ZitatOriginal geschrieben von Andreas Böhm
[..] Glaube kaum, das ein seriöser Berater dafür Provision bekommen hat. Schließlich sind wie Banker tariflich geregelt bezahlt und haben bei Fonds und Krediten defintiv keine Zusatzleistungen aus Fonds- und / oder Kreitgeschäft.
Und zum Thema "gute Beratung": Sicherlich hat der Banker seinerzeit bei Vertragsabschluss eine Befragung des Kunden nach dem Wertpapierhandelsgesetz vorgenommen. Gleichzeitig wurde der Kunde sicherlich auch über Chancen und Risiken des entsprechenden Fonds aufgeklärt. Wenn nicht: Defintiv Beratungsfehler.
-Andi-
Meine Meinung dazu ist einfach:
Es gibt drei Arten von Beratern bei Geldanlagen (und Versicherungen):
Typ A berät so dass sein Gewinn maximiert wird (Provisionen etc.), sorgt aber dafür dass man ihn nachher nicht in Haftung nehmen kann. So muss der Kunde dann eben ein undurchsichtiges Vertragswerk unterschreiben, wo von "Risiken" die Rede ist. Damit den Banken nichts passiert, sichern sie sich zusätzlich durch Einteilung der Kunden in "Risikogruppen" ab - will man z.B. Aktien kaufen erhält man noch Informationen in schriftlicher Form. Der Typ A Berater hat aber immerhin noch Ahnung von den Vorgängen (und dass er manche Kunden um ihr Geld bringt) und verdient so in einer rechtlichen Grauzone recht gut (und seine Bank, Versicherung etc.)
Typ B glaubt selber an das Gute seiner empfohlenen Geldanlagen (typisch für Banklehrlinge, die es nach Jahren am Schalter zum Berater geschafft haben, oder BWL-Absolventen). Seine Religion ist der DAX und nicht mehr haltbare Theorien vom ewigen, ungehinderten Wirtschaftswachstum. Er hat ein kurzes Gedächtnis (Börsenkurse im Jahr 2000) und wirkt bei den Kunden sehr überzeugend, da er ja selbst glaubt was er verkauft. Seine Vorgesetzten sind glücklich: Er macht willfährig bei jedem Mist mit ohne Nachdenken.
Typ C hat zwar irgendeine Meinung zu Geldgeschäften aber die ist nicht wichtig. Er geht von der Kundenseite an die Beratung heran und kann Menschen gut einschätzen. Optionsscheine für 85 jährige Rentnerinnen? Kein Problem! Dynamische Hausratversicherung für Hartz Empfänger? Klar! Typ C ist oft die Endstufe eines ehemaligen Typ A Beraters, der eingesehen hat, dass die Kunden im Grunde gar nicht seine Belehrungen hören wollen. Verkaufen geht so schneller wenn man den Menschen überzeugt. Ob das Produkt was taugt ist nebensächlich.
Nur meine Meinung, es möge sich niemand auf den Schlips getreten fühlen. Und vielleicht gibt es ja noch Typ D: Ehrlich, bis vor 5 Jahren im Kundengeschäft einer Grossbank tätig. Er hat nie viel Umsatz gebracht, da er die Kunden wirklich gut beraten wollte. Gut dass sein Arbeitgeber ihn bei der letzten Bankenfusion loswerden konnte. So eine Niete!
Viele Grüße
Thomas