Beiträge von thomasGr

    Wie werden eigentlich die Abstimmungen per Handzeichen ausgezählt?


    Die gute Frau Pau hat ja dermaßen schnell bekanntgegeben, dass der Antrag angenommen wurde :confused: , in weniger als 2 Sekunden gezählt??


    Ich habe auch mal eine andere Abstimmung verfolgt, die per Handzeichen gemacht wurde, da waren es im Gegensatz zu dieser Abstimmung hier bedeutend mehr Parlamentarier (ca. 100-200) und da wurde in einem ähnlich schnellen Tempo durchgezählt?


    Drücken die Jungs dann noch einen Knopf an ihrem Tisch oder?

    Irgendwie ist mir der Ablauf nicht ganz klar.


    Es heißt jetzt:


    Regierung knickt nach Protesten gegen Meldegesetz ein


    Zitat

    Nach der Abstimmung war das heikle Gesetz rund eine Woche lang weder für Schwarz-Gelb, noch für die Opposition ein großes Problem - bis sich der Widerstand der Öffentlichkeit regte. Die breite Empörung brachte vor allem die CSU zur Kehrtwende


    Wie aus Koalitionskreisen zu erfahren war, ist die umstrittene Verschärfung des Meldegesetzes dabei "auf ausdrücklichen Wunsch der CSU zustande gekommen". Jetzt setzten sich CSU-Chef Horst Seehofer und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) plötzlich an die Spitze der Kritiker und gelobten, das Gesetz noch zu stoppen.


    Doch welche Interessen stehen hinter der umstrittenen Änderung des Entwurfs? Die SPD mutmaßt, dass die Koalition der Lobby der Adresshändler und der Werbeindustrie stattgegeben hat. Andererseits profitieren von der Regelung auch die Städte und Gemeinden, die ihre klammen Kassen offenbar schon längst aufbessern, indem sie diejenigen Bürgerdaten verkaufen, die sie weitergeben dürfen: Das sind Familienname, Vorname, Doktortitel, aktuelle Anschrift und ob die Person gestorben ist.


    Quelle: http://nachrichten.t-online.de…ten-ein/id_57803534/index


    Fassen wir zusammen:
    1. Regierung peitscht ein fragwürdiges Gesetz durch
    2. Es kommt Protest auf, die Regierung stellt sich auf einmal an die Spitze der Kritiker und dreht um 180°
    3. Vor allem klamme Gemeinden wollen ihre Kassen mit dem Datenverkauf ausbessern


    Ah ok, da kommen wir der Sache schon näher. Vielleicht war das ein Kuhhandel um den allseits bekannten finanziell sehr schlecht dastehenden Gemeinden eine neue Einnahmequelle zu verschaffen.


    Ich frage: gehts noch? :rolleyes:

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Irrtum. Dann wäre das gesamte Wirtschaftssystem zusammengebrochen weil die Leute scharenweise zur Bank gerannt wären um ihr Geld zu retten.


    Das hätte man aber auch anders lösen können.
    Kurzfristig alle Banken schließen und 2 Wochen Bank Holidays machen.


    Dann offiziell von staatlicher Seite alle Einlagen bis zu einer Höhe x (z.B. 100.000 €) garantieren.


    Wäre zwar auch schmerzhaft, aber besser als diese Sauerei jetzt.

    Zitat

    Original geschrieben von TM1
    Wenn Du schon den gesunden Menschenverstand nochmal ansprichst:
    Meiner sagt mir, dass man Leute mit Deiner Wortwahl (mir reicht immer schon "Teuro", aber insbesondere noch "attentatsgeschädigte rolligeisterfahrer und die hochverräterin im kanzleramt" schlicht ignorieren sollte und nicht ernst nehmen kann.
    Woran diese gesamte Wortwahl und der Duktus erinnert, wird jeder erkennen der es will.


    Wieso gehst du nicht auf seine Argumente ein?
    Das zeigt doch wieder deutlich, dass du gleich auf eine Meta-Diskussion abdriftest, anstatt mal ökonomisch und politisch zu argumentieren.


    Ich habe an einer "Elite-Uni" im Nebenfach VWL studiert (Einser Diplom) und was er gesagt hat ist - abgesehen von der drastischen Wortwahl - ökonomisch einfach nicht zu widerlegen! :mad:
    Edit: Disclaimer: Ein ehemaliger Prof. von mir ist auf der Liste des 1. Brandbriefs der Ökonomen drauf, daher bin ich hier wohl etwas vorbelastet *g*



    malinfo: Ich sitze gerade bei lecker Kuchen + Kaffee auf der Terrasse und habe mich köstlich über deinen Beitrag amüsiert. Bis auf die ein oder andere Wortwahl kann ich dir inhaltlich nur zu 100% zustimmen. Schönen Sonntag noch :top:

    Re: Re: Re: Re: Neues Meldegesetz: Firmen können auch gegen Widerspruch der Bürger Adressesn anfrage


    Zitat

    Original geschrieben von malinfo
    (ich verstehe von webseitenerstellung und -pflege -- sowie der (polizei und justiz möglichst aufwändig beschäftigenden) formulierung von strafanzeigen -- leider nichts bzw. viel zu wenig -- sonst hätte ich schon längst versucht, entsprechende aktionen anzuleiern.


    Nun, ich habe die Vermutung, dass im Falle einer solchen "Anzeigenkampagne" in den Gerichten ein extra Mülleimer eingerichtet würde, wo diese Anzeigen dann gesammelt alle reinwandern.


    Die Gerichte sind ja heutzutage durch Hart-IV Klagen etc. schon dermaßen überlastet, dass eine solche Kampagne m.E. nichts bringen würde.


    An zwei Samstagen jedoch 60.000 Leute in Berlin aufmarschieren lassen, alternativ mal 5.000 Leute einmal pro Woche vor dem Privathaus des Bundesinnenministers/der Bundesjustizministerin (die beiden sind hier doch zuständig oder?) dürfte auch erhebliche Effekte mit sich bringen.


    Man kann das Zitat von Jean-Claude Juncker nicht oft genug wieder rausholen:



    "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."
    - zitiert von Dirk Koch: Die Brüsseler Republik. Der SPIEGEL 52/1999 vom 27. Dezember 1999, S. 136


    Dieses Zitat müsste man schon jedem Schuldkind zur Einschulung auf die Schultüte drucken, damit sie sensibilisiert werden...

    Re: Re: Neues Meldegesetz: Firmen können auch gegen Widerspruch der Bürger Adressesn anfragen


    Zitat

    Original geschrieben von malinfo
    Mir ist klar, daß solche massenanzeigen, zumindest bei den ersten aktionen, allesamt im sande verlaufen würden. Aber a) müsste die justiz sie bearbeiten und b) würde damit ein zeichen gesetzt, das bei entsprechender anzeigenzahl -- zB die o.g. 60.000 -- imho im laufe der zeit (und wiederholten aktionen) schon spuren bei unseren volksver(t)retern hinterlassen würde...


    Ja, und Gauck setzt mit seiner Propaganda jetzt noch eins drauf indem er sagt dass er den Klägern gegen den ESM sogar "dankbar" ist.
    Das ist eine 1A-Volksverdummung, der gute Mann wird diesen Mist-ESM so oder so unterschreiben.
    Ich hätte niemals gedacht, dass der Pfaffe so schnell so tief sinkt.



    Aber zu deinen Anzeigen: Wieso so kompliziert machen? lass einfach an 2 Wochenenden 60.000 Leute in Berlin aufmarschieren und das Gesetz ist sofort (!) Geschichte!!! :cool:

    Re: Neues Meldegesetz: Firmen können auch gegen Widerspruch der Bürger Adressesn anfragen


    Zitat

    Original geschrieben von Sliders
    Ich finde das neue Gesetz eine Unverschämheit.


    Dito!


    Zitat

    Original geschrieben von Sliders
    Dies gilt nicht, wenn die Daten ausschließlich zur Bestätigung oder Berichtigung bereits vorhandener Daten verwendet werden.“


    Wie soll das denn in der Praxis funktionieren? Macht sich das Einwohnermeldeamt dann zum Datenbank-Pfleger für die Adressdatenhändler oder wie? :gpaul:


    Was ich mich frage: Auf wessen Drängen hin wurde das Gesetz so verabschiedet? Ich meine, die Adressdatenverkäufer-Lobby dürfte doch insgesamt nicht so groß sein und nicht so viel Umsatz / Arbeitsplätze bedeuten, wie bspw. die Automobilindustrie, die durch die Abwrackprämie profitiert hat oder die Hotelindustrie durch die Mwst.-Steuer Geschichte?



    Firmen wie die Schober Holding International GmbH aus Ditzingen dürfte das jedenfalls freuen, so können sie noch besser ihre Adressdatenbanken pflegen und zu horrenden Preisen verkaufen. :rolleyes:


    Die machen hohe zweistellige Mio. Gewinne jedes Jahr mit unseren Daten :mad:


    Bei allem gilt aber auch hier:


    Würden in Berlin an ein paar Wochenende 60.000 Menschen aufmarschieren, wäre das Gesetz sofort Geschichte (siehe Acta).


    Irgendwie kann ich mir auf dieses Gesetz überhaupt keinen Reim machen. Eigentlich ist doch auch die EU in Sachen Verbraucherschutz ganz gut unterwegs (Warteschleifen-Kosten, keine Anrufe mit unterdrückter Nummer von Werbetreibenden etc.)

    Hier im Übrigen eine astreine Replik auf die Kritiker, welche die 170 Ökonomen und ihren Aufruf kritisiert haben:


    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…eld-retten/story/27674614


    :top:
    Zentrale Aussagen:


    autares:
    Ich fände es der Qualität der Diskussion zuträglich, wenn du nicht immer nur irgendwelche ellenlange Texte verlinkst, sondern deine/deren Grundthesen in einigen wenigen Sätzen zusammenfasst und hier präsentierst.


    Ich nehme mal zu ein paar Aussagen Stellung.


    Ein dogmatisches Nein gegenüber jeglichen Formen einer Vergemeinschaftung von Risiken, wie es die Bundesregierung zumindest verbal verkündet, lässt sich angesichts der Dramatik der Lage nach Meinung des Rates nicht halten.


    Aha, da kommen wir also zu des Pudels Kern. Vergemeinschaftung von Schulden. Verletzung des Art. 125 AEU-Vertrag. Ist lt. EU-Vertrag nicht möglich (Bailout-Verbot). Diese Klausel wurde aus gutem Grunde eingeführt, warum verstehen das die Gutachter nicht?
    Die Alternative ist immer noch, in den Ländern, wo massiver Kapitalbedarf besteht, bspw. alle Vermögen über 10 Mio. zu enteignen.


    Kann mir jemand erläutern, wieso man lieber Art. 125 verletzt und andere Länder haften lässt, als die eigenen Reichen zu enteignen?


    Zur Lösung der Staatsschuldenkrise fordert der Sachverständigenrat die Umsetzung des bereits von ihm im Herbst 2011 vorgestellten Schuldentilgungspaktes, den man jetzt weiterentwickelt habe. Dazu sollen nationale Schulden, die die 60-Prozent-Marke übersteigen, in einen gemeinsamen Tilgungsfonds ausgelagert werden. Für den Tilgungsfonds würden alle Euro-Mitglieder gemeinsam haften.


    Das ist auch wieder ausgemachter Blödsinn. Zunächst sollen diese Wirtschaftsweisen bitte mal in das Fremdwörterbuch das Wort "Fonds" nachschlagen und sich dann darüber klarwerden, dass die Verwendung des Begriffs hier total daneben ist. Fonds ist i.d.R. positives Vermögen.
    Hier sollen also die Schulden, die 60% des BIP übersteigen (an diese Maastricht-Klausel hat sich ohnehin kein Land gehalten!) schön von allen abbezahlt werden. Die Logik soll mal einer verstehen, Schulden bleiben Schulden. Linke Tasche, rechte Tasche.
    Es geht also wieder um die rechtswidrige Vergemeinschaftung, wenn auch nur eines Teils der Schulden. Absoluter Blödsinn und gegen Art. 125 AEU.



    Auf 2,8 Billionen Euro beliefen sich die Auslandsforderungen Deutschlands gegenüber dem Euro-Raum Ende 2011.


    *Prust* Ok, so weit sind wir also schon. Hoffen wir mal, dass der politische Wille in den Schuldnerländern existiert - vor allem auch beim Volk - diese Forderungen auch zu begleichen.


    Fazit:
    Die Wirtschaftsweisen machen rechtswidrige Vorschläge, die im Gegensatz zu den grundsätzlichen EU-Verträgen stehen. Davon, dass im Kapitalismus auch Einheiten (also Unternehmen, Privatpersonen, Staaten) auch scheitern können müssen (!) liest man überhaupt nichts.


    Zieht endlich die Profiteure der Krise zur Verantwortung! Spanische Immobilienmillionäre und Bauherren, deren 50.000 Wohnungen jetzt leerstehen und in Form fauler Kredite in Bankbilanzen stehen. Enteignet deren Gewinne.
    Zieht endlich in den nationalen Bevölkerungen die reichsten zur Verantwortung und enteignet deren Vermögen. Wer soll es bitte sonst zahlen, wenn nicht die eigene Bevölkerung eines Landes? Andere EU-Länder? Nö. Das wurde im Art. 125 AEU ausgeschlossen.



    Die Frage, die man sich letztlich stellen muss:
    Wollen wir ewig mit dieser rechtswidrigen und verfassungswidrigen Rumwurschtelei weitermachen, oder sehen wir der nackten Wahrheit nüchtern ins Auge, misten den "Augiasstall" endlich aus, und fangen dann sauber von vorne an?