Beiträge von D-Love

    Printus, du sprichst was interessantes an, aber ich würde andere Schlüsse daraus ziehen.


    Wenn wir nicht weiter diese tiefgreifenden Einschnitte in die Sozialsysteme vornehmen, werden wir noch mehr Arbeitsplätze verlieren und noch weniger Geld zum Umverteilen haben, die Mittelschicht wird immer kleiner und die Unterschicht immer größer. Das ganze Volk verarmt, nur fühlt sich jeder relativ nicht mehr ganz so arm, weil es dann vielen so geht. Ob das ein Zukunftskonzept ist, wage ich zu bezweifeln. Das hört sich für mich eher nach einer Horrorvision als nach "sozialer Gerechtigkeit" an.


    Wenn es nicht genügend Arbeitsplätze gibt bzw. viele Arbeitslose auch überhaupt nicht die ausreichende Qualifikation haben, um auf dem freien Arbeitsmarkt eine Chance zu haben, dann hat der Staat nun mal weniger Einnahmen und mehr Ausgaben und dann kann man nichts anderes tun, als Staatsausgaben massiv einzusparen und zwar bloß nicht auf Kosten von Investitionen und der Wirtschaft, weil das verschlimmert wiederum nur den Teufelskreis. Und dann bleiben eben hauptsächlich nur noch die Sozialsysteme, wobei sich auch viel durch Entbürokratisierung einsparen lassen könnte.


    Die Armut in Deutschland wir jedenfalls definitiv zunehmen, aber deswegen kann man nicht die, die Arbeit haben und die, die Arbeitsplätze schaffen, ständig "bestrafen". Sozial gerecht ist für mich einem Langzeitarbeitslosen, ein Dach über den Kopf und genügend Geld für lebensnotwendiges wie Essen, Kleidung etc. zu geben, alles darüber hinaus, kann und darf sich dieser Staat nicht mehr leisten.

    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Sehe ich genauso ... aber es wird schwierig eine Partei zu finden, die dagegen agieren kann.


    Unter Schwarz-Gelb könnte es für die FDP sehr schwierig werden dagegen zu steueren, Rot-Grün hat ja mit dem Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit erst den Stein ins rollen gebracht (und wenn die Bürgerversicherung kommt, wird erst richtig davon gebrauch gemacht), eine grosse Koalition würde wohl die grössen Einschnitte bedeuten, und die Linkspartei.PDS kann als Oppositionspartei wahrscheinlich auch nicht viel dran ändern.


    Martyn, kommst du dir eigentlich nicht sehr blöd dabei vor, eine Partei, die 40 Jahre für das exakte Gegenteil von Bürgerrechten, Datenschutz, Freiheit und Rechtstaatlichkeit gestanden hat, als auch nur ansatzweise kompetent in diesen Fragen anzusehen?


    Glaub doch bitte nicht, dass die Linkspartei tatsächlich eine neue Partei wäre, das ist sie nicht. Das, was sich da als Linkspartei verkauft, ist nichts anderes als 95% PDS. Die Linkspartei ist die PDS, sie hat lediglich einige wenige WASG-Kandidaten auf ihre Landeslisten gelassen, mehr nicht.


    Die PDS besteht immer noch zu einem großen Teil aus überzeugten Sozialisten und Kommunisten, die die Zukunft von Deutschland nicht in einem System der sozialen Marktwirtschaft sehen, sondern einen Umbruch hin zum Sozialismus und Kommunismus wollen und die auch willens sind, dies mit massiven Eingriffen in die Freiheit und Rechte der Menschen vorzunehmen, weil sie der Ansicht sind, dass Sozialismus ein Glück ist, zu dem man den Menschen zwingen muss. Klar kann man das nicht laut sagen, aber das ist die Denke eines nicht zu verachtenden Teils der Basis dieser Partei.


    Ein Oskar Lafontaine teilt diese Ansichten mit Sicherheit nicht, auch wenn ich ihn für ein großes politisches Übel halte, ist er dennoch ein überzeugter Demokrat.
    Umso gefährlicher ist es aber dennoch, dass dieser Mann sich aus Selbstverliebtheit und Rachegelüsten an der SPD, solch einer Partei vorstellt und sie für mehr Menschen als vorher wählbar macht.


    Jedem, der die Linkspartei wählt, muss klar sein, dass er die PDS wählt, die die rechtmäßigen Nachfolger der SED-Verbrecher sind, und die sich auch nur aus "imagetechnischen" Gründen überhaupt umbenannt haben. Man kann nicht 40 Jahre lang Verbrechen am eigenen Volk begehen und dann lapidar sagen: "Ok, war nicht ganz in Ordnung. Wir bessern uns jetzt." Dieses Regime hat ihr eigenes Volk bestohlen, belogen, ihre Privatsphäre mit Füßen getreten, eingesperrt und umgebracht.


    Leider überschatten die Verbrechen, die im Nationalsozialismus geschehen sind, so sehr die Verbrechen der DDR-Regierung, dass letzteres immer noch hoffnungslos romantisiert wird und man die PDS als links wahrnimmt, und nicht als genauso extrem links wie man die NPD am anderen Rand der politischen Landschaft als extrem rechts wahrnimmt.


    Auch allein deshalb wäre ein Wechsel zu Schwarz-Gelb zu begrüßen. Dann kann die SPD das Regieren lassen und sich in der Opposition wieder als Mitte-Links-Partei etablieren und damit der PDS oder meinetwegen auch Linkspartei wieder die Luft zum Atmen nehmen und sie wieder zu dem machen, was sie eigentlich ist und sein sollte. Ein bundespolitisch unbedeutes Sammelbecken von Kommunisten und Sozialisten.


    Auch wenn ich unschwer als CDU-Anhänger zu erkennen bin (wobei ich 98 Schröder (weniger die SPD) gewählt habe und kein Parteibuch habe), so ist es dennoch ein großer Verdienst von beiden großen Parteien, dass unsere Demokratie so stabil geworden ist und auch wenn Schröder mit Sicherheit auch hauptsächlich aus eigener Motivation heraus morgen abend als Bundeskanzler abdanken wird, so kann ihm dennoch attestieren, dass er ein vorbildlicher Demokrat ist, weil er den Weg für Frau Merkel frühzeitig freigemacht hat und der SPD mit seinem Abgang die Chance gibt, wieder die linke Mitte zu besetzen, auch wenn ich den Weg persönlich nicht schlecht finde, bleibt er aber verfassungsrechtlich zumindest anrüchig. Dieses Zusammenspiel aus Mitte-Rechts (CDU/CSU/FDP) und Mitte-Links (SPD/Grüne) braucht unsere Demokratie, um stabil zu sein, denn nur dann haben undemokratische Kleinparteien wie PDS oder NPD keine Chance.

    Zitat

    Original geschrieben von Melone
    Ich glaube Nintendo will diese Resourcen gar nicht aufbringen. Die haben wohl eingesehen, dass dieser Mehr-MHz, geilere Grafik, längerer Schwanz-Wettbewerb die Spiele auch nicht besser machen lässt und konzentrieren sich wieder auf neue Spielkonzepte- und Ideen. Und das finde ich eigentlich sehr löblich.


    Löblich ist es auf jeden Fall und ich halte Nintendo als Innovationsmotor für die Industrie durchaus als wichtig und unverzichtbar, aber ob es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, denn die Spieler scheint die mangelnde Innovation ja kaum zu stören, wenn man sich die Verkaufscharts in den meisten Märkten außerhalb Japans ansieht und dort nicht nur in großen Mengen Sequels antrifft, sondern vor allem auch die immer gleichen Genres, während die wenigen innovativen Spielen, die sich abseits des Mainstream bewegen, oftmals als Ladenhüter in den Regalen verstauben.


    But we´ll see...auch wenn ich seit dem SNES keine Nintendo-Konsole mehr angerührt habe und ich auch in der NextGen Microsoft und Sony treu bleibe werde, wünsche ich ihnen trotzdem viel Glück. Außenseiter, die den Mut zu Innovationen haben, sind immer wichtig.

    Wie ich schon im anderen Thread schrieb:


    Die bekloppten Japaner werden es lieben, in jedem Spiel wie die Affen vor dem Bildschirm rumzuhampeln, aber ich glaube, in Europa und den USA wird das Teil kaum eine Chance gegen die Xbox360 und die PS3 haben. Würde mich jedenfalls sehr überraschen.


    Trotz allem sehr mutig von Nintendo. Wenn es schief geht, dürfte es vielleicht die letzte stationäre Konsole von Big N gewesen sein, aber vielleicht hatte man auch keine andere Wahl, weil man einfach nicht die Ressourcen hat, um etwas vergleichbares zur neuen Xbox und zur neuen PS3 zu entwickeln und vor allem dermaßen vergleichbar günstig auf den Markt zu bringen.

    Zitat

    Original geschrieben von me too.
    Andi Böhm
    Erik Meijer


    Mal gucken, ob Auge am Ende in einigen Wochen bei Stuttgart landet. ;)


    Das glaube ich nicht. Zum einen hat Trap zwar schon so einige Fehler gemacht (unnötige Machtkämpfe mit Hildebrand und Soldo, Dauerrotation in der Abwehr), aber andererseits denke ich, dass die Mannschaft die Blockade aus der letzten Saison unter Sammer immer noch nicht aus den Köpfen hat und dass dann gerade so ein anspruchsvolles Spielsystem wie das von Trapattoni besonders schwer umzusetzen ist. Mittlerweile, wie man bei dem Trauerspiel gegen Domzale gesehen hat, versteckt sich jeder ja nur noch hinter dem anderen, um bloß keinen Fehler zu machen. Und dass ein Hleb doch mehr fehlt, als man gedacht hat, war mir eigentlich schon vor der Saison klar. Der Kuranyi-Verkauf schmerzt dagegen nicht. Fussballerisch und menschlich ist Tomasson eine ganz andere Kategorie, aber wenn einer der besten Vorlagengeber der vergangenen Bundesliga-Spielzeiten plötzlich wegfällt, ist das sicher nicht einfach zu bewältigen.

    Zitat

    Original geschrieben von Bob_Harris
    Yo, aber auf bild.de wurde heute Vormittag bereits Matthias Sammer als Nachfolger gehandelt...


    Was wohl Sammers letzte Chance als Trainer in der Bundesliga wäre und für Bayer ein gewaltiges Risiko. Wenn man sich die spielerische Entwicklung unter Sammer in Dortmund und Stuttgart ansieht und vor allem auch, wie lange die Mannschaften gebraucht haben, sich von Sammers Angsthasenfussball wieder zu erholen (bzw. beim VfB dauert diese Phase noch an), dann kann man eigentlich nur dringend abraten.

    Zum Revolution bzw. zu dessen Controller:
    Innovativ ja, keine Frage, aber irgendwie wirkt mir das Ding so fremd und nicht aus dieser (Videospiele)-Welt, dass man eher vermuten würde, das ist eine durchgeknallte Studie und mehr nicht.


    Dass die Japaner unendlich auf so nen Doofquatsch mit vor dem Bildschirm rumhampeln stehen werden, glaube ich sofort, dieses Volk wird mir sowieso immer suspekt sein. Aber ob die gesetzten europäischen und amerikanischen Spieler sich mit dem Revolution-Konzept anfreunden werden können, bezweifel ich doch stark.


    Wie es ausseht, scheint Nintendo einen neuen Weg einzuschlagen und eine Sparte für sich selbst besetzen wollen, darauf deutet zumindest hin, dass man das technische Wettrüsten mit den NextGens von MS und Sony nicht mitmacht und dazu so ein Controller-System einführt.

    Zitat

    Original geschrieben von astro73
    Und was ist daran unvernünftig?


    Alles.


    Finanziell nicht zu bewältigen. Sozial und gesellschaftlich auch nicht, denn sobald die Freizügigkeit für die Türkei gilt, werden die reichen, westeuropäischen Staaten mit einer Millionenwelle von Wirtschaftsemigranten aus den armen türkischen Bevölkerungsschichten zu rechnen haben und die türkische Regierung wird sich dabei kräftig ins Fäustchen lachen.


    Einen Vorteil in Sicherheitsfragen sehe ich auch nicht. Die Türkei ist ohnehin schon NATO-Mitglied und ist in der arabischen Welt nicht minder verhasst als die USA. Dank ihrer vergangenen Kolonialpolitik und der Kooperation mit den USA wird sie nie eine Vorbildfunktion für irgendeinen arabischen Staat darstellen. Ganz im Gegenteil: Die EU halst sich damit völlig unnötig Grenzen zu arabischen Staaten und einer der instabilsten Regionen der Welt auf.


    Und wer wird für die Sicherung der türkischen Grenzen aufkommen? Die EU, denn schliesslich ist es ja dann nicht mehr nur Angelegenheit der türkischen Regierung, sondern die EU-Grenze. Und um das zu erwartende Aufkommen an wirtschaftlichen und politischen Flüchtlingen aus den arabischen Staaten sowie natürlich auch mögliche Terroristen von Europa fernzuhalten, wird ein gewaltiger und teurer Schutzwall notwendig werden.


    Außerdem, wenn es noch weitere Argumente benötigt, sind Menschenrechte in Teilen der Türkei immer noch ein Fremdwort.


    Der EU-Beitritt der Türkei ist ein unverantwortbares Abenteuer und auch wenn man sich das Versprechen der Möglichkeit von den Türken hat abzwingen lassen, muss es verhindert werden. Die EU wird daran zerbrechen und auch die Menschen, die in ihr leben, wollen es mit großer Mehrheit nicht und selbst das größte Gutmenschentum auf Seite der Regierungen wird sich nicht ewig gegen die eigenen Bevölkerungen widersetzen können.


    Die einzigen, die neben der Türkei vom Beitritt profitieren würden, wären die Amerikaner, für die die Türkei aus kriegsstrategischen Gründen natürlich unverzichtbar ist und sollte sich die US-Außenpolitik nicht ändern, war der Irak-Krieg mit Sicherheit nicht der letzte von den Amerikanern geführte Krieg in der Region.