Du nötigst mich geradezu dazu, mich zu äussern.
Zu allererst: Der KDF-Wagen war (oder sollte werden, was er als VW Käfer z.T. geworden ist) - ohne auf die politische Situation in dieser Zeit anzuspielen - das einzige für das "gemeine" Volk erhältliche und bezahlbare zivile Fahrzeug.
Also für die Verfechter der deutschen Automobile eine perfekte Situation.
Auf nicht mehr oder weniger wollte ich anspielen. Dass jeder, wenn man auch nur diesen Zeitraum oder Dinge aus dieser Dekade erwähnt, umgehend an die Händchenheber denkt (denken will / denken muss), hatte ich nicht bedacht - wobei mir dabei dann prompt wieder der Begriff "Engstirnig" vorschwebt...
(Kein Vorwurf gegen Dich, eher allgemein gehalten)
Wobei mir aber der Hut (zu recht?) hoch geht, ist Deine arrogante und pauschale Aussage, dass jedes Automobil, welches nicht in Deine Gnade fällt, ein notorisch überbezahltes Auto zweiter Klasse ist, das sich nicht mit einem Benz aus 1985 messen kann. Das hat mit Fakten überhaupt nichts zu tun und ist blauäugiges Klischeedenken.
Selbstverständlich hat mein Fahrzeug auch seine Macken. Die Bremsscheiben mussten (auf Garantie) bei 20.000 km getauscht werden, am Montag bekomme ich (auch auf Garantie) eine neue Türverkleidung, weil die momentane knirscht und der Verstell-Knopf der rechten Gurtbefestigung klappert. Diese Kleinigkeiten darf sich (meiner Meinung nach) auch ein 30.000 € Auto leisten, wird bei den vermeintlichen Gegnern "Nicht-Deutscher" Autos allerdings als Katastrophe angesehen.
Dass sich bei der 40.000 € C-Klasse meines Kollegen hingegen bei Kälte die Heckklappe nicht öffnen lässt, scheint bei einem deutschen Premiumfahrzeug normal zu sein und wird wohl allgemein akzeptiert.
Wenn Du Mercedes-Fan bist, sei Dir das ungenommen (Selbst ich finde das E-Klasse Cabrio bisher den schönsten und elegantesten offenen Viersitzer). Nur weil dies vielleicht nicht die allgemeine Meinung ist und es auch andere Geschmäcker gibt, brauchst Du nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Auch wenn Du es anders siehst, ist für mich ein Mercedes das urdeutsche, seröse, langweilige (entschuldigung) und spiessige (nochmal sorry) Fahrzeug schlechthin - schon allein meine Lebenseinstellung würde es mir danach verbieten, einen Mercedes zu präferieren.
Soweit die subjektiven Eindrücke - mit den objektiven gebe ich Dir teilweise Recht.
Mir geht es nunmal gewaltig auf den Sack, dass man wegen seiner automobilen Präferenzen argumentativ schier exekutiert wird, nur weil diese nicht dem vermeintlichen Qualitäts und Image-Anspruch einiger Zeitgenossen entsprechen soll. Wagt man es nur, einen Tipp in Richtung Frankreich oder Italien zu geben, wird auf einen eingeprügelt, wie man es nur wagen kann, diesen "Schrott" zu empfehlen.
Aber solange das Auto des deutschen liebstes Kind ist, werden wir uns auch weiterhin unsinnig streiten.
Das Thema sollte jetzt dann eigentlich durch sein und Chris wird schon die richtige Entscheidung treffen und von einem "nicht mehr ganz so jungen" Mercedes Benz in der Preisklasse um 1.500 € absehen, was das einzig vernünftige darstellt, wenngleich es einige anders sehen (wollen).
Stefan