herold: Ja, du hast im Prinzip recht. In Europa ist nun zum eigentlichen Downsizing, was die letzen 30 Jahre kultiviert und auf die Spitze getrieben wurde, nun auch endlich das Thema Aufladung dazugekommen. Erst in Form des Turbodiesels, da es dort einfacher zu realisieren ist als beim Ottomotor (niedrigere Abgastemperatur), und jetzt auch beim Benziner. Das erste wundervolle Stück Technik war der 1,8T von VW/Audi, nun wird der TSI dazukommen.
Ich bin ein Fan von aufgeladenen oder grossvolumigen Motoren, aber jagen kannst du mich mit kleinvolumigen, hochdrehenden Saugmotoren, wie sie bei vielen Herstellern noch Standard sind.
Die Amis haben seit jeher den einfacheren Weg gewählt, nämlich einen zum Fahrzeuggewicht passenden Hubraum genommen, die Verdichtung nicht zu hoch geschraubt, damit Joe Schmoe auch weiter sein "Regular" an der Tanke kaufen kann mit 88 Oktan, und fertig war das angenehm zu bewegende Auto.
Die Europäer hingegen haben die letzen 30 Jahre (nach der Ölkrise) angefangen, den Hubraum immer weiter zu verkleinern und durch Mehrventiltechnik immer mehr PS bei immer höheren Drehzahlen rauszuholen. Und solange das ohne Aufladung geschieht, fehlt dem Motor der "Schmackes" bei Drehzahlen unter 5000 1/min. So kommt es, dass Autos mit 1,8 Liter und 150PS immer noch genauso fahren wie damals nen Kadett oder Escort mit 1,8 Litern und 90PS. Viel PS aus kleinem Hubraum ohne Aufladung ist eine Mogelpackung. Er erreicht zwar die Höchstgeschwindigkeit und die guten Werte beim Sprint von 0-100, aber fahren tut er sich saft- und kraftlos.
Der R32 würde sich gut verkaufen, wenn er günstiger wäre und nicht so ein biederes Opa-Auto wie der Golf wäre. 3,2 Liter Hubraum ermöglichen angenehme Fahrleistungen in dieser Gewichtsklasse. Er müsste gar nicht 2xx PS haben, soll er doch nen Drehzahlbegrenzer auf 5000 reinkriegen, 150PS haben , dann fährt er nur 200, und alle anderen Komponenten wie Fahrwerk, Bremsen etc könnten billiger ausfallen. Man hätte ein angenehm zu fahrendes Auto, welches relativ günstig in der Anschaffung wäre.
Der GTI ist durch seine Aufladung natürlich ein tolles Auto, welches sich sicher ausgezeichnet verkaufen lassen wird. Der Kunde hat zwar nur 2 Liter Hubraum, aber trotzdem geht der Wagen "wie die Sau", dank der Aufladung.
Den TSI beobachte ich auch schon, seit er vorgestellt wurde, den werde ich bei Gelegenheit auch mal Probefahren. Bin sehr neugierig auf die Charakteristik dieser Maschine.
Der VR5 mit 2,3 Litern von VW hat sich schlecht verkauft, da er ohne Ende lahm ist und säuft wie ein Loch. Er ist parallel zum sagenhaften 1,8T angeboten worden, gegen den er überhaupt und gar keine Chance hatte. Ein 2,3 VR5 verfrühstückt man mit jedem TDI 90 PS, und war bis in hohe Tempobereiche rein. Aber die wenigen Besitzer der VR5 können sich zufrieden auf die Schultern klopfen, da sie ja ein Zylinder mehr fahren als "der Pöbel", aber dafür braucht ihre Karre 13 Liter und wird von jedem Kleinwagen abgehängt.
Zum Voyager 2,4: Klar, für so ein schweres Auto ist der Motor auch zu klein. In USA ist der 2,0 oder 2,4 die typische Einstiegsmotorisierung in der Compact und Intermediate-Klasse. Sie reicht, um vorwärts zu kommen, aber schnell ist ganz was anderes. Einen Minivan wie der Voyager wird eigentlich nicht unter einem Sechszylinder gefahren, dafür ist er einfach zu schwer.