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Original geschrieben von Timba69
Du hast aber scheinbar nicht verstanden, das deine "Schuldscheine" eben Geld ist. Und Geld, was durch Werte hinterlegt ist (Gold, Wertgegenstände, Eigentum) hat kein Land oder nach deiner Diktion "Volkswirtschaften" mehr.
Alle bezahlen in "Schuldscheinen". Nach BWL-Sichtweise sind die USA, Japan und Indien de facto pleite bzw. insolvent.
Genau wie ein Großteil der Welt.
Es geht nicht primär um das Zahlungsmittel. Es geht um die Handelsbilanz.
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Dieses "nur" hat aber nach wie vor einen Wert in der Welt. Ausserdem, was soll es denn sonst geben? Murmeln? Muschelschalen? Kamele?
Hast du meinen Beitrag ganz gelesen?
Sinn des Außenhandels einer Volkswirtschaft ist gerade, damit Murmeln, Muschelschalen, Kamele und andere Güter kaufen zu können. Deutschland verkauft seit Jahren hochwertige Güter ins Ausland, kauft dafür aber nicht im gleichen Umfang ein. Das Ausland liefert daher statt Waren de facto für große Werte nur Schuldscheine. Das funktioniert aber nicht mehr, wenn es zu viel wird und wichtige Akteure bezweifeln, dass eine andere Volkswirtschaft die Verschuldung je zurückzahlen wird. Diese Situation haben wir bei Griechenland. Die Griechen reagieren darauf wahrscheinlich kurz- bis mittelfristig, dass sie kurzerhand die Schulden nicht mehr bedienen und für nichtig erklären. Was damit im Ausland gekauft wurde - zum Beispiel in Deutschland - steht aber ja immer noch da und wird auch da bleiben.
Deutschlands Export beruht auch darauf, dass Volkswirtschaften Waren angedreht werden, die die sich eben gar nicht leisten können.
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"Anschreiben" tut jeder bei jedem.
Der Saldo zählt. Dabei wären die USA zum Beispiel eher auf der anderen Seite zu finden - die importieren seit Jahren viel mehr an Wert, als wieder rausgeht. Die Welt gibt den USA die Waren im Vertrauen, irgendwann mal was dafür zu sehen - solang gibt es nur bedrucktes Papier oder eher Bits im Computer.
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Insofern braucht sich die deutsche Exportindustrie durchaus nicht so sehr vor einer möglichen Aufwertung fürchten, wie das von den Euro-Fanatikern immer behauptet wird.

Der deutsche Export wird erst einmal das Problem haben, neue Abnehmer zu finden. Wie oben geschrieben: Die deutsche Außenhandelsbilanz weist ein aus Sicht etlicher Ökonomen viel zu hohes Plus aus. Wir liefern Güter an Volkswirtschaften, die sich das gar nicht leisten können. Und die nie zahlen werden. Die Wahrscheinlichkeit steigt leider immer weiter. Clever an der Sache: Das Problem bleibt nicht bei den Firmen hängen, die dorthin geliefert haben. Sondern an ganz Deutschland.
Um auch mal einen schlechten Vergleich zu gebrauchen: Du kannst der beste Wirt im Ort sein mit der höchsten Qualität weit und breit. Das bringt dir nichts, wenn die Kunden sich eigentlich gar nicht so viele Kneipenbesuche leisten könnten und dein Laden nur noch brummt, weil du jeden anschreiben lässt.
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Damit uns die jemand abkauft, muss er erstmal Geld haben. Auch wenn Deutschland sich unter dem Strich seit einiger Zeit de facto mit Schuldscheinen bezahlen lässt, die absehbar zum Großteil abgeschrieben werden müssen.
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Das Problem ist ja daß mit dem ESM keinerlei Bedingungen mehr gelten bezüglich Sparsamkeit etc. Es lohnt sich also ab sofort für kein Land mehr zu Sparen. Das Geld wird mit vollen Händen ausgegeben, und die Idiotenstaaten die so blöd waren zu sparen, zahlen die Zeche.
Warum sollten Staaten auch zum Sparen verdonnert werden, wenn sie das Geld weitgehend für die Banken brauchen?
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Nochmal: Lies dir bitte die Vereinbarungen und das zu entscheidende Regelwerk zum ESM noch einmal genau durch.
Und damit meine ich nicht Wikipedia oder die Bild.
Ganz ohne "Wikipedia oder Bild": Welcher Haftungsobergrenze Deutschlands hat der Bundestag denn gerade zugestimmt? Wie kann das Parlament jetzt noch eingreifen?
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Sollten sie sich allerdings als richtig herausstellen, würde sich hier - um es freundlich auszudrücken - doch ein gewaltiger Erklärungsbedarf ergeben.
Für wen denn?
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Wenn du das KwK-Formular per Post schicktest, ging es...
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tobor hat hier ja schon seine Prämie erhalten.
Ich habs direkt über Affilinet abgeschlossen. Der Abschluss wurde da wohl komplett "vergessen", außer dem Klick ist nichts vermerkt. Evtl. ist das auch das Grund, warum es bei qipu so lang dauert. Startprämie auch noch nicht gebucht, aber dafür wollte sich die HVB ja eh vier Monate Zeit lassen.
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Weder Haften die Staaten beim ESM in unbegrenzter Höhe, noch kann der ESM unbegenzt Kredite vergeben.
Stammkapital sind 700 Milliarden, 620 Milliarden können nachgefordert werden. Danach muss der Rat befragt werden. Und da zählt auch die deutsche Stimme. Zudem wir der ESM unter Vorbehalt der Raitifizierung der Geberländer stehen.
Zur Größenordnung: Der komplette deutsche Bundeshaushalt für ein Jahr liegt bei etwa 300 Milliarden €.
Im Vertrag, den der Bundestag absegnen soll, ist keine Begrenzung vorgesehen. Wo findet also noch eine parlamentarische Kontrolle statt? Soll der Bundestag nach einer kurzfristigen Kapitalerhöhung über den bereits vorgesehenen Betrag knapp unter der Billionen-Euro-Grenze hinaus dagegen protestieren, wenn die Kohle schon wieder weg ist - oder wie?
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Also deutlich besser, wie Eurobonds, oder ähnlich. Da ist nämlich tatsächlich keine Kontrolle mehr vorhanden.
Wie kommst du darauf?
Es ist schlicht populistisch, gegen Eurobonds allein zu sein, weil damit die Haftung "vergemeinschaftet" wird. Klartext: Das ist längst geschehen. Deutschland haftet laut Finanzministerium stand jetzt für über 310 Milliarden Euro (http://www.spiegel.de/wirtscha…tungsschirm-a-841116.html). Und per ESM haftet Deutschland nochmal für Beträge mindestens im Bereich kompletter Jahresausgaben, der ESM bietet die Möglichkeit, die Summe noch zu erhöhen und zeitlich begrenzt ist die Nummer schon mal gar nicht.
Was käme mit Eurobonds bitte schlimmer?