Ich glaube nicht, dass man den Markt für Autos ernsthaft mit dem Markt der Telekommunikation vergleichen kann. Ein Auto ist eine Entscheidung über sehr viel Geld und über einen langen Zeitraum, Telekommunikation hingegen ist popeliger Alltagsmassendienst mit Milliarden von Minuten und SMS pro Monat! Mit ersterem verbinden viele Leute Emotionen und genehmigen sich bzw. dem Hersteller einen Aufschlag für ein teureres und in ihrem Empfinden besseres Gefährt, bei letzterem sehen das wohl nur die Hardcorefreaks "ihres" Netzbetreibers in entsprechender Weise.
Telekommunikation ist in Bezug auf die Hauptleistungen SMS und Telefonie (und nur das ist in nennenswertem Umfang derzeit gefragt) 08/15-Massenware, ein Auto hingegen ist ein höherwertiges Gut. Einen Bonus für Schnickschnack gewährt man dem Fahrzeughersteller für eine Gegenleistung (viele Ausstattungsdetails sind sicherheitsrelevant, andere leistungsrelevant etc...); genau diese Mehrleistung gibt es im TK-Bereich nicht! Eine T-Mobile-Minute ist nicht besser oder mehr wert als dieselbe Minute über E+ oder seine Abkömmlinge! Eine S-Klasse ist aber sehr wohl mehr wert als ein Golf, und demzufolge ist ein Aufschlag gerechtfertigt. Das ist der Haken am diesem absurden Vergleich zwischen letztlich völlig gleicher Massenware (Centwirtschaft) und grundverschiedenen Hochpreisgütern (tausende von Euro).
Und im Bereich der Massenwaren setzt sich am Ende in der Regel der Discounter (in der breiten Masse) durch, da nützen auch keine Werbekampagnen etwas, die dem Kunden das nicht vorhandene Mehr an Leistung schmackhaft machen sollen. Deshalb glaube ich, dass die Strategie im Mobilfunk-Massenmarkt sehr wohl aufgehen kann und auch wird; der Discounteranteil ist in anderen Ländern nach wenigen Jahren bei 20-30%? Im Moment ist der E-Plus-Anteil am hiesigen Discountermarkt offenbar recht akzeptabel, wenn sie am Ende also den größten Block in dieser Sparte stellen sollten, reicht das sicherlich, um ordentlich Geld zu verdienen. Klar, Edeka, Tengelmann & Co. haben das größere Markensortiment und pro Ware auch die größere Auswahl - dennoch machen Aldi & Co. die große Kohle. Und wenn die Masse schon bei Lebensmitteln so denkt, dann doch erst Recht bei unsichtbaren, aber im Alltag allgegenwärtigen Massendiensten.