Beiträge von Bino-Man

    Naja...bei dem (inzwischen) brisanten Thema geht`s doch hier sehr gesittet zu - 40 Seiten Politik bei TT sind schon beachtlich :D
    Das Hauptproblem, das ich derzeit sehe, ist das Verhalten der Verantwortlichen. Nochmal: Ich stehe dem Projekt zwar kritisch aber grundsätzlich positiv gegenüber. Aber wie das versucht wird durchzuprügeln (und damit meine ich nicht nur den Polizeieinsatz vom Donnerstag), spielt den Gegnern in die Arme. Sowas Dilettantisches hat man lange nicht gesehen. Wenn `rauskommt, dass nicht Steine sondern Kastanien und eine (!) Plastikflasche geflogen sind, dann sollte man nicht auf bestehende Gesetz mit bis zu 5 möglichen Jahren Haft verweisen und die Demonstranten unnötig kriminalisieren sondern einfach mal sagen: "Verdammt...wir haben Scheiße gebaut und sind über`s Ziel hinausgeschossen." Dann wäre es eine Sache der Gerichte und die Brisanz wäre `raus.
    Wenn ein Mappus als Angebot selbstherrlich verkündet den Südflügel bis zur Wahl nicht anzugehen, dann fühlen sich die BWler (egal, wie sie zum Projekt stehen) zu Recht vereimert, wenn `rauskommt, dass der eh erst für 2011 geplant war.
    Wenn sich ein Bahnchef Grube hinstellt und sagt, dass nur die Parlamente und sonst niemand was zu entscheiden hat, wirft dies auch ein deutliches Licht und lässt so manchen aufhorchen, den das Thema bisher nicht "gejuckt" hat.


    Dies alles dürfte (unter anderem) dazu führen, dass das Thema in diesen Tagen deutlich höher angesehen wird, als in den letzten 15 Jahren.

    Zitat

    Original geschrieben von archie83
    ...in dem Fall müssen nur genug Leute vom Vorgehen des Innenministers gegenüber Schülern angewidert sein. ;)


    In der Sache gebe ich dir Recht - ein bischen weniger Polemik erhöht die Überlebenschance des Threads aber deutlich :)


    Die Polizei hat ihre Pressekonferenz hinter sich.
    Eine wirkliche Erklärung für das Vorgehen, gab es wohl nicht.
    N-TV schreibt:

    Zitat

    Wasserwerfer gegen Kastanienwerfer- Polizei rechtfertigt Gewalteinsatz


    Zitat

    Der "massive Widerstand" der Projektgegner habe erst dazu geführt, dass die Polizei Pfefferspray, Wasserwerfer und Schlagstöcke eingesetzt habe, sagte Polizei-Inspekteur Dieter Schneider


    Zitat

    Polizeipräsident Siegfried Stumpf sagte, der eingesetzte Wasserwerfer habe eigentlich das Baufeld sichern sollen, habe dann aber zur Räumung eingesetzt werden müssen.


    Zitat

    Die Polizei musste einräumen, dass sie nicht mit Steinen sondern mit einigen Kastanien beworfen wurde. Ein weiteres Wurfgeschoss, sei später als Plastiktrinkflasche identifiziert worden.


    Der SWR schreibt weiterführend:

    Zitat

    Indes mehren sich innerhalb der Stuttgarter Polizei kritische Stimmen zu dem Polizeieinsatz im Schlossgarten. Dass die eigenen Kräfte aus Angst um Indiskretionen nicht informiert worden seien, passe zur Geheimhaltungstaktik des Polizeipräsidenten beim Thema Stuttgart 21, heißt es im Präsidium. Dort wird das taktische Vorgehen beim Einsatz am Donnerstag hinter vorgehaltener Hand als dilettantisch eingeschätzt. Hinzu kommt, dass die Beamten zunehmend demotiviert sind: Wegen der wochenlangen Stuttgart-21-Einsätze schieben sie nach SWR-Informationen einen Berg von Überstunden vor sich her, gleichzeitig können einige Reviere offenbar nur mit 50 Prozent der sonst üblichen Stärke besetzt werden. Zudem wird die Polizei in der Landeshauptstadt seit dem Einsatz im Schlossgarten allenthalben angefeindet. Wenn Polizisten Kinder schlagen, zeige der Staat sein wahres Gesicht, war am Sonntag beim Fußball-Bundesligaspiel des VfB Stuttgart auf einem großen Spruchband im Stadion zu lesen.


    Nun warten wir mal ab, was der Innenausschuss des Landtages noch hervorbringt. Innenminister Rech hat ja nach eigenen Aussagen noch eindeutige Rechtfertigungen FÜR das Vorgehen der Polizei in der Hinterhand.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Es machen ja schon einflußreiche Intressengruppen mobil gegen einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz. Ich hatte ja hier schon erwähnt das es für Land- und forstwirtschaftliche Betriebe die nicht buchführungspflichtig sind eigenen MWST-Sätze gibt, Umsatzsteuerpauschalierung nennt sich das. Schon protestiert der Deutsche Bauernverband gegen eine mögliche Vereinheitlichung der Sätze, weil das für diese Betriebe ein zu hoher bürokratischer Aufwand wäre mit Buchführung und Vorsteuerabzug. Kann man jetzt wenn man nicht selbst vom Fach ist schwer beurteilen, wie berechtigt solche Einwände sind. Dieses Beispiel verdeutlicht aber doch, wie Lobbygruppen in unserem Staat zum Teil auch sehr erfolgreich Reformen verhindern.


    Wie Recht du doch an der Stelle hattest: N-TV

    Zitat

    Zugleich fürchte Schäuble offenbar massive Widerstände gegen höhere Mehrwertsteuersätze.

    Der Anfang gefällt mir sehr gut. Nur die Sache mit dem Pflichtgefühl klingt wieder so nach notwendigem Übel. Ich würde gerne verdeutlichen, dass ich genau nach so einem Job suche und nicht die ganze Zeit an einem Standort verbringen möchte.


    Edit: Würde "werde ich mit besonderer Freude erfüllen" gehen? Oder auch eher zu plump?

    Dann will ich auch mal: Wenn in einer Stellenausschreibung bei den Anforderungen "Mobilität" und "befristete Auslandseinsätze" gewünscht sind und man genau sowas auch möchte/sucht - wie formuliert man das ohne, dass es plump und aufgesetzt wirkt?

    Zitat

    Original geschrieben von VFBler
    Ich sehe grade auf N24 Aufzeichnungen wie Demonstranten in der ersten Reihe Sprechchöre Richtung Polizei tätigen: "So sehen Schläger aus, Schalalala!"
    Da braucht man sich echt nicht mehr wundern.


    Nochmal: Wem wegen sowas die Sicherung durchbrennt, ist in dem Beruf des Polizisten fehl am Platz. Was nicht heißt, das solche Provokationen gut zu heißen sind.


    Zitat

    Original geschrieben von VFBler
    Unsere Demokratie hat entschieden dass der Banhof gebaut wird! und soviel Demokratieverständniss habe ich dass ich diese Entscheidung dann auch aktzeptiere! Wenn ih das nicht tue, darf ich gerne meine Meinung kundtun in Form einer Demonstration! Ich haber aber nicht das Recht Plätze zu besetzen und demokratisch gestartete Bauvorhaben zu blockieren.


    Da bin ich völlig bei dir! Die Proteste hätten - wenn überhaupt - in der Planungsphase stattfinden müssen. Besetzungen und ähnliche Aktionen sind auch nicht richtig. ABER (und darum geht es ja im Augenblick): Es rechtfertigt keine Prügeleien auf Kinder, Rentner und alle anderen gewaltlosen "Aktivisten". Das ist der feine Unterschied.