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Original geschrieben von Hinniwilli
Es waren keineswegs nur individuelle Übertritte. Es wurden von CDU/FDP auch Vermögenswerte/Immobilien übernommen.
Was findest Du an hemmungslosen Opportunisten so viel besser, als an Leuten, die zu ihren Überzeugungen stehen.
Abgesehen davon, daß es sich bei diesen Vermögenswerte im Vergleich zu dem was die PDS/Linke ins "Neue Deutschland" (auch das) hinübergerettet hat nur um die bekannten Peanuts gehandelt hat, haben diese Leute in CDU oder FDP keine entscheidenden Positionen mehr eingenommen und haben insbesondere keinerlei programmatischen Einfluß gewonnen. Das war eine "Übernahme" im klassischen Sinne.
Und was ich an einem kleinen Opportunisten soviel besser finde als an einem fanatischen und unbelehrbaren Stasi-Schergen, ist die simple Tatsache, daß der erste keinerlei Gefahr für unsere Demokratie darstellt, während der zweite unverzüglich versucht, unsere Gesellschaftsform zu unterminieren und wieder solch ein "Arbeiterparadies" zu errichten, wie es vor nicht einmal 20 Jahren mit lautem Getöse in sich zusammengestürzt ist.
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Original geschrieben von Martyn
Einen Wechsel von NSDPA Mitgliedern zu den Sozialdemokraten kann ich mir jetzt nicht vorstellen, da waren eher CSU/CDU und FDP die neue Heimat.
Soweit ich weis gab es da gerade von der FDP Wahlplakate mit "Amnestie für Nationalsozialisten" Thema.
Da scheinst Du allerdings zu wenig Vortstellungsvermögen zu besitzen. Das wohl prominenteste ehemalige NSDAP-Mitglied, das in der SPD Karriere machte, war der frühere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller, der nicht nur Mitglied der NSDAP, sondern auch die NS-Studentenbundes und später des NS-Dozentenbundes war. Sein Beitritt zur SPD erfolgte 1946.
Ein anderes hübsches Beispiel wäre etwa Hans Georg Schachtschabel, der seit 1933 Mitglied der SA, seit 1935 des SS und seit 1937 der NSDAP war. Auch er trat 1946 der SPD bei und war zwischen 1969 und 1983 Bundestagsabgeordneter dieser Partei.
Wie Du siehst, fanden sich in der SPD sowohl ehemalige KPD- als auch ehemalige NSDAP-Mitglieder in durchaus herausgehobenen Positionen. Da war man auch nicht pingeliger als andere. Wenn Du Dir überlegst, daß die NSDAP bei Kriegsende etwa 8Mio. Mitglieder zählte, ist das ja auch nicht weiter verwunderlich.
Du darfst nicht vergessen, daß gerade für viele "kleine" Leute die NSDAP so reizvoll war, weil sie den Mitgliedern der "Volksgemeinschaft" die Überwindung der damals noch exisiterenden Klassenschranken versprach und ermöglichte. Ein hoher Parteifunktionär etwa, egal welcher Schicht er entstammte, war im dritten Reich durchaus jedem Fabrikbesitzer sozial gleichgestellt.
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Original geschrieben von bernbayer
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Wird die "Linke" nicht sogar in einigen Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet?-
Die PDS/Linke wird in allen westdeutschen Bundesländern außer dem Saarland vom Verfassungschutz observiert. Das dürfte sich aber wohl mit Hilfe der SPD bald ändern. Wenn die Kommunisten erst einmal mit am Kabinettstisch sitzen, werden sie schon dafür zu sorgen wissen.
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Original geschrieben von Siemensanier
Der wirkliche Misstand war und ist doch, das politische Parteien schon vor der Wahl es verneinen mit demokratischen Wettbewerbern überhaupt auch nur zu reden, oder eine Verbindung von vornherein ausschließen. Dies handhaben sie doch auch nur zur eigenen Machtsicherung, und nicht zum Allgemeinwohl.
Siemensanier
Auch wenn Du die PDS/Linke noch so oft als "demokratischen Mitbewerber" bezeichnest, wird sie dadurch noch lange nicht zu einer demokratischen Partei. Bevor man über diese Bezeichnung auch nur ansatzweise nachdenken könnte, müßte sie sich zumindest von allen ihren Mitgliedern trennen, die im Repressionapparat der DDR-Diktatur aktiv waren. Und dann würde die Mitgliederliste vermutlich ziemlich kurz werden. Auch die Existenz einer "kommunistischen Plattform" innerhalb der PDS/Linke ist ehrlich gesagt nicht geeignet, mich von ihrer demokratischen Grundhaltung zu überzeugen. Würde sich die NPD eine "nationalsozialistische Plattform" leisten, wäre sie jedenfalls längst verboten.
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Original geschrieben von Hinniwilli
CDU und FDP haben sich nach der Wende mit den alten Blockparteien der DDR zusammengeschlossen, die im Rahemen der Nationalen Front alle Verbrechen des Regimes mitgetragen haben.
Man kann wohl kaum von einem Zusammenschluß reden, sondern wohl eher von einem Beitritt zu den entsprechenden Westparteien. Und das ist etwas vollkommen anderes. Was meinst Du, wieviele ehemalige NSDAP-Anhänger später SPD-Mitglieder geworden sind? Auch der geläuterte(?) Alt-Stalinist Herbert Wehner konnte in den Reihen der SPD Karriere machen und in die höchsten Ämter aufsteigen. Es macht einfach einen Unterschied, wenn man Einzelpersonen innerhalb einer demokratischen Partei eine zweite Chance gibt, oder ob man mit der nur schlecht getarnten Nachfolgeorganisation eines totalitären Regimes paktiert.
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Ist zwar etwas OT paßt aber gut ins Gesamtbild der aufrechten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit:
http://de.news.yahoo.com/ap/20…regelverst-808bb34_2.html
Ich bin sicher, der Siemens-Konzern hätte ohne juristische Beratung durch Herrn Schily schon längst pleite gemacht.
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Original geschrieben von Siemensanier
Soll Koch auf Basis der hessischen Verfassung weiterhin 5 Jahre geschäftsführend im Amt bleiben? Sehr demokratisches Verfahren zur Legitimation. Mehrheiten lassen sich nicht dadurch aus der Welt schaffen, dass man demokratische Anteile antidemokratisiert.
Siemensanier
Das ändert alles nichts an der Tatsache, daß Frau Ypsilanti gelogen hat, daß sich die Balken biegen und sie wußte auch genau warum. In der SPD, weniger im unter den Funktionären aber doch in der Wählerschaft, gibt es noch genügend sozialdemokraten "alten Schlags", die ums Verrecken nichts mit Kommunisten zu tun haben wollen. Und genau diese Leute hat Frau Ypsilanti betrogen und hinters Licht geführt.
Im Übrigen hätte mich Dein Kommentar interessiert, wenn etwa Herr Milbradt in Sachsen nach der letzten Landtagswahl auf die Idee gekommen wäre, sich von der NPD dulden zu lassen statt mit der SPD zu koalieren. Im Gegensatz zu den Sozialdemokraten hat sich die CDU bisher immerhin stets einer Zusammenarbeit mit Extremisten enthalten.
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Re: Re: SPD angeblich zu Minderheitsregierung in Hessen bereit
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Original geschrieben von Moskauinkasso
Korrektur:
Die Haltbarkeit der Wahlversprechen aller etablierten Parteien ist zunehmend kürzer!
Heutzutage bei "Genossen" von sozialistischer Politik zu sprechen, entbehrt jeden Realitätssinn!
Selbst was "die Linke" heute fordert, war Anfang der Siebziger Parteiprogramm der FDP. 
Bei manchen Zeitgenossen ist man ja bereits "Links", wenn man keinen Scheitel trägt ....
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Auch wenn ich Dir recht gebe, daß Ehrlichkeit bei unserer politischen Kaste nicht besonders hoch im Kurs steht, liegt die SPD in der Disziplin Wahlbetrug jedoch uneinholbar vorne. Das heilige Versprechen Frau Ypsilantis, sich nicht von der PDS dulden zu lassen, war meiner Ansicht nach die dreisteste Lüge seit dem MWSt-Betrug der SPD bei der letzten Bundestagswahl.
Ob das Gebaren der SPD als sozialistisch zu bezeichnen ist, scheint offenbar sehr stark vom eigenen Standpunkt abzuhängen, immerhin bekennt sie sich in ihrem Parteiprogramm offen zum einer Totgeburt namens "demokratischer Sozialismus". Das hat die FDP meines Wissens nach selbst in den finstersten 70er Jahren nicht getan.
Und die Frage, ob jemand "links" ist oder nicht, entscheidet sich meiner Meinung nach weniger an der Frisur, sondern vor allem an der Frage, ob er vom Grundsatz her das Leistungsprinzip gutheißt oder die Umverteilungsmentalität zur Staatsreligion erheben möchte.
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Die SPD beabsichtigt offenbar in Hessen eine Minderheitsregierung zu bilden.
http://de.news.yahoo.com/afp/2…rteien-spd-c1b2fc3_1.html
Um sich zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen benötigt Frau Ypsilanti allerdings die Stimmen der PDS/Linken. Somit hat man hier wieder ein gutes Beispiel dafür, wie gering die Halbwertszeit der Versprechungen sozialistischer Politiker nun einmal ist.
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Original geschrieben von Siemensanier
Danke, ich weiß das ich in einer Scheinwelt lebe 
Ziemlich männlich deine Aufzählung, Kinder bekommen in meiner Welt immernoch biologisch strenggenommen Frauen. Außerdem aus welcher Generation und welcher Kaste kommen die von dir benannten Leistungsträger. Schau dich mal beispielweise bei den Leistungsträgern in den F+E Abteilungen um wie hoch der Prozentteil der dort bechäftigten ist, die zum Einen jung sind, und zum Anderen noch den Traum von Häuschen und Familie pflegen, oder eben lieber Karriere machen wollen. Bzw. nur durch Karriere ihre wirtschaftliche Existenz abgesichert sehen.
Aber es stimmt wir haben im realen Deutschland nicht mit Überalterung zu kämpfen, nur in meiner scheinbaren.
Um zur Überschrift zurückzukehren.
Frau Wegner hat ihr Soll von 2 Kindern nicht erfüllt.
http://www.landtag-niedersachs…/biografie1.asp?abgeo=396
Ist vielleicht auch gut so in mancher Augen.
Siemensanier
und tschüß
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Ja, Du hat schon recht, die Kinder zu bekommen ist Sache der Frauen. Allerdings sind - zumindest in meiner Welt - bislang auf die eine oder andere Weise auch immer Männer daran beteiligt, hierfür die Voraussetzungen zu schaffen. Bislang gibt es glücklicherweise noch kein Kind ohne (biologischen) Vater. Der Grund dafür, daß in meiner Aufzählung ausschließlich Manner auftauchen, liegt also eher darin, daß im Bereich des Spitzenmanagements Frauen nach wie vor mit der Lupe zu suchen sind.
Tatsächlich ist die Fragestellung jedoch deutlich komplexer. Mulitvariate Untersuchungen zu dieser Thematik kommen häufig zu dem Ergebnis, daß (in westlichen Gesellschaften) für Männer der isolierte Zusammenhang zwischen Einkommen und Kinderzahl positiv ist, während sich für Frauen meist ein deutlich negativer Zusammenhang ergibt. Das hat sicherlich nicht unerhebliche institutionelle Gründe (Stichwort: Vereinbarkeit von Familie und Beruf). So mildert sich dieser Zusammenhang ab, wenn man Länder wie etwa Schweden betrachtet, in denen der Staat die Voraussetzungen schafft, daß auch für gut verdienende Frauen die Mutterschaft kein allzu großes finanzielles Verlustgeschäft wird.
Festzustellen bleibt jedoch einfach, daß unter den Bedingungen moderner postindustrieller Gesellschaften für Männer wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und evolutionärer Erfolg positiv korreliert zu sein scheinen, für Frauen jedoch nicht unbedingt. Dabei könnte man natürlich die ketzerische Frage stellen, ob das etwas so neues ist, aber das würde sicherlich entgültig zu weit führen.