Beiträge von Sencer

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    Original geschrieben von ingo61
    Meine Frau hatte z.B. in leitender Position im Öff.Dienst eine 83%-Stelle, was defacto eine Vier-Tages-Arbeitswoche von Mo-Do war. Der Verdienst war durch das niedrigere Brutto fast so hoch, als ob sie 100% gearbeitet hätte.


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    Original geschrieben von herold
    Finanziell lohnt sich die Reduzierung der Wochenarbeitszeit bei teilzeifähigen Stellen auf jeden Fall. Durch weniger Brutto bleibt mehr Netto übrig, weil man in einer niedrigen Progression landet.


    Sind das jetzt eigentlich nur saloppe Formulierung, oder glaubt ihr das tatsächlich so explizt wie ihr das schreibt? Ich meine, wenn man sich mal die expliziten Zahlen anschaut, dann ist der steuerliche Effekt sehr klein im Vergleich zum Lohnverzicht.


    Beispiel:

    Code
    Vollzeit 80%-Stelle
    Jahresgehalt 55.000 44.000 -20% Brutto
    Netto-Monat 2.478,91 2.058,32 -17% Netto
    (bei 12 Gehältern im Jahr)


    Sprich, statt auf monatlich ca. 495€ Nettogehaltsverzicht (wenn es keine Progression gäbe) im Monat kommt man "nur" auf 420€ Verzicht im Monat => Steuereffekt ~75€. Bei geringerem Gehalt ist der Brutto/Netto Unterschied sehr viel kleiner.


    Mit dem Steuereffekt kann man sich die Teilzeit sicherlich schön reden - aber das ganze ist schmückendes Beiwerk, entscheidend sind ganz andere, grundlegendere Faktoren.



    Ich würde das Thema Teilzeit aber insgesamt nicht als Typfrage abtun. Es dürfte auch sehr mit der Lebensphase zu tun haben und den Perspektiven.


    Bei einem Pärchen aus zwei jungen Akademikern welche die nächsten Jahre keine Kinder haben möchten und welche am Anfang ihres Arbeitsleben stehen, dürfte tendenziell Vollzeit attraktiver sein (Karrierechancen, kein "verpasstes" Familienleben, Konsumwünsche nachholen nach dem jahrelangem Leben am Existenzminimum als Student, der Wunsch nun endlich in dem Thema/Branche loszulegen und Verantwortung zu übernehmen, wofür man x Jahre studiert hat etc.).


    Wohingegen das Ehepaar Anfang 40 mit jungem Wunschkind tendenziell mehr zur Teilzeitstelle neigen würde (beide wollen weiter Berufstätig sein, Zeit mit der Familie verbringen, man hat vlt. schon eine berufliche Position erreicht die man nicht weiter steigern kann oder will, man hat finanziellen Spielraum hinsichtlich Familieneinkommen).


    Außerdem:
    Neben der Lebensphase, spielt es auch eine Rolle ob man im Rahmen der beruflichen Tätigkeit selbst wenn sie sehr einspannt auch Phasen zum Ausgleich hat ("zwischen Projekten" mal kürzer treten, Sabbatical, Elternzeit,...), und ob die konkrete Situation am Arbeitsplatz so ist, dass man bei sonst gleicher Job-Beschreiung und Wochenstunden am Ende des Tages körperlich oder geistig ausgelaugt daheim ankommt, oder ob man zufrieden ist und noch die Muße hat sich anderen Dingen zu widmen.


    Fazit:
    In manchen Lebenssituation mag es besser sein den Arbeitgeber zu wechseln, manchmal doch den Beruf oder die Branche zu wechseln, und manchmal ist die Situation eben so, dass es Sinn macht auf Teilzeit zu gehen. Ich finde es gut, dass es die Option (grundsätzlich) gibt und es wäre sicher wünschenswert, dass sie mehr Akzeptanz hat.


    Aber man darf den Effekt von Teilzeit/weniger Arbeiten nicht überschätzen. Es ist keine Lösung für eine Sinn- oder Lebenskrise. Und man wird nicht automatisch ein besser/glücklicher/erfüllterer Mensch, weil man seinen Arbeitsvertrag anpassen lässt - da verwechselt man Ursache/Wirkung bzw. Korrelation und Kausalität.

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    Original geschrieben von Sunny forgot pw
    Z.B. sollen Diesel signifikant länger brauchen, im Winter den Innenraum warm zu bekommen.


    Jein, Diesel-Motoren brauchen länger um warm zu werden. Aber: Diesel haben allerdings seit Jahren auch "Zuheizer", d.h. es wird warme Luft in den Innenraum geblasen lange bevor der Motor richtig warm geworden ist. In diesem Punkt gibt es demnach auch kaum einen Unterschied zwischen Benziner/Diesel. Davon abgesehen wirst du doch hoffentlich ohnehin nicht bei einem Neufahrzeug auf die Sitzheuzung verzichten wollen, oder?


    Wie gesagt, IMHO ist der deutlichste Unterschied der des Fahrgefühls (wobei das mit den aufgeladenen Benzinern sich auch reduziert) und eben das typische Dieselgeräusch. Wenn du da prinzipiell leidenschaftslos bist, bietet es sich ja an, dass zu nehmen was der Hersteller eben gut kann. Bei einem BMW würde ich eher den Diesel nehmen, bei einem Golf eher den aufgeladenen Benziner.


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    Interessant ist der Ausflug zur Finanzierung. Eigentlich wollte ich nicht leasen. Dies hat aber IMHO den Vorteil, dass man nach drei Jahren den Wagen wieder beim Händler hinstellen kann.


    Dann solltest du - falls du least - unbedingt auf Kilometerleasing bestehen (ist ja ohnehin schon meistens der Fall), dann trägst du nicht das Risiko des Restwertes, ergo sind "optimistisch" angesetzte Restwerte bei der Kalkulation sogar eher zu deinen Gunsten.

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    Original geschrieben von conzi
    Aber Leasing ist für die Privarperson -bis vielleicht in Ausnahmefällen- doch immer teurer als Kaufen!
    Gerne lasse ich mich aber anhand eines realsitischen Beispiels eines besseren belehren..


    Es kommt drauf an. :D Die Leasingverträge die ich kenne, geben dem Leasingnehmer idR kein Vorkaufsrecht (sprich wenn der Händler für den Markt am Gebrauchtwagen-Markt mehr bekommt als der kalkulatorische Restwert, dann hat man als Leasingnehmer Pech gehabt). Aber das scheint eben von Marke zu Marke (bzw. Leasinggeber) unterschiedlich zu sein.


    Ich persönlich sehe Leasing auch nicht als Mittel der Wahl wenn man den Wagen behalten will. Aber es kann interessant sein, wenn man den Wagen nur 2 oder 3 Jahre lang fahren will. Hängt aber immer ganz konkret von Marke und Modell ab, und welche Vertriebsstrategie der Hersteller fährt. Coupes oder Cabrios wird man eher nicht günstig kriegen, aber wenn es ein Brot- und Buttermodell ist, und der Hersteller versucht über Leasing mehr Fahrzeuge in den Markt zu bringen (vermeintlich "subventioniert", aber wohl eher weil der Hersteller auf hohe Restwerte spekuliert und Käufersegmente ansprechen will, die nicht kaufen/finanzieren wollen). Rechenbeispiel: Für Ende letzten Jahres gab es den BMW 118d mit etwas Ausstattung (Listenpreis € 30T) für 24 Monate für 260€ pro Monat (ohne Anzahlung; 10TKM/Jahr, Kilometerleasing). Man weiß hier also ganz genau, was einen der Wagen nach 24 Monaten gekostet haben wird und ist nicht vom Gebrauchtwagenmarkt abhängig. Und obwohl der 1er sehr wertbeständig ist, dürfte es ziemlich schwer sein mit Kauf/Verkauf für 2 Jahre ähnlich günstig wegzukommen.

    Mein Tipp: Mach die Entscheidung nicht vom Preis(unterschied) abhängig. Hol dir den, welcher dir mehr Spaß macht beim fahren.


    Zum einen ist es schwer kalkulierbar wie sich die Preise für Treibstoff entwickeln werden, so dass man nicht wirklich verbindliche Aussagen machen kann. Und zum anderen ist die mögliche Ersparnis im Vergleich zu den Gesamtkosten idR so gering, dass es keinen Sinn macht hier etwas zu nehmen was nicht den persönlichen Vorlieben auch voll entspricht.


    Die meisten Menschen haben ja eigentlich eine klare Präferenz für das eine oder das andere. Ich hab mir trotz niedriger Jahreslaufleistung einen Diesel geholt, weil ich das Fahrgefühl einfach angenehmer finde und er besser zu meinem Streckenmix passt [~85% Autobahn] (aufgeladene Benziner sind bei dem Modell und der Leistungsklasse allerdings auch nicht im Angebot gewesen).


    Genauso gibt es Leute welche die Vibrationen und Geräuschkulisse eines Diesels einfach nicht abkönnen und immer den Benziner vorziehen. (Auch wenn moderne Diesel da besser sind als die von früher, sind die Unterschiede deutlich vernehmbar wenn man drauf achtet).

    Klingt für mich nach einem klassischen Fall wo ein allgemein bekanntes, aber aufwändiges Steuersparmodell hergenommen wird und es dann "fix und fertig" als Komplettpaket geschnürt und mit tollen Renditeversprechen an den Mann/Frau gebracht wird. Da bei hohen Renditen ja bei "vernünftigen" Menschen erstmal die Alarmglocken losgehen, wird es eben über ein bekanntes Thema (Steuer sparen mit Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden wurde ja schon X mal durch die Presse gejagt) plausibiliert.
    Steuern sparen kann man natürlich nur wo man auch Steuern zahlt, daher kann eine Person halt auch nur bis zu einer bestimmten Grenze von dieser Möglichkeit profitieren, daher ist das Thema dann ideal um zu erläutern warum nicht alles selber macht, sondern weitere "Investoren" sucht. (Außerdem selektiert man dann auch immer schön auf die Leute die ein bestimmtes Jahreseinkommen/Grenzsteuersatz haben, sprich wo es dann auch was zu holen gibt).


    Könnte man aus dem Thema ein legitimes Angebot stricken? Ja, theoretisch könnte man. Praktisch dürften die meisten Angebote das aber nicht unbedingt sein. Der Teufel steckt natürlich im Detail, und in den meisten Fällen kann man davon ausgehen, dass der Anbieter sich einen garantierten Gewinn sichert über Provisionen, Gebühren, Klauseln etc., und ein Risiko vom Investor getragen wird. Du schreibst ja, dass der Kredit bei einer Partnerbank gemacht wird (kling nach Provision). Vlt. hat er auch eine Abmachung mit der Baufirma die dann zu "stattlichen Preisen" die Sanierung macht (und welche sich für die guten Aufträge "bedankt"). Nach 12 Jahren ist der Anbieter vlt. unerwartet insolvent, was aber nicht schlimm ist, da man ja einen Anteil an der Immobilie hat, welche soviel Wert ist. Nur plötzlich stellt sich vlt. auch raus, dass die Immobilie in schlechter Lage ist, nicht vermietet werden kann, nicht annähernd den versprochenen Wert hat und man keine Käufer findet, aber man immer noch einen € 85K Kredit bedienen muss...


    Daher auch völlig zurecht die Hinweise aus "steht in den Vertragsunterlagen" und "Steuersparen macht blind". Hohe Renditen gibt es eben nicht ohne hohes Risiko. Passend dazu, diese Geschichte von Don Alphonso:
    http://faz-community.faz.net/b…ite-aus-bestem-hause.aspx


    btw: Zu der Sache mit dem Steuer sparen mit denkmalgeschützten Immobilien: Da hast du auch ein paar Sachen missverstanden, lässt ich aber leicht ergooglen wie das funktioniert. Wollte es nur nicht in diesem Thread ausbreiten, da eine legitime Sparmöglichkeit ja nun nichts damit zu tun hat ob das Investitions-Angebot der Firma legitim ist (das aber gerne vermischt wird, wenn man über beides gleichzeitig diskutiert).

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    Original geschrieben von bernbayer
    Da habe ich schon meine Zweifel, es wurde halt so hingebogen, daß der Bundesrechnungshof nichts beanstanden konnte. DA das ganze vermutlich noch nicht abgerechnet war, als es aufflog, konnte sie das halt noch entsprechend steuern.


    Ne, sie hat ja auf eine Anfrage antworten müssen, dass sie genauso wie in diesem Falle bereits in den vergangenen Jahren mehrfach so gehandelt hatte (und es genauso abgerechnet hatte). Es ist IMHO auch blauäugig zu glauben, dass sie die einzige ist, die von der Möglichkeit gebraucht gemacht hat - das werden sicher recht viele gewesen sein (quer durch die Parteien). Es ist in diesem Fall ja nur publik geworden, weil "zufällig" der Wagen geklaut wurde. Ansonsten kommt man halt nicht an die Infos dran, bzw. wer dran kommt, darf sie nicht veröffentlichen.

    Hat einer von euch schonmal Wertsendungen (sprich etwas versichtertes) aus dem Ausland an eine Packstation liefern lassen?


    Bei mir ist nun folgendes passiert: Ein Paket aus dem EU-Ausland lag - wie Anhand der Tracking-Nummer ersichtlich - für 1 Woce "irgendwo" in Frankfurt rum und ging dann zurück mit dem Aufkleber "Sendung nicht Packstation geeignet".


    Nach mehreren Telefonaten mit DHL/Post habe ich jetzt die Auskunft bekommen, dass Wertsendungen aus dem Ausland prinzipiell nicht an Packstationen ausgeliefert werden, weil bei Wertsendungen eine Unterschrift zu leisten sei für den Fall dass ein Nachforschungsantrag aus dem Ausland kommt (die Auslieferung an eine Packstation würde da nicht gelten). AUf die Frage warum es dann nicht einfach an die Post-filiale (in diesem Fall das gleiche Gebäude!) gesendet worden sei, wie bei den letzten normalen Sendungen auch - die ich dann zu den regulären Zeiten via Unterschrift abholen mußte - hieß es das sei ein großer Mehraufwand und das Verfahren sei ja automatisiert etc. - absolut nicht schlüssig oder nachvollziehbar für mich. Was habt ihr in dieser Richtung für Erfahrungen gemacht?

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    Original geschrieben von zumwinkler
    Abgesehen davon sind die Zeiten einfach vorbei, in denen man sich mit dem Unternehmen identifiziert. Überall wird rumgetönt, man müsse flexibel sein und sich auf ein Leben mit mehreren Jobs einstellen. Auf der anderen Seite soll man sich mit dem Unternehmen identifizieren-das geht doch gar nicht!


    Häh, was ist das für eine verquere Logik. Die Schule, die Uni, der Sportverein, der Kleingärtnerverein, die eigene Musik-Band usw. sind auch nicht alles Dinge die einen ein ganzes Leben lang begleiten, trotzdem werden die meisten ja eine Form von Verbundenheit und Zugehörigkeitsgefühl dazu entwickelt haben. Genauso geht das auch mit dem Arbeitgeber, ganz ohne eine lebenslange Beschäftigungsgarantie.



    Davon abgesehen ist der Flyer sowohl freundlich als auch ohne jeden direkten oder indirekten Zwang. Und in den Fällen wo es tatsächlich um ein vergleichbares Fahrzeug geht, sehe ich überhaupt kein Problem damit diesen Denkanstoß zu geben. Anscheinend ist der ja auch schwer nötig, wenn ich schon sehe wieivel hier darüber diskutiert wird!


    AUßerdem wurde ja auch mit dem Betriebsrat abgestimmt. Warum soll es Tabu sein über private Konsumentscheidungen der Angestellten zu reden? Es geht ja nicht um einen Religionswechsel o.ä.

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    Original geschrieben von Evilandi666
    Ich kann da ChickenHawk nur zustimmen, als WI bist du nicht richtig, weder Informatiker noch BWLler.
    Das ist genau wie mit den Nebenfächlern(NF), sie haben das zwar als NF gemacht, aber da fehlt teilweise einiges, was die Hauptstudiengängler drin haben.
    Du bist eben in beiden Bereichen sowas ähnliches wie ein NFler.


    Die BWL ist ja genauso kunterbunt zusammengewürfelt aus verschiedenen Themen wie die WI. Wenn manche meinen, dass es nun gerade für die eine Themenkobination passgenaue Berufe gibt, und für die andere nicht, dann frage ich mich wie durchdacht dieses Gedankengebilde wohl ist... (Sieht es vielleicht so aus: "Erst wurden die Studiengänge geschaffen, dann die dazugehörigen Berufe. Weil die WI erst so spät geschaffen wurde, hat man noch keine Berufe dafür, man muß sie jetzt erst bei den BWL/Informatik-berufen wegnehmen - aber die sind ja schon passgenau für die anderen Fächer gemacht, daher passen die WIler da nicht so gut rein..." ? :D )


    Die Vorbehalte ggü jüngeren Diszplinen haben wie oben angedeutet nichts damit zu tun was man inhaltlich macht/lernt hat, sondern mit dem Gruppeninstinkt und Schubladendenken von manchen Leuten. Vlt. sollte man etwas davon weg kommen das Studium als Berufsausbildung mißzuverstehen, dann wäre sicherlich schon viel gewonnen.