Das ist so eine gespaltene Sache - grundsätzlich finde ich das ziemlich schick, aber den informieren Kunden wird das bei dem Marktgefüge nichts bringen (und dem uninformierten "ich kriege alle 2 Jahre mein neues Handy" ist es eh recht egal). Ich bin z.B. seit Ende 2000 Kunde von o2. Nicht mehr lange, der Genion duo ist bereits gekündigt und die Ersatzkarten von eplus liegen hier auf dem Schreibtisch und warten auf eingehende Portierung. Ich habe den o2 Tarif mehrfach gewechselt - zwischendurch wäre ich mit der Aktion von eplus auf maximal 20% gekommen. Wenn mir bei o2 einer sowas angeboten hätte, dann wäre ich eventuell bei denen geblieben. Genion ohne Handy mit dem Rabatt hätte in manchen Tarifbereichen interessante Ergebnisse gebracht. Betonung auf "hätte".
Bei o2 haben nämlich andere Faktoren die Kündigung hervorgerufen: Die alten Tarife sind veraltet (50 ct ins FN sind selbst mit xx% Rabatt zu viel), neue Tarife uninteressant (keine FreiSMS im ohne Handy oder angemessene Pakete, GG-Rabatt statt niedrigere GG), der Service wurde schlechter und das barring hat dem ganzen gepaart mit dem Geschäftsgebaren für mich erstmal den Rest gegeben. Warum zähle ich das so auf? Weil ich mit meinem aktuellen Beispiel verdeutlichen will, dass selbst bei solchen Rabattaktionen das Zusammenspiel von vielen Faktoren die Musik macht.
Dabei hatte o2 das zwischenzeitlich mal gut in der Hand: stabilen 50% GG-Rabatt für ohne Handy, dabei FreiSMS. Das fand ich sehr fair und ich meinte, so könne der Vertragskunde und der Anbieter gut leben. Die z.T. recht hohen Tarife waren für mich wegen viel Homezonenutzung und überwiegendem Nebenzeitanteil beim damaligen Tarifniveau noch immer günstig. 5 EUR GGH gab es noch oben drauf. Mit dem Spass war es dann vorbei, als man die für mich sinnvolle Mischkalkulation durcheinander brachte: Befristung des GG-Rabatt, FreiSMS effektiv abgeschafft. Fazit: o2 möchte wohl keine "ohne Handy"-Kunden mehr und in den niedrigen Tarifen hat man die Subventionen so zusammengestrichen, dass man nur noch einen sehr speziellen Normal/Wenignutzer von den Discounterkarten wegziehen dürfte.
Langer Rede, kurzer Sinn: Bestandskunden bindet man nicht mit Rabatten auf Alttarife ... macht die Angebote einfach fair:
-MVL gemessen an der Subvention (z.B. kurz für "ohne Handy")
-Ordentliche Grundpreise für "ohne Handy" (weder tmo eco, noch eplus mit hw-Stufen oder o2 "ohne handy" haben da was solides und günstiges gebracht. Den einfachen genion ohne Handy mal aussen vor gelassen)
-günstigere Preise statt Aktionsrabatten
-Keine hanebüchenen Befristungen und Angebotsauflösungen mehr (z.B. verfallender GG-Rabatt bei o2, Tarifwechselsperren bei diversen Anbietern, Halbierungen von Aktions-Datenvolumen, Dauerverlängerungen von Aktionstarifen wie z.B. genion Aktion, Base Aktionen, Xtra click etc.)
-Faire Pakete mit ebenfalls angepassten MVL in Relation zu den Subventionen
Mein persönliches Fazit: Momentan bin ich eplus-Kunde mit zwei Karten all-in 150 c25 und Auszahlung von Obocom. Mein effektiver Preis inkl. Rufnummermitnahme liegt pro Karte bei 1,7 EUR. Rollovereinheiten und family&partner runden das ganze ab. Da kommt kein Discounter ran und ich nehme gerne die 24 Monate MVL.
Werde ich später für das Angebot 14 oder gar 17,5 EUR im Monat zahlen? Sicher nein. Werden mich 10 oder 20 % Rabatt von der Kündigung abhalten? Bestimmt nicht. Entweder haben die Anbieter in zwei Jahren dazugelernt und ich bin bei einem einfachen Tarif bei denen untergebracht, oder sie haben nichts gelernt und ich nehme die nächste Super-Hammer-Proviauszahlungsvariante von einem anderen Anbieter. Oder ich habe darauf keine Lust -> Discounter, ich komme.
Wer als Normal- oder Wenignutzer faire Tarife haben will, geht schon jetzt zum Discounter. Da ist man mittlerweile mit 8,5 ct pro Minute dabei. Den Handykauf erledigt man dann selbst. Bei kleinen Datenoptionen und Genion-Funktionaltität mag noch ein Teil der Kundschaft mit den großen Anbietern gut dabei sein. Oder man braucht eine Flat. Ach ja: die Flat-Kunden kriegen die Prozente ja garnicht ...