Original geschrieben von Goodzilla
Erstens einmal muß das keinen-Job-haben derart weh tun, daß derjenige sich wirklich engagiert, bemüht, fortbildet, umzieht, ein Bein ausreißt um einen Job zu kriegen. Das ALG-II dürfte nur so hoch sein, daß er gerade so nicht verhungert - alles andere ist kontraproduktiv.
Ich gebe Dir mal eine reelle Einschätzung der Situation zum Thema Zuverdienst.
Nehmen wir uns irgend eine Sparte heraus (ist im Grunde in jeder Sparte gleich), z.B. EDV-Berater. Diese Leute (ein bisschen gehöre ich ja auch zu dieser Gruppe) verdienen sich Ihr Geld normalerweise an mehreren Kunden bzw. Projekten. Einige der Dinge sind natürlich kleinere Sachen wie z.B. einmal die Woche in einem Büro Backups/Virenscan/Systemcheck machen, eine kleinere Homepage erstellen oder so. Das Kleinvieh macht oft den Mist.
Jetzt kommen unsere ALG-Empfänger ins Spiel. Diese dürfen sich ja jetzt z.B. "nur" 160 € dazuverdienen und machen so einen kleinen Einzelauftrag dann billiger als der Selbstständige, weil sie ja sowieso "nur" diese 160 € dazuverdienen dürfen. Die Qualifikation ist dabei oftmals Nebensache, die haben ja Zeit und können rumprobieren bis es einigermaßen passt. Dieser Auftrag, der normalerweise z.B. 400 € bringen würde ist für die richtigen Selbstständigen verloren. Zusätzlich müssen die Selbstständigen ja mit direkten und indirekten Abgaben (u.a. Mineralölsteuer) für die ALG-Empfänger aufkommen, sie werden also sogar doppelt belastet. Irgendwann ist das Einkommen wegen den weggeschnappten Aufträgen dann so niedrig, daß der Selbstständige (egal ob er alleine arbeitet oder Angestellte hat) seine Firma dichtmachen und selber Sozialhilfe beantragen bzw. seine Angestellten entlassen muss.
Von der anderen Seite aus betrachtet könnte der Aufträge wegschnappende ALG-Empfänger aus der Statistik rausfallen wenn er sich engagieren würde, d.h. BWL-Grundkenntnisse lernen und selber einen Firma gründen würde. Für solche Fälle sind die ICH-AGs prima.
Kapierst Du jetzt warum Zuverdienste für ALG-Empfänger verboten und das ALG in den meisten Fällen sogar noch gekürzt werden sollte?
Ein Bafög-Empfänger soll studieren und nicht arbeiten, sich eine selbstständige Existenz aufbauen, ins Bordell gehen oder sein Geld versaufen. Die Regeln für Bagfög-Empfänger sind gut so wie sie sind!
Autsch. :mad:
o2neuling hat mal was vom sozialen Frieden geschrieben. Wenn man sowas liest, könnte man diese Behauptung von der anderen Seite sehen und als Arbeitender versucht sein, sich in Manching einen bestimmten Problemlöser auszuborgen...
Der Trip ins Kino oder zum McD soll eine Belohnung für Arbeit sein, keine Belohnung für's Nichtstun.