Ich gebe Dir noch ein ganz anderes Beispiel zum Thema Gerechtigkeit und freie Berufswahl in Deutschland:
Gegeben ist ein technisch hochbegabter, hochintelligenter Mensch. Mit 7 Jahren hat er schon alleine die elektrische Eisenbahnanlage verkabelt, mit 10 war sie an den Computer angeschlossen und mit 19 folgten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften. Später entwickelt er für die Firma wo er angestellt ist eigene Steckkarten, Treiber, Software und microprozessorgesteuerte Diagnose- und Abrechnungseinheiten. Seine deutschsprachige Website über Microcontroller zählt zu den beliebtesten und kompetentesten.
Im Herbst 2003 gründet er eine "Ich-AG" die im Wesentlichen diese Schwerpunkte abdecken soll.
1.1.2004. Die neue Handwerksordnung wird veröffentlicht und von den Medien kommuniziert. Gärtner, die Teiche bauen in denen kleine Kinder ertrinken könnten, KFZ-Mechaniker, die an Bremsen rumschrauben die durch Nicht-Funktionieren Unfälle verursachen könnten, Heizungsbauer deren Heizungen expoldieren könnten dürfen sich nun alle ohne Meistertitel selbstständig machen. Was die Zeitungen gar nicht oder nur in kleingedruckten Tabellen schreiben: Jedliche Arbeiten die mit Elektronik bzw. Computerhardware unterliegen nun dem Handwerksrecht und dürfen nur noch ausgeführt werden, von Leuten die selber den entsprechenden Handwerksmeistertitel haben oder die in einer Firma angestellt sind, die mindestens einen solchen Meister beschäftigt.
Unser hochbegabter Mensch darf nun also nicht einmal mehr für einen Kunden einen Computer aufstellen, eine Steckkarte einbauen oder ein Netzwerkkabel anschließen. Nein, er muss auch noch zusehen, wie ein "Ausweniglerner" ohne Begabung und Verständnis, der nicht mal 1% des Fachwissens und der Erfahrung hat und schon verweifelt ist, wenn das Kabel eine andere Farbe hat wie gewohnt den Job machen und das Geld einstreichen darf.
Immer wieder finden sich in den Zeitungen Berichte über das Klagen des Handwerks über die neue Konkurrenz. Davon, das tausende Elektroniker und Computerspezialisten, die mit ihrem Forschungsgeist und Ideenreichtum das wirtschaftliche Rückgrat Deutschlands bilde(te)n, Sozialhilfe beantragen mussten oder kurz davor stehen, steht in den Medien natürlich kein Wort.
Man hat ihnen ja nicht einmal eine Übergangslösung gelassen, etwa daß sie ihre Tätigkeit fortsetzen dürfen wenn sie eine Prüfung nachholen - nein, man besteht darauf daß sie 12 Monate lang eine Meisterschule besuchen und dafür rund 10.000 Euros hinblättern um danach nur einen Teil ihres Angebotsspektrums wieder anbieten zu können...
Und das ist nur ein Punkt den ich an D-Land kritisiere...