Hallo,
die WiWo stellt fest, dass 1&1 blauäugig gedacht hat, dass nur ein paar weitere Aktiv-Antennen (mit Sende/Empfangseinheit) aufgehängt und mit dem Ethernet zum 1&1 Zentralrechner verbunden werden müssten.
Die Realität ist eine andere: Es braucht Genehmigungen, die effektive Strahlung darf Grenzwerte nicht überschreiten, das muss ggfs. nachgemessen werden. Dann muss die Statik der Türme neu berechnet werden und so weiter. Und das geht halt nicht mal so eben zwischendurch.
Das wäre so extrem blauäugig, dass ich es für völlig abwegig halte. Statik, EMV-Anforderungen und Bürokratie haben sich in den letzten 5 Jahren nicht verändert. Und natürlich wusste die 1&1, dass es nicht mit "ein paar" Antennen getan sein würde, um allein die Versorgungsauflagen einzuhalten, die mit der Lizenz verbunden sind. Kommerzielle Anforderungen kommen ja noch dazu.
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Entscheidend ist der Preis, den er dafür verlangt.
Die Frage ist eher: zu welchen Kosten kann man im 1&1-eigenen Netz produzieren, zu welchen Preisen würde man bei TEF/VDF einkaufen?
Verträge hat 1&1 mit 11,2 Millionen (https://www.heise.de/news/1-1-…nbieter-mehr-7317075.html) erst mal genug. Die werden alle einfach umgezogen. Das ist das einzig größere, was bei 1&1 auf der Haben-Seite steht: diese riesige Menge an bestehenden Kundenbeziehungen plus der offenkundig gut funktionierende Vertrieb dahinter.
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Wenn die Preise zu nah an den bisherigen Angeboten liegen, sollte man sich das sehr gut überlegen.
Erstmal: Ich gehe davon aus, dass der Plan war/ist, die Verträge einfach unverändert ins eigene Netz zu überführen. Weiter: Die letzten Drillisch-"Aktions"-Preise in diesem Monat liegen eh deutlich unter dem, was die Netzbetreiber selbst aufrufen. 10 GB Allnet für 8 €/Monat, 20 GB für 10 €/Monat. Am Ende geht's für die Finanzen darum, einen auskömmlichen ARPU zu generieren.
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Wenn er eine unlimited Flatrate (Daten/Telefonie) für sagen wir 19,95 / Monat anbieten könnte, wäre das der Knüller und als Drittkarte ein Versuch wert.
Außer ein paar Nerds hat niemand eine Drittkarte und auch weniger eine Zweitkarte, die aus der Schublade mal das Tageslicht sehen würde. Das wäre hier ein Knaller, aber auf dem breiten Markt vielleicht eher nicht so. Wenn ich 20 GB für 10 € kriegen kann und mir das fünfmal reicht, warum sollte ich mehr GB für 20 € nehmen? Festnetzersatz im breiten Maßstab wird das Netz eh kapazitätsmäßig nicht machen.
[1&1-Verträge im VF-Netz]:
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da die Tarife schlicht unattraktiv geworden sind
Ja eben, die paar Kunden, die immer noch im VDF-Netz mit Uralttarifen laufen, fallen vielleich nicht gerade durch übertriebene Wechselbereitschaft, Qualitätsansprüche (ans Netz) oder Preissensibilität auf.