BTW:
Der Wahlkampf macht einigen doch ganz schön zu schaffen:
"Müntefering bricht bei Wahlkampfauftritt zusammen"
http://www.spiegel.de/politik/…and/0,1518,371279,00.html
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BTW:
Der Wahlkampf macht einigen doch ganz schön zu schaffen:
"Müntefering bricht bei Wahlkampfauftritt zusammen"
http://www.spiegel.de/politik/…and/0,1518,371279,00.html
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Wenn jetzt ein Hartz4 Empfänger aus einem Nebenjob nur 10% behalten darft, dann motiviert ihn das nicht einen Nebenjob anzunehmen und so auf dem Weg der Erwerbstätigkeit zurückzukommen.
NEIN!
Erstens einmal muß das keinen-Job-haben derart weh tun, daß derjenige sich wirklich engagiert, bemüht, fortbildet, umzieht, ein Bein ausreißt um einen Job zu kriegen. Das ALG-II dürfte nur so hoch sein, daß er gerade so nicht verhungert - alles andere ist kontraproduktiv.
Ich gebe Dir mal eine reelle Einschätzung der Situation zum Thema Zuverdienst.
Nehmen wir uns irgend eine Sparte heraus (ist im Grunde in jeder Sparte gleich), z.B. EDV-Berater. Diese Leute (ein bisschen gehöre ich ja auch zu dieser Gruppe) verdienen sich Ihr Geld normalerweise an mehreren Kunden bzw. Projekten. Einige der Dinge sind natürlich kleinere Sachen wie z.B. einmal die Woche in einem Büro Backups/Virenscan/Systemcheck machen, eine kleinere Homepage erstellen oder so. Das Kleinvieh macht oft den Mist.
Jetzt kommen unsere ALG-Empfänger ins Spiel. Diese dürfen sich ja jetzt z.B. "nur" 160 € dazuverdienen und machen so einen kleinen Einzelauftrag dann billiger als der Selbstständige, weil sie ja sowieso "nur" diese 160 € dazuverdienen dürfen. Die Qualifikation ist dabei oftmals Nebensache, die haben ja Zeit und können rumprobieren bis es einigermaßen passt. Dieser Auftrag, der normalerweise z.B. 400 € bringen würde ist für die richtigen Selbstständigen verloren. Zusätzlich müssen die Selbstständigen ja mit direkten und indirekten Abgaben (u.a. Mineralölsteuer) für die ALG-Empfänger aufkommen, sie werden also sogar doppelt belastet. Irgendwann ist das Einkommen wegen den weggeschnappten Aufträgen dann so niedrig, daß der Selbstständige (egal ob er alleine arbeitet oder Angestellte hat) seine Firma dichtmachen und selber Sozialhilfe beantragen bzw. seine Angestellten entlassen muss.
Von der anderen Seite aus betrachtet könnte der Aufträge wegschnappende ALG-Empfänger aus der Statistik rausfallen wenn er sich engagieren würde, d.h. BWL-Grundkenntnisse lernen und selber einen Firma gründen würde. Für solche Fälle sind die ICH-AGs prima.
Kapierst Du jetzt warum Zuverdienste für ALG-Empfänger verboten und das ALG in den meisten Fällen sogar noch gekürzt werden sollte?
ZitatWenn ein Bafögempfänger nur 5.200€ Vermögen haben darf, dann motiviert ihn das nicht nebenbei Erwerbstätig zu sein, oder sich vielleicht sogar nebenbei eine selbstständige Existenz aufzubauen.
Ein Bafög-Empfänger soll studieren und nicht arbeiten, sich eine selbstständige Existenz aufbauen, ins Bordell gehen oder sein Geld versaufen. Die Regeln für Bagfög-Empfänger sind gut so wie sie sind!
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Allerdings sollte das Arbeitslosegeld II trotzdem so hoch sein, das es auch mal einen gewissen Standart wie ab und an ins Kino oder mal zu McD ermöglicht und nicht nur das nackte Überleben sichert. Ich denke so 480€ in allen Bundesländern wären nicht zu hoch, das sich die Erwerbstätigen diskriminiert fühlen müssten. Weitere 480€ Zuverdienst sollten ohne Anrechnung möglich sein, damit auch eine Schrittweise Rückkehr ins Erwerbsleben gefördert wird.
Autsch. :mad:
o2neuling hat mal was vom sozialen Frieden geschrieben. Wenn man sowas liest, könnte man diese Behauptung von der anderen Seite sehen und als Arbeitender versucht sein, sich in Manching einen bestimmten Problemlöser auszuborgen...
Der Trip ins Kino oder zum McD soll eine Belohnung für Arbeit sein, keine Belohnung für's Nichtstun.
ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Goodzilla
Erstens einmal muß das keinen-Job-haben derart weh tun, daß derjenige sich wirklich engagiert, bemüht, fortbildet, umzieht, ein Bein ausreißt um einen Job zu kriegen. Das ALG-II dürfte nur so hoch sein, daß er gerade so nicht verhungert - alles andere ist kontraproduktiv.
Ich gebe Dir mal eine reelle Einschätzung der Situation zum Thema Zuverdienst.
Nehmen wir uns irgend eine Sparte heraus (ist im Grunde in jeder Sparte gleich), z.B. EDV-Berater. Diese Leute (ein bisschen gehöre ich ja auch zu dieser Gruppe) verdienen sich Ihr Geld normalerweise an mehreren Kunden bzw. Projekten. Einige der Dinge sind natürlich kleinere Sachen wie z.B. einmal die Woche in einem Büro Backups/Virenscan/Systemcheck machen, eine kleinere Homepage erstellen oder so. Das Kleinvieh macht oft den Mist.
Jetzt kommen unsere ALG-Empfänger ins Spiel. Diese dürfen sich ja jetzt z.B. "nur" 160 € dazuverdienen und machen so einen kleinen Einzelauftrag dann billiger als der Selbstständige, weil sie ja sowieso "nur" diese 160 € dazuverdienen dürfen. Die Qualifikation ist dabei oftmals Nebensache, die haben ja Zeit und können rumprobieren bis es einigermaßen passt. Dieser Auftrag, der normalerweise z.B. 400 € bringen würde ist für die richtigen Selbstständigen verloren. Zusätzlich müssen die Selbstständigen ja mit direkten und indirekten Abgaben (u.a. Mineralölsteuer) für die ALG-Empfänger aufkommen, sie werden also sogar doppelt belastet. Irgendwann ist das Einkommen wegen den weggeschnappten Aufträgen dann so niedrig, daß der Selbstständige (egal ob er alleine arbeitet oder Angestellte hat) seine Firma dichtmachen und selber Sozialhilfe beantragen bzw. seine Angestellten entlassen muss.
Von der anderen Seite aus betrachtet könnte der Aufträge wegschnappende ALG-Empfänger aus der Statistik rausfallen wenn er sich engagieren würde, d.h. BWL-Grundkenntnisse lernen und selber einen Firma gründen würde. Für solche Fälle sind die ICH-AGs prima.
Kapierst Du jetzt warum Zuverdienste für ALG-Empfänger verboten und das ALG in den meisten Fällen sogar noch gekürzt werden sollte?
Ein Bafög-Empfänger soll studieren und nicht arbeiten, sich eine selbstständige Existenz aufbauen, ins Bordell gehen oder sein Geld versaufen. Die Regeln für Bagfög-Empfänger sind gut so wie sie sind!
Autsch. :mad:
o2neuling hat mal was vom sozialen Frieden geschrieben. Wenn man sowas liest, könnte man diese Behauptung von der anderen Seite sehen und als Arbeitender versucht sein, sich in Manching einen bestimmten Problemlöser auszuborgen...
Der Trip ins Kino oder zum McD soll eine Belohnung für Arbeit sein, keine Belohnung für's Nichtstun.
Dann will ich mal antworten:
Ein Trip ins Kino oder zu McD ist für ein Kleinkind eine Belohnung, aber für Erwachsene gehört sowas zwar nicht regelmässig, aber dennoch gelegentlich einfach zum Leben dazu. Ich denke das kann man jetzt nicht als Luxus ansehen, den man sich hart erarbeiten muss.
Wer Arbeitslose so veramern lassen will das sie nicht mehr am normalen Alltagsleben teilnehmen können ist inhumen ... da lohnt es sich garnicht zu diskutieren.
ICH AG sind imho völlig unsinnig ... ich finde es völlig richtig als Erwerbslose die sich eine eigene Existenz aufbauen können, Startuphilfe bekommen, aber meistens sind die ICH AG weder zukunftsfähig noch ohne Förderung überlebensfähig. Das dafür ausgegebene Geld ist reine Verschwendung.
Dein Argument das Selbständige doppelt belastet werden sehe ich auch nicht. Den Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer zahlt der Arbeitslose genauso wie du auch. Und wer finanziell stärker ist kann auch mehr Abgaben bezahlen ... alles andere wäre unsozial ... ausserdem würde es dann am Ende nur noch arme Leute die am Existenzminimum dahinfristen und reiche Bonzen geben ... aber keine Mittelschicht mehr.
Ich will keine sozialistische Politik, aber im Moment ist die Linkspartei einfach die einzige Partei, wo man zum einen seinen Protest zeigen kann, und die vielleicht das Politische Klima auch wieder auf einen normalen Weg zurückbringt, das dann wenigstens 2009 SPD/FDP/Union wieder wählbar werden.
Eigentlich ist die Politik der Linkspartei nicht das was ich mir wünsche, viel besser wäre es wenn die SPD die Agenda 2010 überarbeiten würde und dann fortsetzen würde, aber die derzeitige Politik von SPD/FDP/Union ist einfach nicht tragbar.
Wo sind den nur die ganzen Unions- und FDP Politiker mit einem Gefühl für soziale Verantwortung hin ... Kohl, Weigl, Seehofer, Töpfer, Süßmuth und Blüm waren doch ganz okay.
Re: Re: Re: Unternehmenskultur
ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Es kommt immer drauf an, was man draus macht. Es ist nicht immer so schön, wenn sich Freizeit, Hobby und Beruf um ein und dieselbe Sache drehen und wenn die noch so vielfältig ist.
Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu, meistens ist es für alle Beteiligten wertvoller, wenn Freizeit und Beruf nicht ineinander aufgehen und klar getrennt sind. Andererseits bedeutet ja eine Vermischung von Hobby und Beruf, dass man keine anderen Freizeitbeschäftigungen mehr hat - nur empfindet man eben die Arbeit nicht als Zwang, wo man jede Minute zählt. Und bei Selbstständigkeit fordert man mehr oder weniger mutwillig die Vermischung von Beruf und Privatvergnügen...
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
...aber eine Regelmässige Arbeitszeit von 50h wäre inhuman...
Wie bitte?? Inhuman??
Sollten tatsächlich solche Vorstellungen in der Gesellschaft rumgeistern und mehrheitsfähig werden und gleichzeitig auf der anderen Seite Forderungen nach immer besseren Lebensstandards für Nichtstuer (egal ob nun verschuldet oder unverschuldet) auftauchen, dann plädiere ich aber offen für eine Amnestie aller Steuerhinterzieher und Sozialabgaben-Nichtzahler. In gewissen Grenzen bin ich gerne bereit, Abgaben zu leisten, um die Schwachen zu unterstützen und aus Notlagen herauszuhelfen. Aber sobald mir einer von denen mit dem Argument käme, dass 50h Wochenarbeitszeit "inhuman" seien und er die Arbeitslosigkeit vorziehe, dann würde ich um jeden Euro kämpfen, den ich vor dem falschen Sozialstaat retten könnte....
btw: es gibt genug 50h-Arbeitende, die sich kein Kino und kein McDonalds leisten können...
Re: Re: Re: Re: Unternehmenskultur
ZitatOriginal geschrieben von qwasy
btw: es gibt genug 50h-Arbeitende, die sich kein Kino und kein McDonalds leisten können...
Wenn ich regelmässig 50h die Woche arbeiten muss und mir nichtmal Kino und McDonalds leisten kann ... was für Vorteile habe ich dann noch gegenüber einem Leben in Angola, Gabun, Sudan, Somalia, Ruanda, Burundi ... Willkommen in der 3. Welt.
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Wer Arbeitslose so veramern lassen will das sie nicht mehr am normalen Alltagsleben teilnehmen können ist inhumen ... da lohnt es sich garnicht zu diskutieren.
Das ist eben der wunde Punkt, an dem massiv gearbeitet werden muss, was aber insbesondere die Gewerkschaften verhindern, weshalb viele hunderttausend Arbeitslose auf deren Konten gehen: Momentan ist Arbeitslosigkeit - insbesondere bei älteren Arbeitnehmern - eine Diagnose wie bei einer schweren Krankheit: von heute auf morgen kann man nichts daran ändern. Aber andere Länder - selbst die gerne als Negativbeispiel zitierten USA - sind und hier meilenweit voraus: Es muss endlich auch in die Köpfe der Gewerkschaften gehen, dass ein Unternehmen auch einen gewissen Bestand an Arbeitskräften zum "Atmen" braucht. Wenn die Auftragslage gut ist, dann muss man Leute einstellen können, ohne diese in schlechten Zeiten mit durchfüttern zu müssen.
ZitatOriginal geschrieben von qwasy
Es muss endlich auch in die Köpfe der Gewerkschaften gehen, dass ein Unternehmen auch einen gewissen Bestand an Arbeitskräften zum "Atmen" braucht. Wenn die Auftragslage gut ist, dann muss man Leute einstellen können, ohne diese in schlechten Zeiten mit durchfüttern zu müssen.
Aber gerade wenn man das will, muss man ein starkes Sozialsystem zur Vefügung haben, damit die Arbeitnehmer bei der Entlassung nicht automatisch auf der Gosse landen, bei der man sie bei Bedarf wieder rausholt.
Die Unternehmer betrachten die Arbeitnehmer ja nicht mehr wie Partner, sondern wie Müll.
Aber die Arbeitnehmer sollen sich schon um das Unternehmen kümmern.
Re: Re: Re: Re: Re: Unternehmenskultur
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Wenn ich regelmässig 50h die Woche arbeiten muss und mir nichtmal Kino und McDonalds leisten kann ... was für Vorteile habe ich dann noch gegenüber einem Leben in Angola, Gabun, Sudan, Somalia, Ruanda, Burundi ... Willkommen in der 3. Welt.
Tut mir leid, wenn ich hier direkt werde (ich achte Deine Meinung durchaus, die Du hier in den Diskussionen konsequent verfolgst und aus Deiner Sicht der Dinge auch glaubhaft (wenn auch mitunter IMO naiv) darlegst). Aber ich befürchte, Du hast in dem Fall überhaupt keine Ahnung wovon Du sprichst. Das ist traurig, weil Du ganz offensichtlich Zugriff aufs Internet hast und es daher besser wissen könntest. Dennoch muss ich so einen Mist lesen. Ich empfehle Dir, mal eines der Dritte-Welt-Länder zu besuchen. Ich hatte die Möglichkeit während eines längeren Aufenthalts, mich mit Leuten dort auszutauschen. Und glaub mir: 90h Arbeit (und nicht nur im Büro sitzen) würden die meisten mit Freude auf sich nehmen, wenn sie am Ende der Woche auch nur ihre Familie ernähren könnten.
Aber das heisst ja noch lange nicht das sowas erstrebenswert wäre ... sozialpolitisch wäre eine Politik, wie du sie verfolgst ein Rückschritt ins Zeitalter der Industriealisierung.
ZitatOriginal geschrieben von Martyn sozialpolitisch wäre eine Politik, wie du sie verfolgst ein Rückschritt ins Zeitalter der Industrialisierung.
Was eben noch die 50er Jahre waren, wird nun schon zur Industrialisierung des 19. Jahrhunderts? ![]()
Irgendwie geht es aber in manche Köpfe nicht rein, dass die soziale Absicherung von denjenigen bezahlt wird, die arbeiten. Bester Lebensstandard für alle geht nunmal nicht :gpaul:
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