Bei einigen Beiträgen schwillt mir dermaßen der Kamm.
Wie hier so getan wird, als seien wir Deutschen geradezu die zivilisatorische Vollkommenheit des Menschen (ziemlich schlechtes Gedächtnis kann ich da nur sagen) und Ausländer sind von Grund aus böse und uns deutscher Zivilisations- und Exporteurelite in allen Belangen unterlegen.
Was da in Deutschland, vornehmend natürlich in Großstädten mit großem Gefälle zwischen arm und reich, vor sich geht, ist nichts anderes, als die VERDIENTE Quittung an unser Scheissvolk für unsere Scheissmentalität, die wir schon immer hatten und wohl leider immer haben werden, anstatt Probleme zu lösen, sie unter den Teppich zu kehren und wegzusehen, solange wie es eben geht, dann teilweise polemisch-primitiv ewig herum zu lamentieren und uns selbst wieder einzureden, wie toll wir doch letztendlich sind und in unserer elitären Gesellschaft doch alles im Lot ist und am Ende die Symptome, aber nicht die Ursache, zu verteufeln und zu bekämpfen und sich dann zu wundern, wenn die Probleme sich dadurch noch potenzieren.
Am allermeisten frage ich mich, wie man ernsthaft Kinder und Jugendliche, die hier geboren sind, die ihr ganzes Leben hier verbracht haben und die hier aller Voraussicht nach auch den Rest ihr Lebens verbringen werden, hier zur Schule und arbeiten gehen werden bzw. sollen, als "Ausländer" oder Fremde bezeichnen kann. Verdammt noch mal, das sind deutsche Kinder. Und wie immer sie auch sind, sind sie ein vollwertiges Produkt der deutschen Gesellschaft.
Und wenn jetzt der Einspruch kommt, warum sind denn statistisch überwiegend deutsche Kinder ausländischer Herkunft auffällig, dann kann ich dazu nur sagen, dass wir als deutscher Staat und Gesellschaft völlig versagt haben.
Wir haben die Eltern dieser Kinder hier hergeholt, weil wir aufgrund der kriegsbedingten Demographie im Wirtschaftsaufschwung dringend Arbeiter, gerade auch für weniger qualifizierte, aber dafür umso wichtigere Tätigkeiten, benötigt haben. Wir haben diese Menschen nach Deutschland geholt, haben ihnen ihre professionelle Aufgabe hier beigebracht, aber wir haben uns einen Dreck gekümmert, ihnen beizubringen, wie man hier lebt. Wie man unsere Sprache spricht, wie sie simpelste alltägliche Dinge selbst verrichten können, wie sie ihre Kultur bewahren und sich trotzdem integrieren können, wie sie mit uns Freundschaft schließen können, wie sie hier in Deutschland auch als Mensch und nicht nur als billige Arbeitskraft ankommen können.
Ich bitte mal zu bedenken, dass diese Leute oftmals aus den armen und ärmsten Bevölkerungsschichten ihrer Heimatländer stammen, wenig Bildung genossen haben. Wie sollen wir da erwarten, dass diese Menschen sich selbst gesellschaftlich integrieren können, ohne sie an die Hand zu nehmen, ohne ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben?
Dass deutsche Kinder immer (noch!) weitaus weniger auffällig werden, hat doch nichts mit ihrer deutschen Staatsbürgerschaft zu tun, das hat was damit zu tun, dass in deutschen Familien das Elternhaus besser funktioniert, weil die Eltern vielleicht zumindest ein Teil wieder von dem gut machen können, was in der Gesellschaft krank ist und einfach nicht mehr funktioniert. Aber wie soll ein türkischer Vater, der als erwachsener Mann hierher gekommen ist, kaum etwas über Deutschland weiß, geschweige denn richtig deutsch spricht, seinem Sohn erklären können, wie man in Deutschland lebt. Dort findet dieser Ausgleich eben nicht statt. Das führt dazu, dass zuhause und im Viertel in Subgesellschaften gelebt wird und außerhalb dieser geschützten Räume die Kinder mit einer ganz anderen Welt konfrontiert sind, in der sie nicht gelernt haben, zu leben, in denen man sie, und das ist leider definitiv immer noch so, oft auch als minderwertig, geduldet, aber nicht respektiert, ansieht und behandelt. Dass das zu weitergehender Isolation und auch Aggression führt, ist doch ein ganz logischer Prozess. Andere Faktoren wie Armut, Perspektivlosigkeit vergrößern das Problem natürlich ungemein. Und natürlich sind wir mittlerweile schon eine Generation weiter, aber von Generation zu Generation potenziert sich das Problem noch mal.
Zwar ist das Sprachproblem nicht mehr vorhanden, dafür ist die Isolation noch viel weiter vorangeschritten und das treibt doch erst den Leuten, die daran noch Geld verdienen und ihre Ideologie verbreiten wollen, die von der Isolation und Abschottung leben, die Kunden in die Koranschule etc.
Und meine These wird doch auch dadurch bestätigt, dass "richtige" deutsche Kinder, die in zerrüttenen Elternhäusern aufwachsen und auch nicht den Ausgleich daheim finden, sich genauso entwickeln.
Das Kind ist jetzt sowieso schon in den Brunnen gefallen.
Aktuell müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden, dass wir in Deutschland in Zukunft an manchen Schulen künftig Polizei, Sicherheitsdienste und Waffenkontrollen brauchen werden, auch wenn wir wieder ewig brauchen werden, das, was notwendig ist, zu akzeptieren.
Und für die Zukunft kann die Lösung nur ein radikaler Wandel in der Migrationspolitik sein. Wir, und das nicht nur der Staat, das ist die komplette deutsche Gesellschaft, müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die jungen Deutschen ausländischer Herkunft besser zu integrieren, sei es ganz einfach im zwischenmenschlichen Bereich, z.B. der Oma, die in deutscher Gefolgschaft den Arm für Onkel Adolf ausgestreckt hat, und meint, sie hat das Recht, abwertend zu schauen, wenn ein Ausländer in die Straßenbahn einsteigt, über den Mund zu fahren. Sei es, dafür zu sorgen, dass die Kinder unterschiedlicher Herkunft auch in den Schulen wieder lernen können, miteinander zu leben, weil der Separation, die sich im Bildungssystem auftut, durch eine andere Verteilung der Schüler auf die Schulen sowie eine deutlich bessere Förderung der ausländisch stämmigen Kinder ,die natürlich eher Defizite im sprachlichen Bereich haben, als Kinder, deren Eltern muttersprachlich Deutsche sind, Einhalt zu gebieten. Sei es dadurch, den Familien wirklich Hilfestellung zu bieten, hier in Deutschland heimisch zu werden. Und ich bin mir sicher, wenn diese Hilfe wirklich mit Nachhaltigkeit angeboten wird, wenn den Menschen ein Weg gezeigt wird, aus der Isolation heraus in ein wirkliches Leben in Deutschland, das sich auf größerem Raum abspielt, als die nächsten vier Straßen, dann wird das auch angenommen werden. Nur es muss ehrlich ankommen und mit Respekt und Anstand.
Natürlich ist das eine Mammutaufgabe, da diese Menschen nicht erst ins Land kommen und wir ihre Menge dadurch begrenzen können, sondern diese Menschen schon seit Jahren und Jahrzehnten hier unter uns leben, vielleicht ist sie jetzt auch noch kaum zu bewältigen, aber wir müssen alle Anstrengung unternehmen, es zu versuchen. Als Investition in unsere Zukunft und Sicherheit.
Und wenn ich hier einige Kommentare lese und auch manchen Kollegen im Ohr habe bei Diskussionen über derartig komplexe und diffizile Themen, dann kann ich auch nur sagen, vielen von uns Deutschen würde ein bisschen mehr Bildung, vor allem in Sachen Gesellschaft und Zusammenleben, auch verdammt gut tun. Da tun sich wirklich Abgründe auf. Wir mögen zwar Exportweltmeister sein, aber im zwischenmenschlichen und sozialen Bereich sind wir Kreisklasse. Das lässt sich auf viele andere Themen übertragen (Kinderlosigkeit etc.)