Muss ein Lehrer mir meine Noten beweisen ?

  • Zitat

    Original geschrieben von victor
    Ganz ehrlich: ich würde es auf jeden Fall vermeiden mich mit einem Lehrer anzulegen ohne ausreichende Unterstützung durch andere Lehrer aus dem Kollegium. Denn der sitzt mit seinem Notenbuch immer am längeren Hebel.


    Wieso soll man sich eine offensichtliche Ungerechtigkeit gefallen lassen? Wieso soll man sich, wenn er definitiv unrecht hat, nicht mit einem Lehrer anlegen?


    Schon klar, die Relation muss gewahrt bleiben, aber alles schlucken, nur weils der Herr Lehrer ist... nee, nicht wirklich!


    Is schon ein paar Tage har, aber sowas ging bei mir damals bis ins Schulamt, und ich waere definitiv weiter gegangen, haette sich das dann nicht erledigt gehabt.
    Ich konnte zwar damals keine Sonderbehandlung mehr von diesem Lehrer erwarten, aber ich wurde von ab korrekt behandelt. Waere dies nicht geschehen, waers wieder von vorne losgegangen.


    Ich sehs halt so: Der Lehrer macht seinen Job genauso wie der Schüler, der Automechaniker, der EDV'ler. Machst Du Deinen Job nicht korrekt, bekommst Du eins vorn Latz geknallt. Warum soll das also nicht auch für Lehrer gelten?


    Gruesse


    Charlie

    --
    Die 5 Sinne des Menschen:
    Unsinn, Irrsinn, Stumpfsinn, Blödsinn und mein persönlicher Liebling, der Wahnsinn.
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  • Oh ja, das liebe Thema "Leistungsbeurteilung" - die einzige Sache, mit der sogar die Götter Probleme haben ;)


    Um eine Leistung überprüfen zu können, brauchen wir zunächst mal ein Anforderungsprofil. Um zu einer Beurteilung zu kommen vergleichen wir dann, in wie weit die Anforderungen erfüllt wurden.


    Bei einer Klausur, v.a. in den Naturwissenschaften, ist das recht einfach: wenn alle Aufgaben korrekt gelöst wurden, sind alle Anforderungen erfüllt und es gibt 100% = 15 Punkte, bei 50% gelöst gibt es afair grade so die 5 Punkte für bestanden. Dazwischen wird abgestuft, in der Schule meist nicht nach festen Stufen, sondern so, dass es den berühmten "pädagogischen Effekt" mit drin hat.
    In einem Fach wie Deutsch ist es sowohl bei Klausuren als auch für die mündliche Note schon etwas schwieriger zu beurteilen, in wie weit die Anforderungen erfüllt sind oder nicht, denn es gibt meist keine "harten" Messkriterien (zu meiner Zeit konnten wegen schlechter Rechtschreibung bis zu 3 Punkte abgezogen werden). Egal wie, muss der Lehrer trotzdem auf Nachfrage Auskunft über die Anforderungen machen können. Und anhand dieser erläutern können, wie er zu der und nicht einer anderen Note gekommen ist.


    Hier sind wir beim Punkt von Feedback geben: nur durch detailiertes Feedback können wir unsere Leistung verbessern. Einfach eine Note hinrotzen reicht da nicht. Was gefiel ihm gut (quantitative *und* qualitative Beteiligung im Unterricht)? An welchen Stellen hätte es besser sein müssen? Wo hätte er mehr erwartet? War die Quantität unzureichend (z.B. viele Fehlstunden oder nur am Handy rumdaddeln statt zuhören + Beiträge liefern)? War die Quantität zwar ausreichend, aber die Qualität der Beiträge nicht? Mit einem Satz wie "Ich schätze Sie anderst ein und werde Sie beobachten" (ist das jetzt eine Auskunft oder eine Drohung?) ist keine Verbesserung möglich.


    Damit hat der Lehrer nicht nur seine Unfähigkeit im Feedback geben bewiesen, sondern er kommt auch seiner pädagogischen Aufgabe, Schüler zu fördern und Leistungsverbesserungen zu ermöglichen, nicht nach.


    Was bei der Notenvergabe auch noch zu beachten ist, ist nicht nur der intra-personelle Vergleich, sondern auch der inter-personelle. Sprich, die Verteilung in der Klasse muss halbwegs stimmig sein. Aus meiner Erfahrung haben Schüler ein sehr gutes Gespür dafür, wenn ungerecht benotet wird. Einige Lehrer meinen hier nach der Normalverteilung die Noten vergeben zu müssen (weil das irgendwer ihnen mal so erklärt hat) - wenn aber wie es z.B. in meinem Englisch-LK so war, dass von 20 Leuten 6 ein Jahr im Ausland waren, weitere 6 auch ohne Auslandsaufenthalt sehr gute Leistung abliefern, ergibt sich eben eine rechtsschiefe Verteilung: 10 Leute regelmäßig mit 11 Punkten und mehr.
    Nichts wirkt demotivierender als willkürliche Benotung ("ich bekomme ja eh was er/sie würfelt").


    Fazit aus der Theorie:
    Spreche den Herrn nochmal unter 4 Augen an. Und zwar in aller Ruhe. Kritisiere ihn nicht für seine Notengebung, denn getretene Hunde neigen zum Zurückbeißen. Drehe es eher so, dass Du an einer Leistungsverbesserung persönlich interessiert bist und deshalb nochmal detailiertere Infos haben möchtest, wie Du das bewerkstelligen kannst. Wenn nur Pauschalaussagen kommen, hake selbst durch gezielte Fragen nach. Diese solltest Du Dir vorher schon überlegt haben. Und auch rückblickend begründen können, warum Du Dich besser eingeschätzt hast (hier sind dann auch Vergleiche mit gleich benoteten Mitschülern erlaubt).


    Wenn mehrere im Kurs mit den Noten nicht zufrieden sind, *und* der Zusammenhalt im Kurs halbwegs gegeben ist, könntet ihr es auch nochmal im Kurs direkt ansprechen. Die Frage ist immer, hat einer die Courage als erster den Mund aufzumachen und ziehen die anderen mit, oder fallen sie ihrem Mitschüler in den Rücken.


    Wenn gar nix anderes geht, würde ich einen anderen Lehrer mit dazuziehen, nur viel ausrichten können die imho nicht - sobald die Klassentür zu ist, kann jeder Lehrer machen was er will. Groß kontrolliert wird keiner - groß kontrollieren ist oft gar nicht möglich. Leider.

    Q: I've always tried to teach you two things. First, never let them see you bleed.
    Bond: And the second?
    Q: Always have an escape plan...

  • Re: Muss ein Lehrer mir meine Noten beweisen ?


    Ohne mich aufspielen zu wollen, aber juezae hat schon Recht:

    Zitat

    Original geschrieben von witzbold
    Muss mir ein Lehrer die mündlichen Noten mir gibt


    Fehlt da nicht was?
    Und es ist zwar nicht falsch, aber in der Oberstufe lernt man bestimmt überflüssige Worte (insbesondere Wiederholungen) wegzulassen; hier also das erste "mir".


    Zitat

    Original geschrieben von witzbold
    Ich frage, da unter anderem ich große Probs mit meinem Deutschlehrer habe


    Damit diese Passage Sinn macht, muss es entweder heißen '...da ich unter anderem...', wenn Du noch weitere Schulprobleme hast, oder eventuell noch '...da unter anderen ich...', wenn noch andere Schüler Probleme mit diesem Lehrer haben.
    So wie der Satz jetzt da steht, ist er wenn nicht falsch zumindest missverständlich.


    Wenn Du gedruckte Texte abgibst und Dein Lehrer Dir es jedesmal anstreicht, wenn Du vor einem Satzzeichen eine Leerstelle setzt, kannst Du Dich auch nicht beschweren.


    Versteh mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, dass in einem Forum alles auf Fehler zu prüfen ist, bevor man es abschickt. Aber da es Dir explizit um Deine Deutschnote geht, musst Du Dich wohl daran messen lassen.
    mfg

  • Re: Re: Re: Muss ein Lehrer mir meine Noten beweisen ?


    Zitat

    Original geschrieben von witzbold
    Wo habe ich einen Rechtschreibfehler ? :confused:
    Ohn dich angreifen zu wollen, grammatikalisch und rechtschreibtechnisch stehe ich - seit ich denken kann - 1...


    Dann woll'n wir mal:


    Zitat

    Posting Nr. 1 von witzbold (< 80 Worte)
    ...Muss mir ein Lehrer die mündlichen Noten, die er mir gibt...

    Zitat

    Posting Nr. 2 von witzbold (< 100 Worte)
    Ohne dich angreifen zu wollen...

    Zitat

    Posting Nr. 3 von witzbold (< 200 Worte)
    ...Relationen, die in meinem Deutschkurs offensichtlich nicht stimmen...


    ...der das Fass zum Überlaufen bringt... (Wenn schon neue Rechtschreibung, dann auch konsequent...)


    ...wir haben z.Zt. eine Referendarin...


    Fazit: Wenn Du in den Klausuren ähnliche Flüchtigkeitsfehler machst, wird's nichts mehr mit dieser 1 (lediglich meine Meinung, ebenfalls nicht als Angriff zu werten).

    Johnny
    just enjoy it! - meet Johnny B. & friends at the DJFactory
    ----------------------------------


    Ich mag keine Brummschlümpfe...

  • ich muss als Norwegerin sagen: hier kann mann sehr viel lernen!! (bitte nicht nach Schreibfehler suchen, ich schreibe seit 12 Jahren kein Deutsch!).


    Mach weiter - ich will mehr lernen! :D

  • Johnny: Ich hab jetzt wirklich gesucht, wo in den von Dir zitierten Sätzen die Fehler waren und schon an meinen eigenen Fähigkeiten gezweifelt - bis ich dann gemerkt habe, dass Du diese ja schon korrigiert hattest..;)


    Aber BTT, darum soll es schließlich nicht gehen: Es gibt m. M. nach bei sowas immer zwei Möglichkeiten. Einmal, alles schlucken und versuchen sich zu verbessern. Kann was nützen aber auch nicht.
    Zweitens: Nichts hinnehmen. Ich hab mir noch von keinem Lehrer was sagen lassen, was ungerechtfertigt gewesen wäre. Hatte dann zur Folge, dass ich bei einem Lehrer, der ansonsten wegen seiner komischen Ausfragerei gefürchtet war, meine Ruhe hatte. Leider durfte das mein Bruder dann zwei Jahre später ausbaden. :rolleyes:


    Was allerdings m. E. nach nie funktionieren wird, ist ein Mittelweg. Lehrer sind da leider relativ wenig kritikfähig, deshalb muss man entweder spuren oder zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lässt, aus zweiterem entsteht auch oftmals eine sehr produktive Diskussionskultur, nicht nur Negatives! ;)


    Daniels Ideen sind sicher in sich richtig - ob es das in der Schule aber wert ist, ist die andere Sache. Mir wärs das nicht.
    Zudem handelt es sich ja auch um Meckern auf hohem Niveau und um geringe Unterschiede, da wäre mir die Energie zu schade.

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Johnny B., du nimmst mir viel Arbeit ab, auch ich wollte unseren witzbold mal korrigieren, nachdem er mit einer Zwei nicht zufrieden ist! ;)
    Na, es gibt ja noch ein paar mehr!

    Zitat

    Posting Nr. 3 von witzbold
    (hört sich nach wenig an, läppert sich aber im Laufe der Zeit)


    Das sind beides drei Dinge...


    Aber zum Thema paßt das Auseinanderzerren der drei Postings eigentlich nicht, denn schließlich sind das alles schriftliche Fehler, während witzbold seine mündliche Note bemängelt - und da spielen falsch gesetzte Leerzeichen, überflüssige Punkte "..." oder Tippfehler keine Rolle. Auch einzelne Wortauslassungen in gesprochenen Sätzen werden eigentlich immer vom automatisch vom Zuhörer ignoriert.


    Georg: Was ich mir nur vorstellen könnte ist, daß Deine selbstsichere und fordernde Art..

    Zitat

    Ohn dich angreifen zu wollen, grammatikalisch und rechtschreibtechnisch stehe ich - seit ich denken kann - 1...
    2- hab ich, 2+ will ich mindestens
    "Ich werde Sie im nächsten Quartal daraufhin beobachten." Dies ist in meinen Augen eine schreiende Ungerechtigkeit

    .. auch bei Deinem mündlichen Auftreten zum Vorschein und daher bei dem Deutschlehrer nicht gut ankommt. Wenn dieser aber deswegen jetzt schlechter benoten würde, dann wäre das tatsächlich eine Ungerechtigkeit, wenn auch in einem etwas übersteigerten Selbstwertsgefühl Deinerseits begründet.


    Ganz schlecht ist es, wenn Du die "Ungerechtigkeit" Deines Deutschlerers verbessern willst, indem er als erstes Deine Note verbessern soll. Denn das wird er mit sich mit Sicherheit nicht machen lassen; was anderes wäre es, wenn Du, am Besten nach Deinem Abi, oder zumindest nach dieser Notengebung, wenn es also auch nicht mehr um Dein persönliches (und von ihm auch als egoistisch empfundenes) Interesse geht, Dich mit deinem Deutschlehrer zusammensetzt. Nur so kannst Du davon ausgehen, daß er Deine Ratschläge vielleicht für zukünftige Schulklassen beherzigen wird und Du wirklich ein "ein kleines bisschen Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen" kannst!

  • Zitat

    Original geschrieben von LivKarin
    ich muss als Norwegerin sagen: hier kann mann sehr viel lernen!! (bitte nicht nach Schreibfehler suchen, ich schreibe seit 12 Jahren kein Deutsch!).


    Mach weiter - ich will mehr lernen! :D


    Ihr Norweger oder Skaninavier ganz allgemein seid mir aber immer schon als "unangenehmes;)" Volk aufgefallen:
    Ihr sprecht von Haus aus eigentlich immer Norwegisch, Schwedisch, Dänisch (die Finnen auch noch Finnisch) und Englisch nahezu perfekt.
    Zum Lernen einer weiteren Sprache braucht ihr so ca. 6 Wochen und sprecht dann besser als unsereins nach jahrelanger Übung.


    Wenn Ihr Norweger jemals in die EU eintretet, wird dieser Wettbewerbsvorteil sofort verboten.:D

  • Zitat

    Original geschrieben von holden
    ...//...Zum Lernen einer weiteren Sprache braucht ihr so ca. 6 Wochen und sprecht dann besser als unsereins nach jahrelanger Übung.


    Du weisst aber auch woran das liegt? Nein? Die Dänen haben einen schönen Satz:
    "De tyske trunkenbolde" = Im hohen Norden wird gelernt und bei uns gekippt... ;)

  • So, zuerst:
    Sorry für meine vielen Fehler. Ist natürlich besonders peinlich, wenn man gleichzeitig auf gute Noten in der Rechtschreibung verweist... ;)
    Ich werde mich bessern. Allerdings bitte ich meine Fehler zu entschuldigen, da ich zu den Postingzeiten ziemlich müde war (abends kurz vor dem Zu-Bett-gehen; morgens beim Frühstück).


    2.
    @ all: Danke für eure Antworten. Ihr habt mir zum Teil wirklich sehr weitergeholfen.
    @ DUSA: An dich geht besonderer Dank für den eindeutig produktivsten Post in diesem Thread.


    3.

    Zitat

    Original geschrieben von xoduz
    oder eventuell noch '...da unter anderem ich...', wenn noch andere Schüler Probleme mit diesem Lehrer haben.


    Genau das meine ich und betone es noch einmal: Ich stehe nicht allein mit meiner Meinung da, dass Herr S. nicht richtig benoten kann/will. :(


    Sonst wäre es, da stimme ich Dir - xoduz - zu, verschwendete Energie, wenn es nur um 2 Pünktchen geht und nur um einen selbst.


    @ Modi: Ich würde es nicht übersteigertes Selbstwertgefühl nennen, sondern gesundes Selbstbewusstsein. Ich weiß sehr genau, wie gut oder schlecht ich in den jeweiligen Schulfächern bin und kann mich auch immer sehr genau notenmäßig in die Klasse einordnen ("Der ist so viel besser als ich, die ist soundsoviel schlechter als ich"). Und wenn dann Noten nicht nur entgegen meines Gefühls, sondern auch entgegen des Gefühls anderer vergeben werden, dann spreche ich einen Lehrer darauf an.
    Ich bin nicht der Typ der lange um den heißen Brei herumredet (es sei denn, ich poste bei TT;)), sondern ich spreche Fakten immer genau an. Das ist ein Grund, weil v.a. meine Deutsch- und Geschichte-Klausuren immer deutlich kürzer sind als die anderer Schüler (werden aber normalerweise genausogut benotet:)).
    Meine direkte Art gefällt ihm vielleicht nicht, könnte ich mir auch gut vorstellen, allerdings hatte er die Noten ja schon vergeben, bevor ich ihn ansprach...


    @ Modi (2.Teil): Wie soll ich ihn denn anders erreichen, als über meine Note? Er lässt sich (logischerweise und verständlicherweise) nicht auf eine Diskussion mit mir über die Noten anderer ein, das würde ich als Lehrer auch nicht machen. Ich möchte es morgen (dann habe ich noch ein (letztes) Gespräch mit ihm) so aufziehen, wie DUSA es sagte, dass er mir ein Feedback geben soll. Das kann man (oder können die anderen) dann später als Aufhänger für eine Diskussion um die grundsätzliche Bewertung innerhalb des Kurses nehmen.
    Weiterhin kann ich es nicht mit mir vereinbaren (ich bin einfach so), dass ich mich noch 1 1/2 Jahre in diesen Deutschkurs setzen soll, ohne das sich etwas ändert. Es muss eindeutig jetzt etwas geändert werden.


    Ich freue mich auf weitere interessante Beiträge
    Georg

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