2/o2 Leuten dann mal den Begriff "Tal der Ahnungslosen" erklären. Den D2-Jüngern kann man dann in Kombi mit einem Nokia-Handy auch besonders schön zeigen, dass 5 Balken nicht immer voller Empfang sind ... etc.
Und auch in Großstädten mit wenig Betonbebauung ist ein eplus-Kunde IMHO immernoch weit häufiger auf der Suche nach einem Fenster wie jeder mit einem anderen Netz. (z.B. in Münster)
Einen Flame will ich hier nicht aufmachen ... ist bestimmt recht subjektiv eingeschätzt, aber das ist doch auch Teil dieses Threads. Jedenfalls basieren diese Angaben auf aktuellen Erfahrungen.
Darüber hinaus sind VF und D1 hier neben den oben beschriebenen Traditions-Kunden oft als "Business" anzutreffen: Behörde, Bank, Firma jeglicher Größe. Prepaid-Kunden greifen gerne zu o2 loop und mittlerweile zu Tchibo. Es sei denn, ein 20 EUR Handy mit CallYa/Xtra gab es zum richtigen Zeitpunkt im nächsten Supermarktprospekt. O2 hat die Leute überzeugt, die sich mehr um die Tarife gekümmert haben. Außerdem natürlich die Bundis/Studenten/Schüler etc. Selbiges kann man über die überwiegenden Stadtmenschen für eplus sagen.
Soweit zu den für mich in meinem Umkreis "gefühlt" allgemeingültigen Aussagen. Die Feinheiten werden ohnehin nur die Leute kennen, die sich näher mit dem Thema beschäftigen. Z.B. das hier mitlesende Publikum 
Da würde ich dann mal weiter anbringen: eplus hat die besten Pakettarife. Die 3 ct lassen sich mit Calltrhough wunderbar nutzen. Das wissen die Leute mit den free&easy Weekend Tarifen schon länger. Viel günstiger lässt sich nicht telefonieren. Bundesweite Homezone ist dann die andere Geschichte, die nochmal ordentlich punkten kann.
Und zum Branding: bei o2 fällt es vielen positiv, bei d2("rote Seuche") vielen negativ auf. Da viele Leute allerdings die Funktionen des Handys ohnehin nicht wirklich kennen, ist das für den Massenmarkt schon wieder nicht ganz so wichtig. Vereinzelt hört man ein Murren über den fest verdrahteten Knopf für's Internet. Das bewegt sich dann aber auch schon auf dem Niveau von "Warum kriege ich die Fotos eigentlich nur per MMS vom Handy runter?" 
Noch ein Wort zur Werbung: solange damit nicht so viel Geld ausgegeben wird, dass es die Tarife unnötig hochhält, ist es mir prinzipiell egal. Wenn aber VF Zuhause fertig ist, dann sollte sich o2 überlegen, ob sie nochmal mit Dieter Bohlen, der Ferres oder dem Beckenbauer werben wollen. Könnte sein, dass sie dann einige Kunden weniger haben. Wen zum Henker sprechen diese Leute an?
Im Endeffekt ist Mobilfunk in Deutschland eine Mischung aus Politik und Tankstelle: Jeder Anbieter versucht sich nicht weit vom allgemeinen (Tarif-)Konsens wegzubewegen. Man versucht zu vertuschen, dass man nichts neues bringt, welches für den "Kunden" wirklich was bringen würde. Was macht der Kunde? Er ist verdrossen ... lebt aber weiter mit den altbekannten Parteien, tankt weiterhin Sprit und telefoniert wohl oder übel mit ähnlichen Anbietern.
Er telefoniert nur wenig, wählt ungerne oder garnicht und versucht weniger Sprit zu verbrauchen. Was soll er auch tun, außer danach zu schreien, dass einer endlich mal ein ehrliches Konzept vorlegt?