Ich finde manche Bilder, die im TV gezeigt werden, deutlich schlimmer.
Z.B. erinnere ich mich an einen Jungen, dem ein Bein fehlte (Wunde war zu sehen) und auf seiner Pritsche saß und weinte. Das ging mir ziemlich nahe, denn hier sind Unschuldige betroffen.
Bei getöteten Soldaten und/oder Zivilisten, die freiwillig in dieser Region sind, gehen mir solche Dinge weniger nahe. Krieg ist nunmal unvorstellbar grausam, und in einem Kriegsgebiet passieren kranke und krasse Dinge am laufenden Band. Wer freiwillig hingeht, setzt sich bewußt diesem Risiko aus, ergo ist es sein/ihr Berufsrisiko.
Nicht, dass ich diese Tat verunglimpfen will! Aber hier wird ein Tamtam um einzelne gemacht (eben dieser oder z.B. die drei verbrannten Körper an der Brücke etc.), während die wahren Leidtragenden - mittlerweile etwa 9.000 (in Worten neun tausend!) toten Iraker - regelrecht untergehen. Und deren Schicksale sind kaum besser, aber Zahlen lassen sich halt weniger medienwirksam unters Volk bringen als Bilder oder gar Videos...
Die Entwicklung der Medien ist nicht mehr umzukehren, und so werden noch viele weitere und schlimmere Bilder folgen. Und das ist letztlich gar nicht mal schlecht, denn es zwingt UNS ALLE, hinzuschauen und zu erkennen, wie grausam Krieg wirklich ist. Die Wahrheit ist eben nicht so sauber und steril, wie die US-Regierung z.B. den ersten Golfkrieg darstellen konnte. Wäre ihnen das hier wieder gelungen, hätten sie es leicht, nach diesem Modell weiter zu verfahren. So wird die Welt auf- und wachgeschreckt, und das kann letztlich so verkehrt nicht sein. In Zukunft werden viele bei einem bevorstehenden Krieg Bilder wie diese vor Augen haben und hoffentlich etwas intensiver darüber nachdenken, ob Arschkriecherei bei "Verbündeten" wirklich mehr zählen darf als Vernunft. Vielleicht haben wir beim nächsten mal eine einheitliche europäische Meinung - gegen solche Kriege. Und damit könnte sich sowas eher verhindern lassen als mit gespaltenen Lagern.