Nein, da verstehst Du mich falsch. GPRS ist keineswegs veraltet. Die dabei erzielbaren Datenraten reichen durchaus aus.
Die Geschwindigkeit beim mobilen Surfen per Handy wird meines Erachtens immer noch weniger durch die eigentliche Datenübertragungsrate als eher durch die Qualität des Browsers und die effektive Prozessorleistung des Handys bestimmt.
Der Compact Netfront (Plus?) Browser von ACCESS, der derzeit auf den europäischen i-mode Handsets zum Einsatz kommt, ist zum Glück nicht der langsamste, aber eben auch nicht der schnellste. Als Vergleich ziehe ich den Openwave Mobile Browser von Openwave heran. In den älteren Versionen war der Openwave Browser ein fürchterlicher, reiner WAP 1.x Browser mit mäßiger Bedienung. Ab der Version 6.1 ist er sehr leistungsstark und kann auch HTML-Seiten darstellen, sofern die sich überhaupt irgendwie auf das kleine Handydisplay quetschen lassen. Die iHTML-Seiten von i-mode sind für den Openwave-Browser eine Kleinigkeit. Allerdings ist die Geschwindigkeit stark implementierungsabhängig. Auf den Handys von Sharp läuft er aber sehr gut.
Der Compact Netfront Browser erscheint im Vergleich dazu mittlerweile etwas altbacken. Die Begrenzung auf maximal 10kb große Seiten empfinde ich schon als Einschränkung. Natürlich stellt man so die Kompatibilität sicher, so daß man auch mit einem n21i die neuesten i-mode Seiten aufrufen kann. Die Zahl der unterstützten Darstellungsattribute ist auch relativ begrenzt. Man hätte ja auch fette, kursive, große, kleine, unterstrichenen Schrift usw. unterstützen können, wobei das vielleicht etwas Spielerei ist.
Ich frage mich, ob diese Einschränkungen auch bei den neuesten japanischen i-mode Modellen gelten. Ich hatte den Eindruck, daß die Handys, die hier als i-mode Geräte auf den Markt kommen, auf Modellen basieren, die in Japan zur vorvorletzten Generation gehören. Vielleicht trügt dieser Eindruck ja auch in Teilbereichen und i-mode ist auch in Japan technisch gar nicht so anspruchsvoll, sondern lebt nur von den Inhalten und der Begeisterungsfähigkeit der Menschen.
Grüße,
Lanturlu