Beiträge von Stefan

    Bei der gestrigen Hochzeit meines Schwesterchens hatte ich als offiziell bestellter Chauffeur die Gelegenheit, das Hochzeitsauto, einen BMW 745i, ausgiebig im Stadtverkehr und auf der Landstraße zu fahren.


    Die Eckdaten:
    - BMW 745i (aus 2004, vor Facelift)
    - 4,5 Liter
    - 8 Zylinder
    - 245 kw / 333 PS
    - Saubreite Reifen auf Schweinegroßen Felgen
    - Neupreis ~85.000 €



    Der erste Blick war schon eine leichte Ernüchterung. In einem Meter Entfernung wirkt der 7er nicht annähernd so imposant wie auf der Autobahn im Rückspiegel. In der Realität ist er lange nicht so wuchtig wie auf den Fotos, lässt sogar etwas (Panzer-) Dynamik erkennen. Erster Eindruck also positiv.


    Das Fahrzeug ist schwarz-metallic, mit grauem Leder und Wurzelholz(imitat?) ausgestattet wohin man schaut. Dazu noch überall die Chromleisten und massiver Kunststoff. Die Haptik geht demnach neben der Optik auch in Ordnung.


    Die elektrische Sitzeinstellung ist für einen IT'ler dann schonmal die erste Herausforderung. Knöpfchen drücken, schieben, drehen, ziehen und der Sitz macht irgendwas, aber sicher nicht das, was man erwarten würde. Könnte man das nicht in's iDrive integrieren, welches nach fünf Minuten "spielen" den von der Fachpresse eisern unters Volk gepressten Schrecken verloren hat? Entweder man kapiert's, oder man sollte auf einen 7er verzichten.


    Insgesamt wird man im 7er so richtig faul. Das Lenkrad wird über einen kleinen Joystick an der linken Seite der Lenksäule eingestellt, der Tempomat übernimmt die Geschwindigkeitseinhaltung, der Regensensor steuert die Scheibenwischer, der Lichtsensor das Fahrlicht. Bis auf das elektrisch einstellbare Lenkrad bisher alles wie aus meinem Mondeo gewohnt. Das war's dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.


    Das erste "AHA" kommt schon beim Einsteigen: Reinsetzen, Tür anlehnen und: *ssssssssuuurrrrrr - klack* die Tür ist zu. Klasse. Will ich auch haben. Nie wieder Türen schlagen! Hat man es dann geschafft, die Sitze einzustellen (und es gibt wahrlich viele Einstell-Möglichkeiten), sucht man vergeblich nach dem Zündschloss. Gibt es nicht. Das Schlüsselklötzchen muss in den passenden Schlitz und der Startknopf wird betätigt. Ausser des Anlassers ist im Stand vom Motor weder etwas zu hören, noch zu spüren. Der seidenweiche Lauf des 8-Zylinders ist beeindruckend. Aber darauf kommt es ja nicht an: Also ab auf die Piste.


    Die über den Hebel am Lenkrad betätigte Automatik bedarf einer kurzen Erläuterung, ist dann aber Idiotensicher zu bedienen. Nach hinten ziehen und nach unten drücken: D, nach hinten und oben: R, Knöpfchen drücken: P. Wie man auf N kommt, habe ich vergessen. Ich will aber auch fahren, nicht im Leerlauf rumstehen. Also Fuß auf die Bremse, Hebel nach hinten und unten, Knöpfchen für die Parkbremse gelöst und losgerollt...


    Auf der Landstraße sind nur 70 erlaubt. Hm. Egal. Ausrollen lassen bis auf 20 km/h - Mist, da kommt einer von hinten. Also auf das Gaspedal treten, Kickdown, unter lautem Lederknirschen werde ich in den Sitz gepresst, der 8-Zylinder heult auf, geschätzte 5-6 Sekunden später liegen 120 km/h an. Dann erschrocken auf die Bremse und genauso brachial steht der Tacho wieder bei den erlaubten 70. So fühlen sich also 333 PS und riesige Bremsscheiben auf massiven Gummiwalzen an.


    Nach dem ersten Adrenalinkitzel kommt man dann erstaunlich gut mit dem Wagen zurecht. Man fährt genauso seidenweich mit 50 durch die Stadt, wie mit 140 über die Landstraße (mehr ließ der Verkehr und die anderen Hochzeitsgäste in die Fahrzeugen dahinter leider nicht zu), der Motor wird nie zu präsent, Windgeräusche sind dem 7er-Fahrer fast unbekannt. Die Leichtigkeit, mit der sich dieses Fahrzeug bewegen lässt, ist beeindruckend.


    So durfte ich also den Tag über das Brautpaar durch die Gegend kutschieren, mit einigen Ermahnungen meines Schwesterchens, nicht so schnell zu fahren, die sich über das 140 € - Gesteck auf der Motorhaube Sorgen machte. Mich machte eher nachdenklich, wie ein Florist 140 € für ein bisschen Efeu mit Blumen und etwas Stoff abknöpfen kann. Nungut - das fiel bei einem Durchschittsverbrauch im Stadtverkehr und bei einigen Beschleunigungsorgien von 29,4 Litern auch nicht mehr ins Gewicht.


    Auf die ganzen anderen elektrischen Spielereien gehe ich garnicht ein, während des einstündigen Fototermins ist es mir im 7er jedenfalls keine Sekunde langweilig geworden (jedes Knöpfchen will schließlich erwartungsvoll gedrückt und jedes Rädchen gedreht werden ;))



    Eine Bewertung des Fahrzeugs erspare ich mir, ich bin beeindruckt und um eine Erfahrung reicher. BMW versteht es, Luxusautos zu bauen. Der 7er wirkt meiner Meinung nach luxuriöser und agiler als eine Mercedes S-Klasse.


    Was gefiel:
    + Motor
    + Bremsen
    + Automatikgetriebe
    + Haptik und Optik im Innenraum
    + Funktionaltät des Innenraums
    + Platzangebot
    + Agilität
    + Elektrischer Kofferraumdeckel


    Weniger gut:
    - Verbrauch
    - Knistern im Innenraum
    - Das rote Blinklicht am Innenspiegel (wer hat sich das nur ausgedacht??)
    - Zu dünner Lenkradkranz (wenig griffig)
    - Zu leichtgängige Lenkung



    Folgend noch zwei Fotos des Autos, das Brautpaar ist aus Datenschutzgründen maskiert ;)




    Stefan

    Was sang doch einst Peter Maffay über die Anstehende Jahreszeit?


    Die Temperaturen steigen, das Niveau der Bild sinkt, die Glaubwürdigkeit entert von einer schwarzen Null aus den negativen Bereich.


    Also: Ablage P.



    Stefan

    Jetzt mal langsam Jungs, eine Maschine in einem Büro ist noch lange keine gewerblich genutzte Kaffeemaschine.



    Aus eigener Erfahrung kann ich auch zu Saeco raten. Wir benutzen hier die Magic Comfort +, im Schnitt laufen 15.000 Tassen im Jahr durch. Aussergewohnliche Probleme sind keine aufgetreten, die Maschine wird allerdings auch gepflegt und täglich gereinigt, was ja nicht überall der Fall ist. Je nachdem wie man die Maschine behandelt, hält sie eben länger oder geht schneller kaputt.



    Stefan

    Nur weil die Menschheit für manche sinnvolle Dinge zu dumm ist, muss man sie nicht gleich abschaffen.


    Aber vielleicht kann man sich das Blinken wirklich sparen, wenn die Leute mal wieder in den Rückspiegel schauen würden. Gnadenlos blinken und rausziehen, nichtmal eine zappelnde Lichthupe von hinten und qualmende Bremsen bemerken, dann aber erschrecken, wenn man plötzlich neben der Kiste steht und per Hupe auf sich aufmerksam macht, ist nicht wirklich prickelnder als ein Nichtblinker... :rolleyes:


    Wenn wir gerade dabei sind: Lehrer in ihren VW T4/T5 und 90 PS TDIs komplett von der AB verweisen und die Straßen sind ein Stück sicherer... Dann schaffen wir noch die Schulferien ab und alle sind glücklich... :)



    Stefan

    Zitat

    Original geschrieben von chung77
    der arme motorradfahrer


    Die armen Fliegen, die zu tausenden auf meiner Windschutzscheibe kleben... :rolleyes:


    Haben wir jetzt langsam jede Missetat, die der gemeine Autofahrer begehen kann aufgezählt? Wenn man täglich mit einer derart moralischen Errektion aufstehen würde wie manche hier, dürfte man sich keinen Meter bewegen, geschweige denn Autofahren.


    Es könnte ja sein, dass sich die Oma dazu entscheidet, an einem lauschigen Sommertag ein Picknick auf der linken Spur zu veranstalten. Also lieber mal nur 80 fahren.


    Schuld ist immer nur die eine Seite - schließlich gibt es ein Recht auf Langsamkeit, Dummheit und Unbeholfenheit.



    Stefan

    Zitat

    Original geschrieben von dotwin
    (...)Fakt bleibt aber, dass auch "normale" Autos durchaus mal langsam unterwegs sein können. So schwer das auch klingen mag: damit sollte man immer im eigenen Interesse rechnen und rechtzeitig anhalten können.


    Selbstverständlich können auch "erwachsene" Autos langsam unterwegs sein, aber das ist im Gegensatz zu den 25/45ern nicht die Regel. Ein Kleinstfahrzeug suggeriert durch das Aussehen nicht die geringe Geschwindigkeit, ist aber immer so langsam unterwegs.



    Trotzdem macht ihr es euch mit den Schuldzuweisungen und dem moralisch erhobenen Zeigefinger zu einfach. Was ist denn eine angepasste Geschwindigkeit in einer Kurve? Muss ich auf der Autobahn auf 60 km/h herunterbremsen, weil ich die Kurve nicht komplett einsehen kann?


    Die Gefahr sind die Kleinstfahrzeuge und die nicht einen normalen und allgemein üblichen Fahrstilpflegenden Fahrer eines richtigen Gefährts.


    Edit: Im Übrigen schließe ich mich der genauso korrekten Rechtsauslegung von SilentBob an.



    Stefan

    Es geht hier sicher nicht darum, auf Paragraphen herum zu reiten oder das "hätte, wäre, wenn" auszudiskutieren. Zu zitieren, dass man nur so schnell fahren darf, dass man rechtzeitig anhalten kann ist kurzsichtig und zu einfach. Die Realität entspricht nunmal selten der Theorie.


    Diese 25 oder 45 km/h "Fahrzeuge" sind ausserorts einfach nur gefährlich. Von hinten betrachtet könnte so eine Plastikkiste genauso gut ein kleiner Fiat Seicento oder Daewoo (jetzt Chevrolet) Matiz, Renault Twingo oder ähnliches sein. Rein optisch wirken die Fahrzeuge schneller, als sie wirklich sind. Das ist das Gefährliche an der Sache.


    Landwirtschaftlichen Verkehr erkennt man von weitem und kann die Geschwindigkeit frühzeitig anpassen.


    Wichtig wäre ein generelles Fahrverbot ausserorts für diese Krankenfahrstühle (womit IMHO die 25 km/h Fahrzeuge bezeichnet sind).


    Die 16-Jährigen 45 km/h Schleicher bleiben uns wohl aufgrund der sehr positiven Preisgestaltung (Führerschein ca. 600-900.- €, Fahrzeuge zwischen 8.000 und 12.000 €) in übermäßigen Zahlen erspart.



    Stefan

    Zitat

    Original geschrieben von McTristan
    Der Celeron M mit 1.3Ghz ist etwas langsamer als ein Pentium M mit 1.3Ghz


    Der Unterschied ist marginal, beide Prozessoren basieren auf dem selben Kern und besitzen 1 MB L2-Cache, die neueren Pentium M besitzen allerdings 2 MB L2, was den Unterschied schon wieder deutlicher werden lässt.


    Zitat

    und dazu noch lauter


    Der Prozessor ist lauter? Hat der denn keine Bitschalldämmung? :D


    Zitat


    denn soetwas wie Stromsparfunktionen kennt der Celeron M nicht. (...)


    Nunja - Energiesparender als ein Desktop-Pentium oder Mobile Pentium ist er vom Prinzip her schonmal. Was er nicht beherrscht, sind die Speedstep-Funktionen. Dadurch läuft er eben immer auf der nominalen Leistung.


    Lauter ist ein Celeron M deswegen nicht zwingend. Während er normalen Arbeit ist kaum ein Unterschied beim Lüfterverhalten ggü eines Pentium M festzustellen, im Idle-Modus springt der Lüfter des Pentium M allerdings so gut wie nie an, wo der Celeron M schon ab und zu ventiliert.


    Das ist aber in Kombination mit einem guten Notebook mit leisem Lüfter (was das Gericom ganz sicher nicht ist) und gut gekapselter HD kein Thema.



    Der Celeron M ist lange nicht so schlecht wie das Image des Namens "Celeron", den er mit den ersten, etwas unbeholfenen Versuchen der ersten Celeron-Generation abbekommen hat. Sowohl Celeron M und Celeron D brauchen sich heute sicher nicht mehr verstecken, bieten sie doch zu einem viel geringeren Preis inzwischen durchaus brauchbare und überzeugende Leistung.


    Ich habe die Abkehr von den Pentium-Prozessoren hin zum Celeron M und D bis heute in keinster Weise bereut und war auch noch nie in der Situation auf den Gedanken zu kommen, mangelnde Rechenleistung zu besitzen.



    Stefan