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Original geschrieben von qwasy
Zumindest mit den momentanen Wortführern der Parteien scheint das wahrscheinlicher als eine große Koalition, selbst Fischer wirkte in der Elefantenrunde realistisch im Vergleich zum Ex-Kanzler.
Haben wir dieselben Politiker gehört? Schröder hat sich klar zur großen Koalition bekannt (nur unter der Voraussetzung, dass Merkel nicht Kanzler wird), wohingegen alle Grünen die sich geäußert haben, zwar sagen, dass sie sich gerne anhören was da gesagt wird, es aber bei allen wesentlichen Themen keinerlei Einigung realstisch ist. Das ist eine diplomatische (aber klare) Absage. Die Grünen sind mental auf Opposition eingestellt, das wird ihnen mittel- und langfristig auch wesentlich mehr nutzen.
Wohingegen die Union heiß aufs regieren ist, da wird man notfalls auch eine Merkel opfern. Das tut zwar zweifellos weh, aber das ist das realistischste Szenario - daher ja auch der Endorphin-Rausch bei Schröder. SPD und Union haben auch weniger Differenzen als Union und Grüne.
Ich denke, dass der große Schwenk [edit: der Union] in Richtung neoliberale Politik es war, welcher der Union so stark geschadet hat. Die die so denken, haben lieber gleich die FDP gewählt; aber die Menschen der Mitte hat man damit eher verschreckt - man hat sich wohl zu sehr auf die Meinungsforscher/Meinungsschamanen gestützt bei der Entscheidung zu dieser Orientierung - vielleicht ging das Projekt "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" ja nach hinten los.
Zitat
Trotz allem Erfolg hat die INSM (und die anderen Initiativen) ein
Handlungsdilemma. Sie haben zwar die Meinungsführer von der
Notwendigkeit von Reformen überzeugt, aber 80 % der Bevölkerung
sind dagegen. Folge davon ist, dass sich die Initiative verstärkt um
positive Botschaften bemüht.
Vielleicht haben sich die Demoskopen ja auch zu sehr von den Kampagnen einlullen lassen. Eine gewisse Ironie könnte man dem ja nicht absprechen.
Merkel ist mit dieser Neu-Orientierung viel zu stark verknüpft, als dass sie glaubwürdig als Kanzlerin dieser großen Koalition agieren könnte. Merkel, Merz, Kirchhoff usw. werden IMHO beiseite treten, und der "konservativ-soziale" Flügel der Union könnte mit Schröder "können-wollen" und "tun werden".