Zitat
Original geschrieben von Betamax
Ich habe seit diesem Jahr einen Politik-LK belegt, da mich das Thema Politik und Wirtschaft sehr interessiert. Ein paar Fragen hab ich daher, vielleicht mag sie ja jemand beantworten, stehen alle in Zusammenhang mit der Wahl:
Erstes Thema: Die Linken! Nicht nur in meiner Meinung sind die Kommunisten genauso schlimm wie die Rechten, nur wird das komischerweise nie (in den Medien) so dargestellt. Woran liegt das, mag mir das jemand erklären?
Weitere Erklärung zu folgendem gesucht:
Plakat 1: "Reichtum für alle!"
Plakat 2: "Reiche stärker besteuern!"
Natürlich beides mal die Linken - passt jedoch absolut garnicht zueinander. Mal ganz abgesehen davon, dass gerade für junge Leute garkein Anreiz darin mehr bestehen würde, Leistung zu bringen, wenn sowieso jeder gleich ist und ein überdurchschnittlich hohes Einkommen nur zu höheren Steuern führt!
Alles anzeigen
Wer nicht in der Regierung sitzt, kann auch allen 1000 Euro versprechen, sofern die Wähler es wählbar finden. Im Rahmen von Koalitionsverhandlungen muss man ohnehin hier oder da Abstriche vom eigenen Programm sehen, oder hat das große Ausmaß der extrem schlecht gewirtschafteten Vorgängerregierung vorher nicht kennen können.
"Reiche stärker besteuern" war sicherlich als Allgemeinplakat schon lange vorher geplant und zielt wohl auf die Vermögenssteuer und Börsenumsatzsteuer ab. Das erste Plakat, ist sinngemäß die Reaktion auf die 4 Millionen weniger Arbeitslose bei SPD bei (bzw. 2 Millionen bei Grünen) (Zitat sinngemäß:"Wenn die SPD 4 Millionen weniger Arbeitslose verspricht, haben wir uns gedacht können wir auch Reichtum für alle versprechen. Man ist ja nicht nur des Geldes wegen reich, sondern es gibt auch Reichtum an Bildung, sozialer Wärme,Gesundheit etc."). Da jeder Politiker der Linken zu dem Plakat in vielen Talkshows gefragt wird, war es sicherlich auch beabsichtigte Provokation um beim Wähler und in den Medien hängenzubleiben. Die Linke will wahrscheinlich auch nicht die DDR zurückhaben (wo natürlich ggf. auch ein Uniabsolvent viel mehr als der Küchenhelfer verdient hatte). Auch wenn man die Forderung der Linken als Korrektur der Umverteilung verstehen will (da mehr Menschen weniger haben, wählen diese auch mehr die, die ärmeren mehr versprechen) ist das Problem der linken Ideologie an der Macht aber m.M. ein anderes. Die Ideologie wird leicht über das Recht und die Würde gestellt (Stasigefängnisse, Polpot-Regime, Gulags, Kulturrevolution). Aber natürlich nur wenn man alleine und zentralistisch regieren kann.
Das mit den Steuern ist ja nicht linear. Wer ganz wenig verdient zahlt nichts, wer wenig mehr verdient zahlt (und wegen kalter Progression gibt es auch Ausnahme- Fälle wo dort eine Erhöhung des Gehaltes in dieser Klasse bereits jetzt zu einer realen Senkung des Nettogehaltes (=was am Ende bar rauskommt für den Arbeitnehmer) führen kann). Wenn man dann viel mehr verdient zahlt man einen Grenzsatz. Wenn man dort also 1000 Euro mehr verdient, hat man aber selbst bei 50% Steuern dort effektiv 500 Euro mehr in der Tasche. Wenn man keine Steuern erheben würde, wäre der Staat so zahlungsunfähig, dass viele Verhungern würden und es auch zu (unbeherrschbaren) Gewaltausbrüchen käme.
Nimmt der Staat von den Minijobbern und Arbeitslosen 10% mehr Geld hat er effektiv nichts verdient, weil er es diesen wieder (direkt oder indirekt) zurückgeben müsste (Existenzsicherung) und irgendwoher müssen ja die Milliarden aus dem ausgegebenen Konjunkturpacket ja wieder herkommen....
Die CDU ist übrigens so leise, dass man denen wenn schon keine Erhöhung von Steuern schon die Einführung einer C02-Abgabe o.Ä. zutrauen könnte. Da das damals mit der angekündigten Mehrwertsteuererhöhung nicht so gut lief für die Union, sagen sie diesmal lieber nichts und wollen nur verschiedenes (für den Fall wenn es die Finanzlage mal zulassen könnte).
A la Schlemmer: Ich verspreche nichts und das halte ich auch.
Die FDP will das Geld so ausgeben, dass sich die Finanzkrise wiederholt im für dich sicher ungerechtem Dreistufensteuersatz.
Damit die aktiven Leistungsträger ihre Boni bekommen, dafür, dass sie wissen wie man Steuern umgeht und Verluste auf die allgemeinen Steuerzahler abwälzen kann.
Auch bin ich mir nicht ganz sicher ob es bei deren Einschnitten in die Sozialsysteme, nicht auch zu brennenden Autos und erhöhter Ellenbogengesellschaft und damit Verschärfung sozialer Probleme kommen würde zwischen dem einen Leistungssieger und den vielen anderen, die er geschlagen hat im Konkurrenzkampf. Aber das ist nur meine Meinung, weil du diese Partei nicht erwähntest. Allerdings bringt die FDP sicher frischen Wind und einige jugendliche Veränderungsvorschläge, die der heutigen flexiblen Zeit sicher angemessener sind, als die Stichtagsregelungen im Paragrafendschungel.
Zitat
Original geschrieben von Betamax
Dritte Frage: Die SPD plakatiert hier sehr oft den Slogan, dass sie auf "saubere" Energie setzen! Da frag ich mich doch glatt: Warum sind die dann gegen Atomkraft? Die ist extrem sauber! Und dann schreit ein Minister kurz nach einer Panne: "Wir dürfen die Laufzeiten der alten AKW´s nicht verlängern". Recht so, denk ich mir. Doch warum um gottes Willen bauen die dann keine neuen AKWs? Deutschland ist doch ein hochtechnologiertes Land, wir könnten die sichersten und saubersten AKWs hier bauen!
Ich würde mich über Meinungen freuen 
Schön, dass du so unpolitisch keine Probleme bei den Wahlversprechen von FDP und CDU gefunden hast
.
Die Atomkraft ist nicht sauber da radioaktiver Müll anfällt der in Endlagern (Gorleben,Asse) auch nicht sicher gelagert werden kann. Wenn man große Gebiete nicht radioaktiv belasten möchte, sollte man sich an Sonne und Wind halten. Leider gibt es sicherlich bei wirtschaftlicher Not keine Alternative dazu, einfach mal ein AKW neu anzuschalten, dass ja dann so sicher ist bis einer der vielen Störfälle mal zum Tschernobyl2 führt. Orte wo man recht viel Schaden anrichten kann, sind auch aus sicherheitspolitischer Sicht sehr gefährlich (Erpressung, Anschläge etc.)
Viel Spass beim Politikkurs. 
PS.: Und um nochmal auf das Thema Mindestlohn zurückzukommen. Renate Kühnast (B90/Die Grünen) sagte doch im Dreiergipfel sinngemäß: "Die Minijobs waren schon vor Hartz4 da und wir (als damalige Regierung) haben mit den Harzreformen sogar noch viele da rausgeholt". Also ist das allgemeine Lohnniveau in Deutschland ja noch gestiegen....