Beiträge von saintsimon

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
      saint:




    Dann kläre (hier) auf und mach keinen Stammtisch auf.


    Das wird ja immer dummdreister von Dir. Du unterstellst mir vorsätzlich eine konkrete Haltung, welche aus dem zitierten sachlichen Text gar nicht ableitbar ist, und dann unterstehst Du Dich auch noch, von mir eine Klarstellung zu fordern? Bloß weil Du mir ans Bein pinkeln willst, werde ich keine weitere Zeit auf auf Dich verschwenden.
    :flop:

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    .... oder willst Du das Prinzip von Versicherungen generell in Frage stellen :confused:
    ...


    Wo habe ich das? Deine Verwirrung entstammt der (von mir durchaus erwarteten) Fehlinterpretation meiner Präzisierung der Einkommens/Kosten-Strukturen am unteren Rand der Einkommen als Kritik an den Sozialleistungen bzw. an deren Empfängern. Nichts dergleichen. Mich störte nur, das bei ALG2 allgemein immer nur über den Grundbetrag geredet wird und es dadurch noch elender wirkt, als es ohnehin schon ist. Weiterhin entfallen schon oberhalb der Aufstockergrenze die diversen Rabatte, womit faktisch die Geringverdiener nicht viel besser dastehen, als ALG2-Empfänger. das ist frustrieren, und u.a. deswegen bin ich für einen Mindestlohn.


    Das Prinzip von Versicherungen wird von mir weder Angezweifelt , noch kritisert. Insbesondere die GKV ist in Deutschland durch die prozentuale Beitragslösung sozialer gelöst, als z.B. in der Schweiz, wo einkommensunabhängige Beträge bezahlt werden und die hohen Zuzahlungen als Vorleistung einkommensschwache in Bedrängnis bringen können.


    Und ja, ich persönlich profitiere von der GKV in Deutschland, weil sie jährlich enorme Kosten für mich übernimmt.

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Diese Kosten sind in der verlinkten Grafik von 7650w extra ausgewiesen... einfach mal reinklicken ;)


    Die anderen 'Vergünstigungen' haben mit Steuern, um die es hier geht, nichts zu tun, ...


    Aber sie sind nun mal Teil des effektiven Einkommens (ähnlich "Nettoeinkommen") eine ALG2-Empfängers, welche auch in Deiner Rechnung nicht vorkam. Es wird von politisch interessierter Seite gerne so getan, als der Grundbetrag von z.Z. 382 €/Monat alles wäre, womit ein Empfänger auskommen müßte bzw. was es den Staat kosten würde. Das effektive Einkommen ist wenig genug, aber stets unterhalb der Pfändungsgrenze, womit auch noch Schuldenzahlungen "entfallen" können.


    Ob sie Steuern, Sozialbeiträge, Zwangsabgaben oder Gebühren genannt werden, letztlich zählt für alle das Nettoeinkommen.


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    Noch was zu einem früheren Beitrag zu den Steuern in der Schweiz: die Niedrigsteuerkantone haben dort nicht selten einen Haushaltsdefizit, in den urbanen Regionen hingegen sind die Steuern alles andere als niedrig. Zudem sind die Rentenbeiträge im Gegensatz zu Deutschland nicht gedeckelt, wer viel verdient, zahlt auch viel in die Rentenkasse, sogar als Rentenempfänger mit zusätzlichem Einkommen.


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    In dieser Steuererhöhungsdebatte wird von der Politik mal wieder der Wald vor lauter Bäumen ignoriert: eine letztlich notwendige und überfällige föderale Reform der Steuerstruktur im Land. Damit meine ich die Erhebung und Verteilung von Steuern auf Bundes-, Landes- und Gemeinde-Ebene.
    Während der Bund hin und wieder einen ausgeglichenen Haushalt erziehlen kann, versinken Länder und insbesondere Gemeinden hoffnungslos in Schuldenbergen. Das kann so nicht weiter gehen.


    Ich lebe z.B. in einer Stadt mit wachsender, recht wohlhabender Bevölkerung (z.B. ca. 20 % der Erwerbstätigen haben einen akademischen Abschluss), aber die Stadt schlittert ständig knapp an einem Nothaushalt (Haushaltsführung durch die Bezirksregierung) vorbei.
    Die Gewerbesteuer allein bietet keine verlässliche Steuergrundlage für Gemeinden, z.B. wenn ansässige DAX-Konzerne einerseits internationale Steueroptimierung betreiben, andererseits mal eben durch Steuerrückforderungen in Millionenhöhe die Gemeindefinanzen ins Chaos stürzen können.


    Die Art und Weise der Steuererhebung und Verteilung in Deutschland müsste überdacht und grundlegend reformiert werden, aber man redet nur über die Einkommensteuer als alleinige Variable.
    :flop:

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    O...
    Ein Hartz-IV ler bekommt afair 350,- monatlich --> 4,2TE p.a....


    Falsch, denn Du vergißt die Miete, Heizung und Warmwasserkosten, welche ebenfalls bezahlt werden, sowie diverse kleine Mehrbedarfszahlungen ("Besondere Enährung" etc.). Weiterhin entfällt GEZ/(Nachfolger) komplett, zudem gibt es je nach Gemeinde und Verkehrsbetrieben noch weitere Subventionen, wie etwa halbe Kosten für eine Monatskarte, keine Behördengebühren usw. Da kommt einiges an Rabatten zusammen.


    Und natürlich die recht geringen Zuzahlungen für Medikamenten und Krankheit, da das in Deutschland ja Prozentual gemäß Einkommen ist.


    Und noch was wird hier vergessen: die regional unterschiedlichen Miet- und Lebenshaltungskosten. Das mit "weite Teile der Bevölkerung in Armut" ist ein nicht seltenes Zerrbild dieser Gesellschaft. Bloß weil jemand nicht zweimal im Jahr einen Auslandsurlaub bezahlen kann, heißt es noch lange nicht, daß er in Elend lebt.