Größtes deutsches Bahnprojekt aller Zeiten beschlossen: Stuttgart 21

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    Ich teile da deine Meinung nicht. Man kann das nicht einfach zurückziehen, die Bahn muß sich darauf verlassen können das eine erteilte Baugenehmigung auch Bestand hat. So ist es in einen Rechtsstaat. Bei der Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ist es ähnlich, jeder der schwarz-gelb bei der letzten Bundestagswahl seine stimme gegeben hat, wußte das diese Parteien für eine Verlängerung sind. Sie haben eine demokratische Mehrheit und setzen das jetzt um. Das müssen die Gegner akzeptieren, sie haben die Wahl verloren. Wir haben keine Stimmungsdemokratie, nicht irgendwelche Meinungsumfragen bestimmen die Richtung in der Politik sondern demokratisch gewählte Regierungen und erst recht nicht die Opposition. Alles andere sind Humbug.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ich teile da deine Meinung nicht. Man kann das nicht einfach zurückziehen, die Bahn muß sich darauf verlassen können das eine erteilte Baugenehmigung auch Bestand hat.


    IMHO dürfte gar keine Baugenehmigung erteilt werden, solange nicht alle Fragen geklärt sind. Bis heute ist AFAIK nicht einmal die Frage der Stromversorgung und Signalanlagen im Tunnel geklärt.


    Aber politisch gewollte Projekte werden sowieso anders behandelt als der Wunsch eines normalen Bürgers z.B. nach einer Garage.

    Meine Beiträge können Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.

  • Zitat

    die Bahn muß sich darauf verlassen können das eine erteilte Baugenehmigung auch Bestand hat.


    Die "Bahn" tritt hier als Staatskonzern auf, dessen Bereich "Netze" laut GG immer in Staatseigentum bleiben muss und der bei Stuttgart 21 keinen einzigen Schotterstein ohne zusätzliche Milliardenzuschüsse des Staates drehen würde.


    Wenn das Volk als Souverän mehrheitlich gegen Stuttgart 21 ist, kannst Du m.M. kaum allein mit dem Argument eines abgeschlossenen Genehmigungsverfahrens auch dessen Durchsetzung fordern.


    Es gab/gibt genug genehmigte Projekte, bei denen man sich dann doch anders entschloss und das Geld woanders ausgab.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Bei der Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ist es ähnlich, jeder der schwarz-gelb bei der letzten Bundestagswahl seine stimme gegeben hat, wußte das diese Parteien für eine Verlängerung sind.


    Ja. Aber wo ist hier die Verlässlichkeit für die Unternehmen aus dem Bereich der alternativen Energien, die sich nach dem beschlossenen Atomausstieg recht sicher wähnen durften und denen die erneute Umkehr nun alles beschert, nur keine Planungssicherheit? Wo ist denn da die Demokratie abgeblieben und dass man einmal beschlossene Dinge auch umsetzen muss? Ich seh es nicht...


    Das Interview in der StZ finde ich auch sehr gut, sehr treffend zum Thema Aggression folgender Absatz:


    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat


    Original geschrieben von archie83
    IMHO dürfte gar keine Baugenehmigung erteilt werden, solange nicht alle Fragen geklärt sind. Bis heute ist AFAIK nicht einmal die Frage der Stromversorgung und Signalanlagen im Tunnel geklärt.

    es wäre wohl betriebswirtschaftlich der größte Fehler schon jetzt Verträge für Signalanlagen zu unterschreiben, das kann man auch noch in 8 Jahren machen, bis dahin ist entweder eine neue Generation auf dem Markt oder die Preise sind stark gefallen.


    Irgendwo habe ich mal gehört dass die Leit und Signalsysteme in der EU mal vereinheitlicht werden sollen, warum soll man dann jetzt, nur damit ein System bestellt ist eines bestellen das dann für viel Geld aufgerüstet werden muß ?



    Kabelschächte sind garantiert vorgesehen, ich denke nicht dass die Bahn das vergessen hat.



    Oder kaufst du wenn du ein Haus baust vor dem 1. Spatenstich schon die Inneneinrichtung ?

    Zitat

    Das Interview in der StZ finde ich auch sehr gut, sehr treffend zum Thema Aggression folgender Absatz:


    dass zumindest Kastanien und Stühle in Richtung der Polizei geflogen sind geben sogar die Parkschützer zu. Und dort wo der Mann der leider an den Augen verletzt wurde war war so ein Unruheherd. Dort sind Stühle und Bierbänke geflogen, das ist in Bildmaterial ersichtlich.

  • Zitat

    Original geschrieben von hottek
    dass zumindest Kastanien und Stühle in Richtung der Polizei geflogen sind geben sogar die Parkschützer zu. Und dort wo der Mann der leider an den Augen verletzt wurde war war so ein Unruheherd. Dort sind Stühle und Bierbänke geflogen, das ist in Bildmaterial ersichtlich.


    Kastanien habe ich selbst auch gelesen. Für Stühle und Bierbänke habe ich noch keine Quelle. Ebensowenig dafür dass der verletzte Mann so ein Unruheherd war. Woher hast Du das?

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Irgendwo habe ich mal gehört dass die Leit und Signalsysteme in der EU mal vereinheitlicht werden sollen, warum soll man dann jetzt, nur damit ein System bestellt ist eines bestellen das dann für viel Geld aufgerüstet werden muß ?


    Nur blöd, dass die Bahn überhaupt keine Triebfahrzeuge besitzt, die mit dem neuen System klar kommen. Es sollen nicht nur ICEs, sondern auch Regionalzüge und S-Bahnen den neuen Durchgangsbahnhof anfahren. Da kommen auf jeden Bahnanbieter erhebliche Kosten zu, vor allem, da das übrige Schienennetz weiterhin PZB/LZB verwenden wird.
    Wenn schon klar ist, dass ETCS kommen soll, warum wird dann die notwendige Umrüstung der Triebfahrzeuge verschwiegen? Weil das S21 noch teurer machen würde?


    Zitat

    Original geschrieben von hottek
    Oder kaufst du wenn du ein Haus baust vor dem 1. Spatenstich schon die Inneneinrichtung ?


    Warum sollte ich? Ich sollte mir aber schon vorher Gedanken machen, ob ich Satelliten- oder Kabelempfang möchte, damit die Leerrohre entsprechend verlegt werden.

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  • Zitat

    es wäre wohl betriebswirtschaftlich der größte Fehler schon jetzt Verträge für Signalanlagen zu unterschreiben, das kann man auch noch in 8 Jahren machen, bis dahin ist entweder eine neue Generation auf dem Markt oder die Preise sind stark gefallen.


    Es geht nicht ums Kaufen, sondern um die Festlegung, was man da aufbauen will.


    Zur Preis- und Technikentwicklung: Hast du dir mal ein "normales" DB-Stellwerk in letzter Zeit angeschaut? Es gibt Hauptstrecken, da steht Signaltechnik von vor dem Krieg. Nach Auskunft eines DB-Mitarbeiters plant man für ein neues Stellwerk eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten ein. Und die Technik in den modernsten Elektronischen Stellwerken besteht dann zum Beispiel aus Stellrechnern, die irgendwann in den 80ern produziert sein könnten.


    Zitat

    Irgendwo habe ich mal gehört dass die Leit und Signalsysteme in der EU mal vereinheitlicht werden sollen


    Ja, mit ECTS. Das gibt es schon und das ist schon im Einsatz. Das Problem ist, dass die Fahrzeuge das nicht haben und so schnell auch nicht haben werden.


    Zitat

    warum soll man dann jetzt, nur damit ein System bestellt ist eines bestellen das dann für viel Geld aufgerüstet werden muß ?


    Wie gesagt: es gibt die nötige Technik schon.


    Zitat

    Wenn schon klar ist, dass ETCS kommen soll, warum wird dann die notwendige Umrüstung der Triebfahrzeuge verschwiegen? Weil das S21 noch teurer machen würde?


    ETCS -only geht nicht. Das würde bedeuten, dass tatsächlich nur diese Fahrzeuge den Bahnhof befahren können. Bis heute haben aber nicht einmal mehr als eine Handvoll ICE ECTS-Technik an Bord. Bei den ICE-Neubaustrecken wird grundsätzlich noch parallel "normale" Technik mit ortsfesten Signalen und dem ganzen Brimborium verbaut.


    Der "Vorgänger" (aus Sicht der Möglichkeiten) von ETCS war übrigens LZB, das seit den 70ern in Betrieb ist. Damit lassen sich große Kapazitätszuwächse erzielen und man kann auf "normale" Signale verzichten, weil die entsprechenden Informationen über Funk in den Führerstand übertragen werden. Bis heute hat die Mehrzahl der Fahrzeuge nicht einmal das.

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Ja. Aber wo ist hier die Verlässlichkeit für die Unternehmen aus dem Bereich der alternativen Energien, die sich nach dem beschlossenen Atomausstieg recht sicher wähnen durften und denen die erneute Umkehr nun alles beschert, nur keine Planungssicherheit? Wo ist denn da die Demokratie abgeblieben und dass man einmal beschlossene Dinge auch umsetzen muss? Ich seh es nicht...


    :


    Jedes Gesetz kann wieder geändert werden, das gehört eben auch zur Demokratie. Wenn eines Tages eine andere Regierung an die Macht kommt, kann sie auch wieder Gesetze der jetztigen Regierung ändern bzw. kippen. Da kann man nicht sagen, wegen Planungssicherheit dürfen keine Gesetze geändert werden, das ist totaler Unsinn. Außerdem sehe ich keinen Zusammenhang mit der Verlängerung der Laufzeiten für Kernenergie und der Planungssicherheit für erneuerbare Energien, der Ausbau geht unabhängig davon weiter. Wenn du unter Planungssicherheit verstehst das bestehende Gesetz für alle Zeiten festzementiert sein sollen, dan hast du Demokratie falsch verstanden. Rot-Grün will die jetztige Gesundheitstreform auch wieder kippen, wenn sie wieder an die Macht kommen sollten. Da kann man dann auch nicht sagen, die dürfen das nicht wegen Planungssicherheit. Die dürfen das selbstverständdlich wenn sie die Mehrheit dafür haben, genauso kann die jetzige Regierung den durch Rot-Grün beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie wieder kippen.

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