Zitat
ich weiss nicht ob die Bahn wirklich auf das System wartet, aber wer weiss was die Bahn in 10 Jahren in ihren Zügen drinn hat, das ist ja noch eine sehr lange Zeit und evtl ist schon etwas in der Planung.
Wie geschrieben: das würde allem widersprechen, was in den letzten Jahrzehnten in der Bahntechnikbranche da war. Du hast noch dazu ja immer das System Bahn. Jeder Zug, der die Strecke befahren können soll, muss die passende Sicherungstechnik dabei haben.
Zitat
Aber ist auch kein Problem, ein Leitsystem ist sicher recht schnell im Tunnel verbaut, egal ob man das heute schon ordert oder in 8 Jahren. Die paar Glasfaserkabel und Stromkabel die man in vorgefertigte Kanäle im Tunnel legt sind in der derzeitigen Planungsphase wohl wirklich nicht wichtig.
Ne, so einfach ist das bei der Bahn eben nicht. Mal als Beispiel, wie man es mir letztens erklärt hat:
Man muss auf jeden Fall verhindern, dass ein Zug einem anderen in die Quere kommt. Das heißt: Selbst wenn ein rotes Signal übersehen wird, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, den Zug rechtzeitig zum Halten zu bekommen. Bei "herkömmlicher" Signalisierung hat man das so gelöst, dass am roten Signal ein Magnet liegt, der im Zug eine Zwangsbremsung auslöst. Der Zug stoppt aber nicht sofort, die Bremswege sind ja deutlich länger als beim Auto und gehen bis weit über 1 km bei Vollbremsung. Das Signal muss also rechtzeitig vor einer Gefahrenstelle stehen, damit der Zug nicht dort "reinrutscht". Das ganze läuft dann auch noch in Abhängigkeit von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit beim Signal.
Bei ETCS in höheren Leveln (es gibt dort mehrere Betriebsmodi) und eben dem 40 Jahre alten LZB gibt es keine ortsfesten Signale mehr, dort wird dem Lokführer (und einer Überwachung in der Lok) jederzeit mitgeteilt, wie schnell man fahren darf, um rechtzeitig vor der Gefahrenstelle zum Halten zu kommen. Nur damit kann man es schaffen, Züge quasi unmittelbar folgend in einen Bahnhof einfahren zu lassen.
Letztlich hat man also bei "herkömmlicher" Signalisierung teilweise die Anlagen so gebaut, wie die Signaltechnik es erfordert - mit zusätzlichen Schutzweichen, Durchrutschwegen usw. und das weiter über den Umfang von ein paar Kabeln hinausgehend. Alternativ muss man die zulässige Geschwindigkeit reduzieren. Und das verringert wiederum die Kapazität eines Bahnhofs enorm und ist darum auch wichtig, wenn man sagt, welche Größe man für ein Verkehrsaufkommen X braucht.
Im Zusammenhang mit S21 wäre - Achtung, Glaskugel! - also z.B. möglich, dass das ganze Projekt auf Zugfolgezeiten mit ETCS ausgelegt ist, obwohl in den Sternen steht, ob ETCS bei den Zügen, die in 20 Jahren nach Stuttgart fahren, überhaupt vorhanden ist. Der ICE 1 ist übrigens auch schon knapp 20 Jahre alt und wird noch über 10 Jahre fahren - um die Lebensdauern von Zügen zu verdeutlichen.