Re: Re: Bundespräsident
Zitat
Original geschrieben von oecher
(...)
Hier werden teilweise Leute abgeurteilt, nur weil man sie nicht kennt, oder eine Person einem optisch nicht gefällt. Ich halte beides für nicht gerade geeignet, um Menschen für einen solchen Posten für ungeeignet zu halten. 
So ist das nunmal bei Personalfragen. Objektivität hat keine besonders große Bedeutung. die Parteien müssen mit ihren Kandidaten möglichst gut dastehen, die Unionsparteien und die FDP setzen dabei auf einen fähigen Wirtschaftsmann, die SPD und Grünen versuchen es eben mit einer ostdeutschen Frau auf die moralische Tour.
Ein Bundespräsident hat sowieso keine große Handlungsfähigkeit und muss lediglich repräsentieren (oder auf die Rau´sche Art Arschkriechen
) und Deutschland im Ausland möglichst gut (oder in gewisser Büßerrolle eben auch schlecht) dastehen lassen.
"Persönlichkeiten" waren IMO weder Rau noch sein Vorgänger Herzog, auch Köhler wird diesen Status wohl kaum erreichen, dazu sind alle drei zu sehr vom Mainstream geprägt und die Bedeutung des Bundespräsidenten hat in Deutschland zu sehr nachgelassen.
Ein von Weizsäcker, konsequenter Heinemann oder auch in gewisser Weise tragisch komischer Lübke bleiben in dieser Hinsicht wohl eher unerreicht, wenngleich schon mit den weniger bedeutenden und bekannten Scheel und Carstens die Stellung des Bundespräsidenten, die sie heute darstellt, geprägt wurde.
Um mich nun noch ultimativ unbeliebt zu machen, bezweifle ich in gewisser Weise, ob Deutschland überhaupt noch einen Bundespräsidenten braucht, der im operativen Bereich sowieso so gut wie nichts zu melden hat und bewegen kann.
Aber damit wird es ähnlich sein wie mit der Monarchie: Man braucht sie nicht wirklich, aber sie hat eben Tradition, sodass man sie nicht los wird.
In diesem Sinne ... Gute Nacht!
Stefan