Beiträge von rasputin

    Da steht nur dass dieses Grundrecht "am besten" durch den einen flächendeckenden ÖPNV zu realisieren ist. Das schließt keine andere Lösung explizit aus.

    Ebenso wenig stellt es einen Anspruch dar, das Grundrecht unter Zuhilfenahme eines PKW zu erfüllen. Auch nicht auf dem Land.

    in Deutschland praktisch nirgends abseits der Metropolen der Fall, dieses Grundrecht nur mit dem eigenen PKW in Anspruch genommen werden.

    Das ist deine persönliche Interpretation. Es geht jedoch um ein Mindestmaß der Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben. Das bedeutet keineswegs, jederzeit völlig flexibel mit dem eigenen PKW von A nach B fahren zu können.


    Für den größten Teil der Bevölkerung in Deutschland ist durch ihren Wohnsitz innerhalb einer Metropolregion durch den ÖPNV schon mal das Grundrecht abgedeckt. Für den Rest: Zur Mobilität gehört auch: zu Fuß gehen, Rad fahren, Carsharing, Mitfahrgelegenheiten usw.


    Das Grundrecht auf Mobilität bedeutet nicht, dass jeder armutsbedrohte Dorfbewohner Anspruch auf einen eigenen PKW hat. Auch in einem Ort wie deinem, mit seinen rund 15.000 Einwohnern kann man ohne PKW am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben. Oder willst du mir erzählen, dass keiner der Vereine, das Rathaus, die Stadthalle zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist?

    Entschuldige aber das klingt sehr nach Bevormundungs- und Verbotspolitik und damit abzulehnen. Ich lebe in einem Ort mit etwas über 15000 Einwohnern. Der ÖPNV wird hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf absehbare Zeit keine Alternative zum eigenen Auto, falls überhaupt jemals.

    Das hat für mich primär wenig mit Bevormundung und Verboten zu tun, sondern schlicht mit der Realität. Bevormundung und Verbote kommen erst als Folge der Realität zum tragen - denn „von allein“ werden die Menschen ihr Verhalten erfahrungsgemäß nicht in ausreichendem Maße ändern, egal wie notwendig es ist.


    Was genau verstehst du unter dem „Recht auf Mobilität“? Ich verstehe darunter nicht, dass jeder jederzeit bequem überall hinfahren kann.


    Auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat sich mit dem Thema befasst. Im Februar 2010 urteilten die Richter, dass ein menschenwürdiges Existenzminimum auch ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben beinhaltet. Damit wird Mobilität zu einem Grundrecht, das am besten durch eine flächendeckender ÖPNV-Versorgung zu sichern ist.

    Die Bedürfnisse werden sich ein ganzes Stück weit ändern müssen. Das hängt keineswegs einfach "nur" davon ab, was jemand (egal ob Politik oder Bevölkerung oder...) will.


    Auch ist es so, dass der größte Teil der Bevölkerung in Deutschland in Metropolregionen lebt (https://de.statista.com/statis…utschen-metropolregionen/). Dort ist der ÖPNV sicherlich auch heute noch nicht so ausgebaut, dass alle dauerhaft darauf umsteigen könnten. Jedoch kann man dort mit vergleichsweise wenig Aufwand viel erreichen. Aber auch mit ausgebautem ÖPNV (in Zukunft) wird sich die Mobilität ändern müssen.


    Einfach Verbrenner-Motor durch E-Motor zu ersetzen (zu allem Überfluss noch mit Akku) und davon abgesehen alles so zu lassen wie es ist, ist eine Sackgasse.

    Sehe ich ebenso - eine 1:1 Transition nur mit anderem Antriebskonzept wird bei weitem nicht ausreichen und geht am Kern der Problematik vorbei. Auch wenn ich die Thematik mit des Akkus anders bewerte.

    Wenn die einen besseren ÖPNV haben, schön für die.

    Die haben in der Regel gar keinen ÖPNV - bzw. wenn, dann einen noch schlechter ausgebauten, als wir.

    Ich kann hier keinerlei Zusammenhang zu meiner Frage erkennen.

    Tja, ich dachte, dass meine Gegenfragen dich dazu animieren, deine Frage selbst zu beantworten. Aber da lag ich offensichtlich daneben ;)


    Wer weiterhin bewährte Benziner- oder Diesel fahren will, dem soll das ermöglicht werden. E-Autos muss man sich auch erst mal leisten können.

    Es wird doch auf absehbare Zeit jedem ermöglicht, oder wurden heute sämtliche PKW mit Verbrennungsmotor beschlagnahmt und verschrottet? Es steht ein Zulassungsverbot für Verbrenner-Neuwagen ab 2035 zur Debatte.


    2035. Neuwagen.


    Einfach mal locker bleiben… Bis dahin wird sich viel hinsichtlich Ladeinfrastruktur, Reichweite und auch den Preisen bewegen.

    Warum braucht es dazu überhaupt politischen Druck?

    Weil, wie gesagt, die europäische (und insbesondere die deutsche) Automobilindustrie geschlafen hat. Wie einst Nokia, um einen Vergleich aus dem Mobilfunk zu bemühen. Den politischen Druck bewerte ich insofern als Rettungsversuch einer wichtigen deutschen Industriesparte.


    Warum lässt man nicht die Leute selbst entscheiden was sie fahren wollen?

    Warum lässt man die Leute nicht selbst entscheiden, wieviel Steuern sie abführen?

    Warum lässt man die Leute nicht selbst entscheiden, wie schnell sie innerorts fahren?

    Warum lässt man die Leute nicht selbst entscheiden, wann sie an einer Kreuzung anhalten?

    Eher mit der EU, die meint ein bewährtes Antriebskonzept zwangsweise durch eines mit vielen Fragezeichen ersetzen zu wollen.

    Ohne politischen Druck hätten die deutschen Automobilbauer länger geschlafen - und das Aufwachen wäre noch härter geworden, als es auch so schon ist.

    Ein iPhone 13 Pro Max zu bekommen und mich nicht wirklich freuen darüber, weil mein XS Max noch sehr gut läuft. :/


    *duckundwech*

    Kann ich ein Stück weit nachvollziehen - auch wenn die Situation bei mir anders war: Als ich mir vor 2,5 Jahren das 11 Pro gekauft habe, war die Freude darüber auch überschaubar - weil sie durch das nervige Einrichten meiner Banking Apps stark verringert wurde. Na ja, Luxus-"Probleme" ^^