Beiträge von kues

    Das Problem ist die oft eingeschränkte Mobilität dieser Altesgruppe die nicht mal eben 20 bis 50km zum nächsten Impfzentrum fahren können.

    Im Bekantnenkreis meiner Mum warten auch die meisten darauf sich beim Hausarzt impfen lassen zu können.

    Und im Falle von NRW kommt die oft vollkommen überlastete telefonische Terminvergabe dazu, wer nicht fit mit Internet ist bzw. keine Angehörigen hat die das per Internet buchen muss schon ein sehr gutes Durchhaltevermögen haben um einen Termin zu ergattern.

    Ja, daran habe ich nur bedingt gedacht, weil in es in Nürnberg das volle Programm für die 80+ gibt: Mobile Impfteams für die Gemeinschaftseinrichtungen, Impfbusse (bzw. Pop-Up Impfstellen z.B. in Turnhallen etc) mit Terminen für die Außenbereiche der Stadt und ggf. auch noch Taxikostenzuschuß. Dazu wurden alle über 80 persönlich angeschrieben und es gibt eine eigene städtische Telefonhotline. Aber das macht/kann vielleicht auch nicht jeder Kreis in Bayern.

    Kennt jemand Zahlen bzw. Quellen dazu wieviele Leute in den Prioritätsgruppen und/oder Altersgruppen geimpft sind?

    Was mich an den Zahlen des LGL für Bayern etwas nachdenklich macht ist die Inzidenz der Altersgruppe 80+ https://www.lgl.bayern.de/gesu…ronavirus/#inzidenz_alter

    Das sind immernoch 70 für KW13 vor Ostern, obwohl in der Altersgruppe alle Impfwilligen und -fähigen schon geimpft sein sollte. Na mal schauen.

    Impftermine bekommt man in Bayern inzwischen anscheinend auch leichter, wenn man den diversen besonderen Berufsgruppen angehört. Mein Eindruck wäre, dass es schon einen Übergang von von Prioritätsgruppe 2 auch zu ersten aus der PG 3 gibt- aber das Regelwerk im Detail habe ich nicht studiert.

    Immerhin gibt er (wenn auch eher unfreiwillig) zu, dass der Inzidenzwert von der Zahl der Testungen, und nicht von der Zahl der tagtäglichen Infektionen abhängt, und damit als Entscheidungskriterium eigentlich untauglich ist.

    Wieso eigentlich untauglich? Halt nur tauglich, wenn die Leute ‚normal‘ zum Testen gehen bzw. geschickt werden. Und die Inzidenz dann auch innerhalb brauchbarer Wahrscheinlichkeiten eine Abbildung des Infektionsgeschehens liefert.


    Bayern dreht ab 12. April wieder an den Regeln. Vermutlich wegen der jüngsten Gerichtsentscheidungen sollen dann nur noch Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken bedingungslos öffnen dürfen. Für Baumärkte etc gelten dann (wieder) die allgemeinen Regeln des Einzelhandels (so ich recht erinnere bis Inzidenz 50 öffnen, 50-100 Click&Meet, über 100 nur Click&Collect). Aber bei Inzidenz 100 bis 200 soll dann neu mit negativem Test auch Click&Meet möglich sein. Vergl. https://www.br.de/nachrichten/…orona-beschluesse,STtsz5k

    In Finnland hat das Parlament (bzw. ein bestimmter Ausschuss davon) die zum Lockdown in Hochinzidenzgebieten (vorallem Turku, Helsinki und der Süden Finnlands) gehörigen verschärften Ausgangs- und Reisebeschränkungen kassiert: https://yle.fi/uutiset/osasto/…mittee_rejection/11866001

    In und um Helsinki ist die Inzidenz immernoch über 250. Interessantes Detail am Rande , die Grundschulen haben generell weiter Präsenzunterricht, nur die höher Klassen bekommen (digitalen) Distanzunterricht (in den hohen Pandemieplanstufen).

    Ungarn hat inzwischen 0,22% C19 Tote an der Gesamtbevölkerung erreicht und auf hohem Nivea kommen noch immer 25 pro 1 Million pro Tag hinzu. Ungarn hat die schlimmste Versterbensrate pro Einwohner, die ich bisher finden konnte (btw: Belgien hat auch etwa 0,18% aber jetzt ziemlich stabil, wie auch UK zB). Trotz höherer ErstImpfquote (24%) durch zusätzlich Sputnik V. (In Russland wollten sich bisher nur 5% impfen lassen, da bleibt viel Spielraum für Export…).

    Der Impfstoff gegen Pocken verursacht schwere bis tödliche Nebenwirkungen, bei 1-4 auf 1 Million.

    Der Corona Impfstoff hat bis zu 10x häufiger schwere Nebenwirkungen, 1 auf Hunderttausend.

    Besonders bemerkenswert, es gab damals keine Impfzertifikate um irgendwo hin zu dürfen.

    1-2 auf 1 Million soll die Versterbensrate bei den Pockenimpfungen sein. Schwere Nebenwirkungen etwa bei 1 auf 10000 Geimpfte.

    Nach dem letzten Bericht des PEI vom 12.03.21 gab es 0,3 Verdachtsmeldungen mit schweren Nebenwirkungen auf 1000 Geimpfte (also 3 auf 10000 bzw. 30 auf 100000) über alle C19 Impfungen in D.

    Nur zum Vergleich 1% Versterbensrate von Infizierten sind 10 auf 1000 bzw. 100 auf 10000.

    Ich kann die Rohdaten der EMA nicht einordnen, aber es erscheint mir erstmal erfreulich, dass zumindest engmaschig gemeldet wird.

    Einen Kollegen (<40 Jahre) hat die AZ Impfung die ganze Woche mit Symptomen eines grippalen Infekts umgehauen. Eine über 70jährige aus der Familie hat außer ein wenig Muskelschmerzen an der Einstichstelle nichts bemerkt.

    Und in Teilbereichen wie Pflegeeinrichtungen oder Kindertagesstätten kommt man ohne bestimmte Impfungen auch schon heute nicht weiter.

    Davon ab denke ich die Diskussion um ‚Impfprivilegien’ oder ‚Impfpflicht’ ist nicht sonderlich fruchtbringend, lenkt (mal wieder) von den wichtigen Fragen ab.

    Wo diese Saison die Grippe weitgehend ausfällt, fände ich viel spannender die Frage, was man zukünftig übernehmen kann, um mit möglichst wenig Aufwand die Grippewellen flach zu halten. Ebenso wie die Hygienevorsorge in Pflege- und anderen Gemeinschaftseinrichtungen weiter verbessert werden kann. Und (einfache) Masken -wie in Asien schon länger normal- bleiben uns hoffentlich auch in Zukunft erhalten- freiwillig…

    3.) Wenn ich 1.) und 2.) berücksichtige, werden z.B. bis Ende 2021 vielleicht 20-40 % der Leute geimpft sein. Dass diese Minderheit der Mehrheit Vorgaben machen möchte, halte ich für sportlich 8).

    Weil die anderen sich nicht impfen lassen wollen nur 20-40%?


    Gehe ich nur nach dem aktuellen Impftempo, vergl. https://ourworldindata.org/exp…M~BRA~HUN~DEU~DNK~SWE~BEL

    So sind es seit Ende März stabil gut über 0,3 Impfdosen pro 100 Einwohner. Macht bei 270 Tagen 81 Impfdosen pro 100 Einwohner, bei Doppelimpfstoff also mindestens 40% zusätzlich bis Ende des Jahres. Plus die schon durchgeimpften 5% sind wir bei mindestens 45%. Plus ggf. Einfachimpfung mit J&J und die 7% mit Erstimpfung bisher. Jedenfalls ist die Untergrenze weit über den 40%, selbst wenn man sehr pessimistisch kalkuliert…

    Durch Wiederholung wird die Auffassung auch nicht realer. Impfpflicht gab es schon in der Bundesrepublik Deutschland, vergl. https://de.wikipedia.org/wiki/…mpfpflicht_in_Deutschland


    Kein Grundrecht gilt absolut, wenn Grundrechte konkurrieren gibt es (sehr häufig) eine Abwägung gegeneinander und bis zu welchem Grad die Einschränkung eines Grundrechts für ein anderes Grundrecht zulässig ist.


    Und da es verschiedene Impfstoffe gibt, hätte man immerhin die Wahl, womit man nicht geimpft werden will. So wie die Glücklichen, die schon einen Termin hatten bzw. haben, jederzeit sich anders entscheiden können.


    Im übrigen sei nochmal darauf hingewiesen, dass es Menschen gibt, die sich wegen bestimmten (Vor)Erkrankungen gar nicht impfen lassen können bzw. sollten. Diese Menschen können nur indirekt geschützt werden, indem andere sich impfen lassen. Erstere haben auch ein Recht auf Leben in Würde, womit wir wieder bei der Abwägung von Grundrechten sind…