Für mich wäre es inzwischen nur noch schwer vorstellbar, privat mit einem funkenden Gegenstand durch die Gegend zu laufen, der auf meinen Namen registriert ist und laufend meinen Standort übermittelt. Ein solches Gerät würde ich überhaupt nur einschalten, wenn ich selbst dringend telefonieren müsste.
Aber ich gehöre noch zu einer Generation, die in der Schule Orwells 1984 gelesen hat unter der Prämisse, dass es niemals so weit kommen darf. Die Schule prägt halt den Menschen. Wer in der aktuellen Überwachungsgesellschaft aufwächst, wird das wahrscheinlich anders sehen.
Edit:
Und nein ... ich bin weder Gefährder noch habe ich Dinge zu verbergen, die strafrechtlich von Relevanz sind. Ich würde mich einfach unwohl fühlen, denn die aktuelle Gewohnheit, ein Handy mitzuführen, hätte letztlich dieselben Auswirkungen wie ein implantierter Funkchip. Letzterer würde wahrscheinlich viele stören, obwohl sie ihn vom Ergebnis her betrachtet schon längst haben.
Insgeheim hege ich noch die Hoffnung, dass BVerfG oder EuGH die Registrierungspflicht wieder kippen könnten. Denn die aktuell wirkende Richterschaft hat zum Teil zeitgleich mit mir die Schulbank gedrückt, so dass die Pflichtregistrierung möglicherweise auch einigen von ihnen ebenso sauer aufstößt wie mir.