Besserverdiener mit 80.000 € Jahreseinkommen?

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w



    Auch wenn ich die FDP nicht wähle, es braucht meiner Meinung nach zwingend so ein Korrektiv, in unserer mittlerweile sehr linken Parteienlandschaft.


    Die FDP wird die 5 Prozent-Marke bei der Bundestagswahl ziemlich sicher schaffen, auch wenn die Umfragen das meist derzeit nicht hergeben. Das war bei den letzten Landtagswahlen ähnlich, die werden etliche zusätzliche Stimmen von sogenannten Funktionswählen die eine bestimmte Koalition stützen wollen bekommen. Das sind keine überzeugten FDP-Wähler sondern taktische Wähler, was sich dann auch den Umfragen kaum wiederspiegelt.Fast 15 Prozent wie bei der letzten Wahl sind da diesmal nicht drin, aber so zwischen 6 und 8 Prozent ist schon möglich.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von drueckerdruecker
    Bist du nur als Hobby Demagoge oder auch darüber hinaus? (-:=


    Ich weiß nicht was deine Frage soll? Ich bin kein Demagoge, auch kein Politiker und gehöre auch keiner Partei an. So gut ist zur Zeit gar keine Partei, so daß ich mir vorstellen könnte, daß ich da Mitglied werde.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    O...
    Ein Hartz-IV ler bekommt afair 350,- monatlich --> 4,2TE p.a....


    Falsch, denn Du vergißt die Miete, Heizung und Warmwasserkosten, welche ebenfalls bezahlt werden, sowie diverse kleine Mehrbedarfszahlungen ("Besondere Enährung" etc.). Weiterhin entfällt GEZ/(Nachfolger) komplett, zudem gibt es je nach Gemeinde und Verkehrsbetrieben noch weitere Subventionen, wie etwa halbe Kosten für eine Monatskarte, keine Behördengebühren usw. Da kommt einiges an Rabatten zusammen.


    Und natürlich die recht geringen Zuzahlungen für Medikamenten und Krankheit, da das in Deutschland ja Prozentual gemäß Einkommen ist.


    Und noch was wird hier vergessen: die regional unterschiedlichen Miet- und Lebenshaltungskosten. Das mit "weite Teile der Bevölkerung in Armut" ist ein nicht seltenes Zerrbild dieser Gesellschaft. Bloß weil jemand nicht zweimal im Jahr einen Auslandsurlaub bezahlen kann, heißt es noch lange nicht, daß er in Elend lebt.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Bloß weil jemand nicht zweimal im Jahr einen Auslandsurlaub bezahlen kann, heißt es noch lange nicht, daß er in Elend lebt.


    Das behauptet doch auch niemand. Lass uns doch versuchen, etwas sachlicher zu bleiben, ok?

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Falsch, denn Du vergißt die Miete, Heizung und Warmwasserkosten, welche ebenfalls bezahlt werden...

    Diese Kosten sind in der verlinkten Grafik von 7650w extra ausgewiesen... einfach mal reinklicken ;)


    Die anderen 'Vergünstigungen' haben mit Steuern, um die es hier geht, nichts zu tun, wenngleich ich gern bereit bin den prozentualen Anteil von Monatsfahrkarten etc für Hartz-IV ler und 80k-Verdiener gegenüber zu stellen :cool:


    Über Sinn oder Unsinn der Finanzierung von Sport-Millionären durch die GEZ wurde im GEZ-Thread schon ausführlich geschrieben - hat aber auch nichts mit Steuern zu tun, auch wenn's einem manchmal so vorkommt ;)


    Edit:
    afair ist Heizungskosten-Erstattung mittlerweile gestrichen worden... (die Grafiken sind noch etwas älter)
    imho dürfte die, durch Hartz IV entstandenen 'Garantie-Miete für Vermieter' auch einen Anteil an den derzeitigen Mietsteigerungen haben.


    noch etwas grundsätzliches zu Sozialversicherungen:
    Wenn Du eine schwere Krankheit bekommst, wird das, was Du an Beiträgen eingezahlt hast u.U. auch nicht reichen, um die Behandlungskosten zu zahlen.


    Dieses Solidarprinzip gilt im übertragenen Sinne für alle Risiko-Versicherungen. Wer unverschuldet in Not gerät (dazu muss man heute auch Arbeitslosigkeit zählen) wird von der Gesellschaft (oder Versicherungsgesellschaft) getragen. Das gilt nicht nur für staatliche Versicherungen... oder willst Du das Prinzip von Versicherungen generell in Frage stellen :confused:


    Der Unterschied zu gesellschaftlich akzeptierten Versicherungen ist, dass bei Hartz IV nur noch der geringere Teil den Notleidenden zu Gute kommt.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Edit:
    afair ist Heizungskosten-Erstattung mittlerweile gestrichen worden... (die Grafiken sind noch etwas älter)


    Dann warte mal Anfang nächstes Jahr die dicken Lettern in der Bildzeitung ab. ;)
    #Wiedervorlage :D


    Presseclub jetzt: Steuern!

    Beste Grüße
    W.

  • Simon:


    Zitat

    Bloß weil jemand nicht zweimal im Jahr einen Auslandsurlaub bezahlen kann, heißt es noch lange nicht, daß er in Elend lebt.


    Diese Art von Postings gefällt mir immer gar nicht, weil


    a) Vorurteil und
    b) Stammtisch galore.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Diese Kosten sind in der verlinkten Grafik von 7650w extra ausgewiesen... einfach mal reinklicken ;)


    Die anderen 'Vergünstigungen' haben mit Steuern, um die es hier geht, nichts zu tun, ...


    Aber sie sind nun mal Teil des effektiven Einkommens (ähnlich "Nettoeinkommen") eine ALG2-Empfängers, welche auch in Deiner Rechnung nicht vorkam. Es wird von politisch interessierter Seite gerne so getan, als der Grundbetrag von z.Z. 382 €/Monat alles wäre, womit ein Empfänger auskommen müßte bzw. was es den Staat kosten würde. Das effektive Einkommen ist wenig genug, aber stets unterhalb der Pfändungsgrenze, womit auch noch Schuldenzahlungen "entfallen" können.


    Ob sie Steuern, Sozialbeiträge, Zwangsabgaben oder Gebühren genannt werden, letztlich zählt für alle das Nettoeinkommen.


    ----


    Noch was zu einem früheren Beitrag zu den Steuern in der Schweiz: die Niedrigsteuerkantone haben dort nicht selten einen Haushaltsdefizit, in den urbanen Regionen hingegen sind die Steuern alles andere als niedrig. Zudem sind die Rentenbeiträge im Gegensatz zu Deutschland nicht gedeckelt, wer viel verdient, zahlt auch viel in die Rentenkasse, sogar als Rentenempfänger mit zusätzlichem Einkommen.


    ----


    In dieser Steuererhöhungsdebatte wird von der Politik mal wieder der Wald vor lauter Bäumen ignoriert: eine letztlich notwendige und überfällige föderale Reform der Steuerstruktur im Land. Damit meine ich die Erhebung und Verteilung von Steuern auf Bundes-, Landes- und Gemeinde-Ebene.
    Während der Bund hin und wieder einen ausgeglichenen Haushalt erziehlen kann, versinken Länder und insbesondere Gemeinden hoffnungslos in Schuldenbergen. Das kann so nicht weiter gehen.


    Ich lebe z.B. in einer Stadt mit wachsender, recht wohlhabender Bevölkerung (z.B. ca. 20 % der Erwerbstätigen haben einen akademischen Abschluss), aber die Stadt schlittert ständig knapp an einem Nothaushalt (Haushaltsführung durch die Bezirksregierung) vorbei.
    Die Gewerbesteuer allein bietet keine verlässliche Steuergrundlage für Gemeinden, z.B. wenn ansässige DAX-Konzerne einerseits internationale Steueroptimierung betreiben, andererseits mal eben durch Steuerrückforderungen in Millionenhöhe die Gemeindefinanzen ins Chaos stürzen können.


    Die Art und Weise der Steuererhebung und Verteilung in Deutschland müsste überdacht und grundlegend reformiert werden, aber man redet nur über die Einkommensteuer als alleinige Variable.
    :flop:

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  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    .... oder willst Du das Prinzip von Versicherungen generell in Frage stellen :confused:
    ...


    Wo habe ich das? Deine Verwirrung entstammt der (von mir durchaus erwarteten) Fehlinterpretation meiner Präzisierung der Einkommens/Kosten-Strukturen am unteren Rand der Einkommen als Kritik an den Sozialleistungen bzw. an deren Empfängern. Nichts dergleichen. Mich störte nur, das bei ALG2 allgemein immer nur über den Grundbetrag geredet wird und es dadurch noch elender wirkt, als es ohnehin schon ist. Weiterhin entfallen schon oberhalb der Aufstockergrenze die diversen Rabatte, womit faktisch die Geringverdiener nicht viel besser dastehen, als ALG2-Empfänger. das ist frustrieren, und u.a. deswegen bin ich für einen Mindestlohn.


    Das Prinzip von Versicherungen wird von mir weder Angezweifelt , noch kritisert. Insbesondere die GKV ist in Deutschland durch die prozentuale Beitragslösung sozialer gelöst, als z.B. in der Schweiz, wo einkommensunabhängige Beträge bezahlt werden und die hohen Zuzahlungen als Vorleistung einkommensschwache in Bedrängnis bringen können.


    Und ja, ich persönlich profitiere von der GKV in Deutschland, weil sie jährlich enorme Kosten für mich übernimmt.

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